Internet, TV und Musik – So klappt das Multimedia-Netzwerk für zu Hause

11. Oktober 2009
Welt am Sonntag, Welt-Online 18.05.2009

Von Guido Nedden

Über Kabel, Funk oder Stromleitungen lassen sich Musik, Videos und Fernsehbilder in der Wohnung verteilen und miteinander vernetzen. Doch die einzelnen Übertragungsmöglichkeiten haben ihre Tücken. WELT ONLINE hat sich die Technik angeschaut und zeigt, wie jeder sein Zuhause optimal vernetzen kann.

In ihrer Werbung preisen Hersteller fast alle ihre Produkte als netzwerkfähig an – als das besondere Etwas. Das klingt nach aktuellem Stand der Technik und nach bequemer Steuerung aller Medien über ein Gerät. Grundsätzlich stimmt das auch, es fehlt aber noch das Netzwerk, das Fernseher, Computer, Notebook, MP3-Spieler, DVD-Player, Audioanlage und Spielekonsole miteinander verbindet.

Über solche Netzwerke können mehrere Nutzer nicht nur gleichzeitig im Web surfen und auf Computerdaten zugreifen. Es lassen sich auch Bilder austauschen, Musik auf alle Lautsprecher im Haus verteilen und Videos auf dem TV-Gerät ansehen. Notwendig dafür ist ein Betriebssystem auf dem Rechner, das Netzwerkverbindungen unterstützt, sowie die Verbindung über Kabel, Funk oder Stromleitungen.

Ein Funknetzwerk (WLAN) oder eines mit Kabelverbindung (LAN) lässt sich mit herkömmlichen DSL-Routern oder –Modems einrichten. Funk hat den Vorteil, dass Nutzer in der Lage sind, von jedem Ort auf die Daten zuzugreifen. So können sie sich mit einem Laptop oder Netbook frei in der Wohnung bewegen, während sie mit dem Internet in Verbindung bleiben.

Einer der größten Nachteile ist allerdings das Tempo des Datenflusses. Das WLAN ist enttäuschend langsam, wenn größere Datenmengen im Netzwerk von Rechner zu Rechner kopiert werden. Vor allem ist die Funkreichweite gering. Der WLAN-Router kann oft Rechner, die in einer anderen Etage postiert sind, oder Geräte wie Netzwerkspeicher (NAS), Server und Netzwerkdrucker, die im Keller stehen, nicht erreichen.

Neben der Funkübertragung gibt es zwei wichtige Techniken, um Rechner miteinander zu verbinden: das klassische Kabel-Netzwerk und die Vernetzung über Stromleitungen (Powerline).

Kabel-Netzwerk

Wie schnell Daten durch das Netzwerk übermittelt werden, gibt die Datenrate in Megabit oder Kilobit pro Sekunde an. Für die höchsten Datenraten sorgt immer noch die Übertragung via Kabel in einem sogenannten Ethernet. Mit einem Fast-Ethernet, das 100 Megabit pro Sekunde erreicht, ist die Geschwindigkeit so hoch, wie es Funk-Netzwerke des aktuellen WLAN-Standards 11n nur bei optimalen Bedingungen und auf kürzester Distanz schaffen. Noch schneller geht es mit einem Gigabit-Ethernet

Die Kosten für ein Ethernet sind gering. Eine Fast-Ethernet-Schnittstelle haben sogar günstige PCs sowie Note- und Netbooks an Bord. Sofern es nicht im Lieferumfang des DSL-Routers enthalten ist, brauchen Nutzer nur noch ein entsprechendes Netzwerkkabel. Ein fünf Meter langes Kabel kostet sieben Euro. Es gibt die Leitungen in unterschiedlichen Qualitäten, von CAT-1 bis CAT-7. Zu empfehlen ist mindestens die Kategorie CAT-5. Über einen Switch lassen sich mehrere Rechner indirekt miteinander verkabeln. Dieser ist meist in den Routern enthalten. Ein neuer Fast-Ethernet-Switch kostet 15 Euro.Im Unterschied zu Funk-Netzwerken sind die klassischen Kabelnetze sehr sicher. Ohne direkten Zugriff können Unbefugte die Daten nicht abfangen. Den größten Installationsaufwand bereitet das Netzwerkkabel selbst. Zwar ist es recht einfach an Rechner und DSL-Router anzuschließen, es könnte aber zur Stolperfalle werden, wenn es frei in der Wohnung auf dem Boden liegt. Die steifen, sperrigen Kabel sind nicht leicht zu verlegen, und wegen der etwa zwölf Millimeter breiten Stecker müssen Nutzer große Löcher bohren, um eine Datenleitung von einem ins andere Zimmer zu legen.

Powerline

Sollte es nicht möglich oder zu umständlich sein, Rechner in andere Zimmer über Kabel oder Funk in das Netzwerk einzubinden, hilft die Vernetzung über Stromleitung. Die Technik dafür bezeichnen Anbieter als Powerline, Homeplug oder DLAN. Die Anforderungen zur Einrichtung einer solchen Verbindung sind niedrig, da Steckdosen und Stromkabel meist in jedem Raum vorhanden sind. Für jeden einzelnen Rechner, der über Powerline angeschlossen wird, benötigt der Nutzer einen Adapter, der mindestens 45 Euro kostet.

Die Datenübertragung lässt sich mit der beiliegenden Software verschlüsseln. Die Datenraten können in der Praxis durchaus 60 Megabit pro Sekunde erreichen und damit auch hochauflösende Videos weiterleiten. Bei den Adaptern mit geringeren Raten reicht es zumindest zum Websurfen und Verteilen von Musikdaten.

Wie gut das Powerline-System funktioniert, erfährt der Nutzer erst nach der Installation: Die Datenrate richtet sich nach Qualität und Struktur der Stromleitungen sowie nach der Nutzung anderer Stromkonsumenten. Leider gibt es keinen festen Powerline-Standard. Die unterschiedlichen Formate sind zueinander oft nicht kompatibel. Daher empfiehlt es sich, die Powerline-Ausstattung von nur einem Hersteller zu beziehen.

Funk-Netzwerk

Wegen der flexiblen Nutzung bietet ein Funk-Netzwerk mehr Komfort als die kabelgebundenen. Entsprechende WLAN-Router kosten zwischen 70 und 200 Euro. Allerdings gibt es sie meist gegen eine geringe Gebühr oder sogar gratis bei Abschluss eines neuen DSL-Vertrags vom Provider (etwa 35 Euro pro Monat mit DSL- und Telefonie-Flatrate). Wer einen PC oder ein älteres Notebook nutzt, braucht noch einen USB-Stick für WLAN.

Bei aktuellen Laptop- und Netbook-Modellen sowie bei der noch neuen Kategorie der Mini-PCs ist ein WLAN-Modul eingebaut. Ganz neu im Handel ist der Router des Herstellers Belkin, der lediglich49 Euro kostet und trotzdem die meisten Funktionen bietet.

Die Standard-Datenrate von WLAN liegt bei 50 Megabit pro Sekunde. Sind die Daten über nicht mehr als fünf Meter zu übertragen, erreichen manche Router auch etwa 100 Megabit pro Sekunde. Die Funkwellen sind jedoch nicht sehr stabil und werden leicht durch andere WLANs, Möbel, Wände und durch die Wohnung laufende Personen gestört. Über mehrere Etagen funktionieren WLANs nicht. Schon bei 20 Metern überträgt das Netzwerk die Daten sehr langsam.

Wer keine Kabel mühsam hinter Möbeln oder in Kabelschächten verlegen möchte, kann mit einem Repeater oder dem Wireless Distribution System (WDS) die Reichweite des Funknetzes erhöhen. Der Repeater dient der WLAN-Erweiterung und lässt sich zwischen DSL-Router und PC schalten.

Keine Verbindung

Der Fritz WLAN Repeater N/G (70 Euro) von AVM zum Beispiel unterstützt alle wichtigen Funktionen, so etwa die Verschlüsselung der Funk-Netzwerke. Die Installation ist recht einfach, denn der Fritz-Repeater wird einfach in die Steckdose gesteckt. Danach benötigt das Gerät noch eine Software, die es im Internet unter avm.de/repeater zu beziehen gibt und die den Repeater in das bestehende WLAN-Netzwerk installiert. Manuell schließt der Nutzer den Repeater über WLAN an den Computer an und tippt das angegebene Passwort des Geräts ein.

Viele Router können keine Verbindung mit Repeatern herstellen, außer sie kommen von demselben Hersteller. Dafür aber beherrschen die meisten Modelle das Wireless Distribution System (WDS). Das WDS ist für ein größeres Funk-Netzwerk interessant, wenn zwei Router kabellos verbunden werden sollen. Voraussetzung für WDS ist, dass Netzwerkkennung (SSID) und Funkkanal übereinstimmen.

Problem ist auch hier das Sicherheitsmanko: Bei beiden WDS-Geräten muss die Verschlüsselung übereinstimmen. Kommen die Geräte von unterschiedlichen Herstellern, kann der Nutzer nur die leicht zu knackende WEP-Codierung anwenden. Das Sicherheitsrisiko gilt grundsätzlich auch für eine ganz einfache WLAN-Verbindung zwischen Computer und DSL-Router. Immer wenn Funk die Daten überträgt, lassen sie sich abgreifen. Daher sollte jeder als Erstes seine WPA-Verschlüsselung aktivieren.

Um die höchstmögliche Datenrate und Stabilität der Datenverbindung sicherzustellen, müssen sich Anwender nicht für Kabel, Powerline oder Funk entscheiden, die Techniken lassen sich auch kombinieren. So ist es zum Beispiel möglich, die Internetdaten vom DSL-Anschluss im Keller über Stromleitung an den Router im Wohnzimmer zu transportieren. Von dort verteilt sie ein WLAN kabellos in die übrigen Zimmer des Hauses.

Die wichtigsten Begriffe für die Netzwerk-Arbeit:

‘Hub’,

‘Mit einem Hub lassen sich mehrere Computer miteinander verbinden. Er dient als Knotenpunkt im Netzwerk und leitet alle Daten an die angeschlossenen Rechner weiter. Anhand einer eindeutig zugeordneten Adresse suchen sich die Rechner die Daten heraus, die für sie bestimmt sind.’

‘IP-Adresse’

‘Über die Internet-Protocol-Adresse unterscheiden sich die einzelnen Netzwerkgeräte voneinander. Im Internet muss diese32 Bit lange, numerische Bezeichnung nach einem bestimmten Muster weltweit eindeutig sein. Im lokalen Netzwerk, zum Beispiel zwischen Computer und DSL-Router, weist der Nutzer dem Rechner eine private IP-Adresse zu.

‘Router’

‘Der Router arbeitet wie ein Reiseführer für die Datenpakete. Übermittelt ein Rechner Daten, kennt er zwar die IP-Adresse des Empfängers, nicht aber den Pfad zu ihm. Deshalb sendet der Computer die Daten an den Router, der mit dem Empfänger verbunden ist oder sie dem nächsten Router zuleitet.’

‘Switch’

‘Der Switch ist mit dem Hub als Knotenpunkt im Netzwerk vergleichbar. Er verbindet aber zwei Rechner mit voller Netzwerkbandbreite und sendet die Datenpakete somit direkt an den Empfänger.’

‘WEP’

‘Die WLAN-Verschlüsselung Wired Equivalent Privacy ist statisch und sollte unbedingt in WPA oder noch besser WPA2 gewechselt werden, denn sie nutzt immer denselben Schlüssel und ist somit leicht zu knacken. Experten haben dies schon in weniger als einer Minute geschafft. Der WEP-Schlüssel ist 64 oder 128 Bit lang und besteht aus einem zehn- bis 26-stelligen Code.’

‘WPA’

‘Die WLAN-Verschlüsselung WiFi Protected Access ist dynamisch und deutlich sicherer als WEP. WPA verändert die Codierung für jedes zu übertragende Datenpaket und berechnet dabei die MAC-Adresse des jeweiligen Sendegeräts mit.’

=> Welt.de


Bestens vernetzt

11. Oktober 2009

Welt am Sonntag, Welt-Online 17.05.2009

Von Guido Nedden

Serie über Multimedia-Netzwerke zu Hause, Teil I: Vernetzung. Über Kabel, Funk oder Stromleitungen lassen sich Musik, Videos und Fernsehbilder in der Wohnung verteilen. Am besten ist eine Kombination der Techniken

In ihrer Werbung preisen Hersteller fast alle ihre Produkte als netzwerkfähig an – als das besondere Etwas. Das klingt nach aktuellem Stand der Technik und nach bequemer Steuerung aller Medien über ein Gerät. Grundsätzlich stimmt das auch, es fehlt aber noch das Netzwerk, das Fernseher, Computer, Notebook, MP3-Spieler, DVD-Player, Audioanlage und Spielekonsole miteinander verbindet. Über solche Netzwerke können mehrere Nutzer nicht nur gleichzeitig im Web surfen und auf Computerdaten zugreifen. Es lassen sich auch Bilder austauschen, Musik auf alle Lautsprecher im Haus verteilen und Videos auf dem TV-Gerät ansehen. Notwendig dafür ist ein Betriebssystem auf dem Rechner, das Netzwerkverbindungen unterstützt, sowie die Verbindung über Kabel, Funk oder Stromleitungen.

Ein Funknetzwerk (WLAN) oder eines mit Kabelverbindung (LAN) lässt sich mit herkömmlichen DSL-Routern oder -Modems einrichten. Funk hat den Vorteil, dass Nutzer in der Lage sind, von jedem Ort auf die Daten zuzugreifen. So können sie sich mit einem Laptop oder Netbook frei in der Wohnung bewegen, während sie mit dem Internet in Verbindung bleiben.

Einer der größten Nachteile ist allerdings das Tempo des Datenflusses. Das WLAN ist enttäuschend langsam, wenn größere Datenmengen im Netzwerk von Rechner zu Rechner kopiert werden. Vor allem ist die Funkreichweite gering. Der WLAN-Router kann oft Rechner, die in einer anderen Etage postiert sind, oder Geräte wie Netzwerkspeicher (NAS), Server und Netzwerkdrucker, die im Keller stehen, nicht erreichen.

Neben der Funkübertragung gibt es zwei wichtige Techniken, um Rechner miteinander zu verbinden: das klassische Kabel-Netzwerk und die Vernetzung über Stromleitungen (Powerline).

Kabel-Netzwerk

Wie schnell Daten durch das Netzwerk übermittelt werden, gibt die Datenrate in Megabit oder Kilobit pro Sekunde an. Für die höchsten Datenraten sorgt immer noch die Übertragung via Kabel in einem sogenannten Ethernet. Mit einem Fast-Ethernet, das 100 Megabit pro Sekunde erreicht, ist die Geschwindigkeit so hoch, wie es Funk-Netzwerke des aktuellen WLAN-Standards 11n nur bei optimalen Bedingungen und auf kürzester Distanz schaffen. Noch schneller geht es mit einem Gigabit-Ethernet.

Die Kosten für ein Ethernet sind gering. Eine Fast-Ethernet-Schnittstelle haben sogar günstige PCs sowie Note- und Netbooks an Bord. Sofern es nicht im Lieferumfang des DSL-Routers enthalten ist, brauchen Nutzer nur noch ein entsprechendes Netzwerkkabel. Ein fünf Meter langes Kabel kostet sieben Euro. Es gibt die Leitungen in unterschiedlichen Qualitäten, von CAT-1 bis CAT-7. Zu empfehlen ist mindestens die Kategorie CAT-5. Über einen Switch (siehe Glossar) lassen sich mehrere Rechner indirekt miteinander verkabeln. Dieser ist meist in den Routern enthalten. Ein neuer Fast-Ethernet-Switch kostet 15 Euro.

Im Unterschied zu Funk-Netzwerken sind die klassischen Kabelnetze sehr sicher. Ohne direkten Zugriff können Unbefugte die Daten nicht abfangen. Den größten Installationsaufwand bereitet das Netzwerkkabel selbst. Zwar ist es recht einfach an Rechner und DSL-Router anzuschließen, es könnte aber zur Stolperfalle werden, wenn es frei in der Wohnung auf dem Boden liegt. Die steifen, sperrigen Kabel sind nicht leicht zu verlegen, und wegen der etwa zwölf Millimeter breiten Stecker müssen Nutzer große Löcher bohren, um eine Datenleitung von einem ins andere Zimmer zu legen.

Powerline

Sollte es nicht möglich oder zu umständlich sein, Rechner in andere Zimmer über Kabel oder Funk in das Netzwerk einzubinden, hilft die Vernetzung über Stromleitung. Die Technik dafür bezeichnen Anbieter als Powerline, Homeplug oder DLAN. Die Anforderungen zur Einrichtung einer solchen Verbindung sind niedrig, da Steckdosen und Stromkabel meist in jedem Raum vorhanden sind. Für jeden einzelnen Rechner, der über Powerline angeschlossen wird, benötigt der Nutzer einen Adapter, der mindestens 45 Euro kostet.

Die Datenübertragung lässt sich mit der beiliegenden Software verschlüsseln. Die Datenraten können in der Praxis durchaus 60 Megabit pro Sekunde erreichen und damit auch hochauflösende Videos weiterleiten. Bei den Adaptern mit geringeren Raten reicht es zumindest zum Websurfen und Verteilen von Musikdaten.

Wie gut das Powerline-System funktioniert, erfährt der Nutzer erst nach der Installation: Die Datenrate richtet sich nach Qualität und Struktur der Stromleitungen sowie nach der Nutzung anderer Stromkonsumenten. Leider gibt es keinen festen Powerline-Standard. Die unterschiedlichen Formate sind zueinander oft nicht kompatibel. Daher empfiehlt es sich, die Powerline-Ausstattung von nur einem Hersteller zu beziehen.

Funk-Netzwerk

Wegen der flexiblen Nutzung bietet ein Funk-Netzwerk mehr Komfort als die kabelgebundenen. Entsprechende WLAN-Router kosten zwischen 70 und 200 Euro. Allerdings gibt es sie meist gegen eine geringe Gebühr oder sogar gratis bei Abschluss eines neuen DSL-Vertrags vom Provider (etwa 35 Euro pro Monat mit DSL- und Telefonie-Flatrate). Wer einen PC oder ein älteres Notebook nutzt, braucht noch einen USB-Stick für WLAN.

Bei aktuellen Laptop- und Netbook-Modellen sowie bei der noch neuen Kategorie der Mini-PCs ist ein WLAN-Modul eingebaut. Ganz neu im Handel ist der Router des Herstellers Belkin, der lediglich49 Euro kostet und trotzdem die meisten Funktionen bietet.

Die Standard-Datenrate von WLAN liegt bei 50 Megabit pro Sekunde. Sind die Daten über nicht mehr als fünf Meter zu übertragen, erreichen manche Router auch etwa 100 Megabit pro Sekunde. Die Funkwellen sind jedoch nicht sehr stabil und werden leicht durch andere WLANs, Möbel, Wände und durch die Wohnung laufende Personen gestört. Über mehrere Etagen funktionieren WLANs nicht. Schon bei 20 Metern überträgt das Netzwerk die Daten sehr langsam.

Wer keine Kabel mühsam hinter Möbeln oder in Kabelschächten verlegen möchte, kann mit einem Repeater oder dem Wireless Distribution System (WDS) die Reichweite des Funknetzes erhöhen. Der Repeater dient der WLAN-Erweiterung und lässt sich zwischen DSL-Router und PC schalten.

Der Fritz WLAN Repeater N/G (70 Euro) von AVM zum Beispiel unterstützt alle wichtigen Funktionen, so etwa die Verschlüsselung der Funk-Netzwerke. Die Installation ist recht einfach, denn der Fritz-Repeater wird einfach in die Steckdose gesteckt. Danach benötigt das Gerät noch eine Software, die es im Internet unter avm.de/repeater zu beziehen gibt und die den Repeater in das bestehende WLAN-Netzwerk installiert. Manuell schließt der Nutzer den Repeater über WLAN an den Computer an und tippt das angegebene Passwort des Geräts ein.

Viele Router können keine Verbindung mit Repeatern herstellen, außer sie kommen von demselben Hersteller. Dafür aber beherrschen die meisten Modelle das Wireless Distribution System (WDS). Das WDS ist für ein größeres Funk-Netzwerk interessant, wenn zwei Router kabellos verbunden werden sollen. Voraussetzung für WDS ist, dass Netzwerkkennung (SSID) und Funkkanal übereinstimmen.

Problem ist auch hier das Sicherheitsmanko: Bei beiden WDS-Geräten muss die Verschlüsselung übereinstimmen. Kommen die Geräte von unterschiedlichen Herstellern, kann der Nutzer nur die leicht zu knackende WEP-Codierung anwenden. Das Sicherheitsrisiko gilt grundsätzlich auch für eine ganz einfache WLAN-Verbindung zwischen Computer und DSL-Router. Immer wenn Funk die Daten überträgt, lassen sie sich abgreifen. Daher sollte jeder als Erstes seine WPA-Verschlüsselung aktivieren.

Um die höchstmögliche Datenrate und Stabilität der Datenverbindung sicherzustellen, müssen sich Anwender nicht für Kabel, Powerline oder Funk entscheiden, die Techniken lassen sich auch kombinieren. So ist es zum Beispiel möglich, die Internetdaten vom DSL-Anschluss im Keller über Stromleitung an den Router im Wohnzimmer zu transportieren. Von dort verteilt sie ein WLAN kabellos in die übrigen Zimmer des Hauses.

=> Welt.de


Netzwerke machen es möglich: Kabellos Musik in allen Räumen

10. September 2008

Welt am Sonntag, Welt.de, 29.08.2008

Von Guido Nedden

Medienvernetzung ist der neue Trend. Durch Funknetzwerke, die man schon vom WLAN-Internetzugang her kennt, können Bild und Ton kabellos mit entsprechenden Empfängern in jedem Raum empfangen werden.

So bietet beispielsweise Philips mit dem Wireless Music Center WACS 7500 und der Wireless Music Station WAS 6050 durch integrierte WLAN-Schnittstellen kabelloses Musik-Streaming parallel in allen Räumen oder per Fernbedienung und “Verfolgungs-Funktion” nur in dem Raum, in dem man sich gerade befindet. Etwa 1500 CD lassen sich auf der 80 Gigabyte großen Festplatte des WACS zudem speichern.

USB-Schnittstellen für den Anschluss von MP3-Playern haben alle Streaming-Geräte. Auch das “Invidual Mediacenter” von Loewe, das als “Multiroom-Server” fungiert. Neben Internet-Radio lassen sich über den angeschlossenen Fernseher mit Kabel- oder Satellitentuner digitale Radioprogramme empfangen. Die eingebaute Funk- oder Kabelnetzwerk-Plattform (LAN und WLAN) ermöglicht eine Verteilung der einzelnen Audioquellen auf einzelne Räume oder eine parallele Beschallung im ganzen Haus. Denn an den “Multiroom-Server” lassen sich die verschiedensten Komponenten andocken: vom Fernseher bis hin zum Handy. Alternativ zu dieser Vernetzung ist auch eine Datenverbindung über das Haus-Stromnetz möglich.

Sony bietet mit seinem 5.1-Kanal-DVD-Heimkinosystem “Bravia Theatre DAV-IS50″ insgesamt 450 Watt Leistung, die selbst in großen Räumen für Heimkino-Surround-Sound sorgen. Das Aufstellen geht dank eingebauter Automatik schnell: Innerhalb von 30 Sekunden werden für alle Lautsprecher optimaler Klang und optimale Lautstärke ermittelt. Neben einem integrierten DVD-, CD- und MP3-Player besitzt das Gerät auch einen RDS-Tuner. Genauso wie bei Loewe verfügt der Sony-DVD-Player über eine “Upscaling-Funktion” und kann komprimierte Musikstücke für einen satten Klang hochrechnen. Selbst auf mobilen Geräten gespeicherte Musik lässt sich auf das DAV-IS50 übertragen. Möglich wird das durch den integrierten “Digital Media Port” und den optional erhältlichen Adapter u. a. für Bluetooth, Walkman oder iPod.

=> Welt-Online


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