Das ganze Bücherregal passt nun in eine Hand

29. September 2010

Welt am Sonntag, Welt.de 04.09.2010

Von Guido Nedden

Auf der Ifa zeigen Aussteller zahlreiche neue E-Reader. Manche sind schlicht, andere technisch ausgereift, aber sehr teuer.

Wie sich der Markt der E-Reader und Tablet-Rechner in den kommenden Monaten entwickeln wird? Auf diese Frage reagierten die Aussteller auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) mit weit geöffneten Augen und ausladenden Armbewegungen. Konkrete Zahlen zu nennen, traute sich aber niemand. Zu viel Dynamik, zu viel Power sei da im Markt.

Tatsächlich sind sie mittlerweile alle an Bord: Branchengrößen wie LG oder Samsung, Produzenten wie Acer und in Deutschland Medion, die es auf den Massenmarkt abgesehen haben, aber auch Buchhändler wie Thalia, der einen ersten eigenen E-Reader vorgestellt hat. Bis Apple mit seinem iPad den Markt befeuerte, waren nur unbekannte Start-ups dabei. Auf der Ifa zeigen jedoch fast alle Hersteller jeder Größenordnung in der erstmals eingerichteten eLibrary, was es Neues im Segment gibt.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam Samsungs überdimensioniertes Smartphone Galaxy Tab, auf dessen sieben Zoll großem Bildschirm Schrift tatsächlich bestens zu erkennen ist. In einem Kurztest war zu sehen, wie brillant das Display auflöst, und es war zu spüren, wie geschmeidig sich das Smartphone bedienen lässt. Der Touchscreen reagiert prompt und zuverlässig. Beeindruckend ist aber nicht nur die technische Qualität der Darstellung, sondern auch der Preis von erstaunlichen 800 Euro. Dafür bietet Apples iPad viermal mehr Speicherplatz.

Allerdings ist das 380 Gramm leichte Galaxy Tab mit USB-Buchse, Flashplayer und jeweils einer Kamera auf der Vorder- und Rückseite ausgestattet – anders als das iPad. Die nach vorn gerichtete Kamera ermöglicht mobile Videotelefonie von Angesicht zu Angesicht. Zum mobilen Telefonieren muss sich niemand das dafür dann doch zu klobige Smartphone ans Ohr halten: Eingebaut sind die Funktechnik Bluetooth sowie eine Freisprecheinrichtung.

Mit Inhalten sieht es noch ein wenig dürftig aus. Vorerst wird nur Libri.de elektronische Bücher für das Galaxy Tab anbieten, später sollen weitere Dienste folgen. Musikstücke gibt es im „Music Hub“-Bereich, Zeitungen, Zeitschriften und Bücher im „Reader Hub“. Bei der Nutzung hat sich Samsung anscheinend von Apple inspirieren lassen: Wie beim iPad lassen sich die E-Books aus einem Bücherregal ziehen und danach durchblättern.

Anwendungen gibt es täglich neue. Wie die meisten neuen E-Reader und Tablets läuft auch das Galaxy Tab mit dem Android-Betriebssystem, für den Programmierer ständig neue Apps entwickeln. Ende des Jahres wird es zudem eine erweiterte Version geben, die speziell auf Tablets zugeschnitten ist.

Zu den Herstellern mit Modellen, die im Herbst auf den Markt kommen sollen, gehören außerdem das ukrainische Unternehmen Pocketbook, txtr aus Berlin, der Kölner Anbieter e-noa mit dem Interpad sowie WeTab mit dem gleichnamigen Endgerät, das mit einem 11,6 Zoll großen Touchscreen ausgestattet ist und mit Mobilfunkanbindung knapp 570 Euro kostet.

Auch Medion hat auf der Ifa seinen ersten eigenen E-Reader vorgestellt – mit WLAN und einem sechs Zoll großen Display, das mit elektronischer Tinte arbeitet, um die Augen zu schonen. Eher eine Unterhaltungsmaschine für zu Hause bietet Archos mit seinem Archos 8 Home Tablet für lediglich 150 Euro an. Der Bildschirm misst acht Zoll in der Diagonale, eingebaut sind ein MP3-Player, Lautsprecher sowie ein mit vier Gigabyte eher bescheiden dimensionierter Speicher.Eine Zwischenform aus Tablet und Notebook hat Toshiba mit seinem Libretto W100 entwickelt, das einen doppelten Bildschirm bietet und mit dem Betriebssystem Windows 7 läuft. Wer es senkrecht hält, kann es als E-Reader einsetzen, um Zeitung zu lesen, wer es horizontal auf den Tisch stellt, findet auf dem oberen Bildschirm das Fenster zur Textverarbeitung eingeblendet, während auf dem liegenden, unteren Display ein virtuelles Keyboard erscheint. Dessen Tasten vibrieren bei Berührung sogar leicht.

Schon seit Ende August ist Amazons Kindle WiFi erhältlich, den deutsche Kunden jedoch nur direkt in den USA bestellen können. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist das neue Modell mit 247 Gramm deutlich leichter und um 20 Prozent kleiner. Der Kontrast liegt um 50 Prozent höher, gleichzeitig lassen sich Seiten nach Amazons Angaben schneller umblättern als bisher. 3500 Bücher fasst die WiFi-Version, die eine kabellose Internetverbindung aufbauen kann. Auch Sony hat seine E-Reader zur Ifa aufgerüstet. Sie bieten mehr Lesekomfort und Speicherplatz als bisher.

Um bei den zahlreichen, unterschiedlich ausgestalteten Geräten nicht den Überblick zu verlieren, sollten sich Käufer darüber im Klaren sein, wozu sie einen neuen Rechner einsetzen möchten. Zur Computerarbeit taugen Tablets mit ihrer virtuellen Tastatur kaum, bei ihren Anwendungen stehen Office-Programme nicht im Fokus.

Sie dienen vorrangig der Unterhaltung und sollen keine Notebooks ersetzen. Zum einen zeigen sie Bilder, Videoclips und elektronische Bücher oder Zeitschriften an, zum andern können Nutzer mit ihnen im Web surfen, E-Mails betrachten und versenden sowie ihre Einträge in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter pflegen.

Wer mit ihnen telefonieren möchte, sollte darauf achten, dass ein UMTS-Modul integriert ist, das oft optional angeboten wird. Ansonsten ist eine Verbindung zum Internet notwendig, um Telefoniedienste wie Skype zu nutzen.

Zum Lesen von Büchern sind E-Reader besser geeignet als Tablets. Reader-Displays sind mit hohen Kontrasten und minimaler Reaktionszeit besser auf die Darstellung von Schrift eingestellt. Ein weiterer Vorteil: Die meisten Reader verbrauchen nur Strom, wenn der Nutzer umblättert. Das verlängert die Akkulaufzeit deutlich. Tablets können zwar ebenfalls E-Books darstellen, allerdings längst nicht so gut wie Reader, die es in unterschiedlichen Größen gibt.

Pocketreader sind mit einem fünf Zoll großen Display ausgestattet, E-Book-Reader kommen auf sechs Zoll. Amazons Kindle DX und das iPad bieten ein zehn Zoll großes Display, das besser geeignet ist, um sich Zeitungs- oder Magazinseiten anzusehen. Zumal die LC-Displays auch Animationen und Farben darstellen können. Wichtig ist auch zu wissen, welche E-Book-Formate das Gerät unterstützt, da sich die Anbieter noch immer nicht auf einen Standard geeinigt haben, und ob der Kopierschutz das Lesen der gekauften, digitalen Inhalte auf anderen Geräten ermöglicht. Oft verhindert die eingebaute Technik das Kopieren der E-Books.

Die Berater von PricewaterhouseCoopers haben dann doch noch eine Prognose gewagt: Bis 2015 werden in Deutschland mehr als 2,5 Millionen E-Reader und zusätzlich etwa zwölf Millionen Tablets verkauft worden sein. Ob die künftigen Käufer wissen, womit sie ihre Neuanschaffungen füllen können, ist unklar. Laut Umfrage wissen die meisten gar nicht, was ein E-Book überhaupt ist.

==> Welt-Online


Darf’s noch etwas schärfer sein?

4. Dezember 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 23.11.2008

Von Guido Nedden

Mit neuen Technologien können Fernseher noch brillantere Bilder zeigen als bisher schon. Außerdem werden die TV-Geräte zu digitalen Fotorahmen und Medienzentralen im Wohnzimmer

Schon jetzt haben die Maskenbildner der Filmstudios Probleme, Hautunebenheiten der Schauspieler so zu bedecken, dass Fernsehzuschauer sie nicht erkennen können. Grund für die Schwierigkeiten sind Detailtreue und Brillanz der vom TV-Gerät gezeigten Bilder. Künftig dürften die Darstellungen technisch noch bedeutend schärfer sein als bisher.

Sony hat schon das erste Modell in der Massenproduktion, das mit organischen Leuchtdioden arbeitet. Solche OLEDs liefern einen deutlich höheren Kontrast als zum Beispiel LCD-Modelle, da die von sich aus leuchtenden Dioden keine Hintergrundbeleuchtung brauchen. Darüber hinaus brauchen OLED-Fernseher weniger Strom und Platz. Ein anderes von Sony vorgestelltes OLED-Gerät ist lediglich 0,3 Millimeter dünn.

Doch auch schon bei den im Handel erhältlichen Fernsehern sind Gehäusetiefen von unter neun Millimetern keine Seltenheit mehr. Bei Bildschirmgrößen von 40 bis 60 Zoll liefern die Geräte eine Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten zumeist gestochen scharfe Bilder.

 

Samsung TV-Serie 9

 

Mit 46 Zoll (knapp 1,2 Meter) für 3600 Euro und 55 Zoll (etwa 1,4 Meter) für 4400 Euro stellt Samsung zwei typische LCD-TV dieser neuen Generation vor. Das Gehäusedesign in Karbonschwarz kommt auch der Bildqualität zugute. Mit “LED Local Dimming” setzt Samsung auf eine Technologie, die ein kontraststarkes Bild zeigt und gleichzeitig Energie spart.

Während bisher die Lichtröhren der LCD-Fernseher hinter der gesamten Breite des Bildschirms verlaufen und nur über die ganze Breite abgedunkelt werden konnten, können die zahlreichen einzelnen LED-Lichtquellen gänzlich unabhängig voneinander an- und abgeschaltet werden. Die abgeschalteten Lichtquellen verbrauchen somit keine Energie mehr. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass mit dem Dimming ein noch tieferes Schwarz im Bild als bisher erreicht wird und sich so der Kontrast verschärft. Samsung verzichtet bei der Produktion komplett auf Quecksilber. Zudem verfügen diese Highend-Geräte der Serie 9 über Netzwerk-Konnektivität: Die Fernseher spielen mit anderen Geräten im digitalen Heimnetzwerk zusammen und geben Videos und Fotos oder andere Daten vom Computer wieder.

Mit der Funktion “InfoLive” lassen sich einfach per Fernbedienung RSS Feeds aus dem Internet laden, die dem Zuschauer jederzeit aktuelle Nachrichten, Börsenkurse und Wetterberichte auf seinem Bildschirm anzeigen. Zusätzlich erlaubt die “Content Library” den Zugriff auf weitere Themen wie Kochrezepte, Spiele, Fitnessprogramme, Fotogalerien und Inhalte für Kinder. Mit Daten aus dem Internet lässt sich diese Bücherei erweitern. Die USB-Schnittstelle “Wiselink Pro” erlaubt dem Zuschauer, Fotoapparate, Camcorder oder MP3-Player anzuschließen und so Fotos, Videos und Musik auf dem TV-Bildschirm wiederzugeben.

 

Loewe Art SL

 

In den LCD-TV-Modellen Art 42 SL (etwa 3100 Euro) und Art 47 SL (etwa 3500 Euro) hat Loewe die 100-Hertz- und 24p-Technologie installiert. Damit ist es möglich, Bilder fast in Kinoqualität darzustellen. Für 500 Euro mehr steht außerdem ein integrierter Rekorder zur Verfügung, dessen Festplatte Platz für 250 Gigabyte bietet.

Zur Ausstattung gehören ein Receiver für das digitale Antennenfernsehen DVB-T. HDTV-Sendungen lassen sich über den eingebauten Empfänger ohne zusätzliche Geräte wiedergeben. Über das Audiomodul Dolby-Digital/dts können Fernsehzuschauer Rundumklang über eine entsprechende Musikanlage wahrnehmen.

 

Sharp Aquos XS1

 

Eine ganze Klasse größer und noch dünner ist Sharps neues Modell Aquos LC-XS1E. Den Fernseher gibt es mit einem Bildschirm von 52 Zoll (9000 Euro) und 65 Zoll. In dieser Größe kostet das TV-Gerät 12 000 Euro. An der dünnsten Stelle ist der Fernseher nur noch etwa 2,3 Zentimeter dick. Mit einigen technischen Verfahren ist es Sharp nicht nur gelungen, die Bildschirme möglichst flach zu bauen. Gleichzeitig hat sich die Bildqualität erhöht, und das Gerät verbraucht weniger Strom als vergleichbare Modelle.

Neu ist auch das LED-Rücklicht, das ein beeindruckendes Kontrastverhältnis von über eine Million zu eins bietet. Dadurch gibt es satte Schwarzwerte und realitätsgetreue Farben. Zusätzlich sorgt die optische Helligkeitsanpassung, die automatisch die Hintergrundbeleuchtung an das Umgebungslicht anpasst, für sinkenden Stromverbrauch des LCD-TVs. Gemeinsam mit Pioneer hat Sharp extrem flache Lautsprecher entwickelt, die für natürliche und klare Tonwiedergabe sorgen sollen.

 

Sony Bravia EX1

 

Im Passepartout-Design mit schwarzem oder silbernem Rahmen und mit knapp fünf Zentimeter Tiefe gibt es Sonys Bravia-Modelle mit 40, 46 oder 52 Zoll großen Bildschirmen. Sie kosten zwischen 3000 und 4000 Euro. Nicht nur als Fernseher, auch als digitaler Bilderrahmen lassen sich die Bravia-EX-Modelle einsetzen.

Neben bereits vorinstallierten Bildern verschiedener Kunststile zeigt das Display auch eigene Kunstwerke wie Lieblingsfotos oder Bilder einzeln oder als Dia-Show an. Zusätzlich zu aktuellen Technologien zur Bildverbesserung verfügt der Bravia EX1 über einen zusätzlichen Media-Empfänger. Mit der Funktechnik Bravia 1080 werden nicht komprimierte High-Definition-Signale ohne Qualitätsverlust, in Echtzeit und kabellos zum Fernseher übertragen.

Der Receiver mit seiner Funkfernbedienung und die daran angeschlossenen Signalkabel und Zuspieler wie Bluray-Player oder Playstation können an jeder Stelle des Raums platziert werden. Zur Ausstattung des Receivers gehören drei HDMI-Schnittstellen. Darüber lassen sich Bluray-Player, Festplatten- und DVD-Rekorder sowie Hi-Fi-Systeme steuern.

Neben einem Empfänger für analoges Fernsehen sind auch digitale Tuner für das digitale Antennenfernsehen DVB-T und digitales Kabelfernsehen (DVB-C) eingebaut. Dazu gibt es einen Receiver für das mit AVC-HD bezeichnete digitale Format für Camcorder-Aufzeichnungen. Für die Modelle der Bravia-EX1-Serie bietet Sony in Zusammenarbeit mit einigen Händlern auf dem deutschen Markt erstmals fünf Jahre Garantie.

=> Welt-Online


Photokina: Es gibt tatsächlich noch neue Kamera-Funktionen

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 22.09.2008

Von Guido Nedden und Helge Denker

Eine Fotokamera macht einfach nur Fotos, sollte man meinen. Doch die Hersteller beweisen zur Photokina-Messe, dass ihre Produkte noch lange nicht ausgereizt sind: Neue Modelle zeichnen die menschliche Haut glatt, schießen hochauflösende Videos und verwischen die Grenze zwischen Spiegelreflex- und Kompaktkamera.

Zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkameras (SR) lässt sich kaum noch unterscheiden. Der wesentliche Unterschied besteht nur noch darin, dass SR-Kameras das Motiv über einen Spiegel auf eine Mattscheibe lenken, damit der Fotograf es mit dem Objektiv betrachten kann. Doch ansonsten verwischen die Grenzen. Zum einen ist der Übergang durch eine neue Produktklasse fließend geworden. Diese sogenannten Bridgekameras verfügen zwar über ein Wechselobjektiv wie SR-Apparate, sie sind aber weniger leistungsstark, flexibel und günstiger. Zum anderen bietet Panasonic als technische Neuheit eine kompakte Digitalkamera an, die sich mit Wechselobjektiven nutzen lässt – ein Merkmal von SR-Modellen.

Die Lumix DMC-G1 wiegt nur 380 Gramm und kommt auf eine Auflösung von 12,1 Megapixeln. Sie beherrscht Gesichtserkennung sowie einen schnellen Autofokus, der die Schärfe der Aufnahme schon vor dem Andrücken des Auslösers berechnet. Das Besondere ist jedoch: Mithilfe eines Adapters lassen sich herkömmliche Objektive des Four-Thirds-Systems anschließen. Four-Thirds beschreibt einen vor allem auf SR-Kameras abgestimmten Standard.

Dieser Standard bestimmt neben Sensorausmaßen und Kommunikationsprotokollen auch das Objektivbajonett. Im November kommt die Lumix DMC-G1 wohl in den Handel. Doch nicht nur zwischen den Klassen der Kompakt- sowie der SR-Kameras gibt es Innovationen, auch in den Klassen selbst stellen die Hersteller auf der Photokina Innovationen vor.

Die SR-Modelle sind mit weiteren Funktionen ausgestattet worden, eine Kamera kann sogar Videos aufzeichnen – in dieser Klasse gab es das bisher noch nicht. Bei den Kompaktmodellen schaffen schon Einsteigergeräte häufig Bildauflösungen von zehn und mehr Megapixeln. Die Steuerung fällt dank Autofokus und eingebauter Assistenten leicht. Mit Bildstabilisatoren gibt es kaum noch verwackelte Aufnahmen.

Casio EX-Z300: Mit dem von Casio eingebauten, neuen Bildprozessor Exilim Engine 3.0 kann die EX-Z300 automatisch dunkle Umgebungen oder Nachtszenen erkennen. Ganz ohne Stativ verringert die Kompaktkamera mögliche Verwacklungen und sorgt für helle, scharfe Porträts und Nachtaufnahmen. Sie erkennt und korrigiert automatisch die Aufnahmen, die unter schwierigen Lichtverhältnissen aufgenommen worden sind. Dazu zählen auch Gegenlichtaufnahmen von Personen, bei denen häufig die Gesichter zu dunkel erscheinen.

Casio hat sich auf Personenfotos konzentriert. So gibt es eine “Make Up Shot”-Funktion. Damit sieht die Haut der aufgenommenen Person glatter aus. Gleichzeitig sind weniger durch starkes Sonnenlicht oder Lichteinstrahlung verursachte Schatten im Gesicht zu sehen. Die Funktion lässt sich in zwölf Stufen – von leicht bis stark – einstellen.

Der Anwender kann das Ergebnis jeweils während der Aufnahme im drei Zoll großen Farbdisplay einsehen. Videos in hoher Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln kann die Casio-Kamera außerdem aufnehmen. Sie nutzt dabei den Videostandard H.264, mit dem Videos nach neuer Kompressionstechnologie gedreht werden können.

Olympus µ1050 SW: Diese Kompaktkamera ist wasserdicht bis zu drei Meter Tiefe und frostsicher bis zu minus zehn Grad Celsius. Für die Anwendung in solcher Kälte hat sie der Hersteller mit der “Tab-Control”-Funktion für die Nutzung mit dickem Handschuh produziert. Darüber lassen sich Kamerafunktionen durch Antippen seitlich und oben am Kameragehäuse steuern. So können der Quick-View-Modus aktiviert, Bilder angeschaut und Blitz oder Schattenaufhellung per Berührung genutzt werden.

Wer schöne Landschaften in ihrer ganzen Breite aufnehmen möchte, kann die Panorama-Funktion nutzen. Dabei werden einzelne Aufnahmen automatisch zu einem 130-Grad-Panorama zusammengefügt. Der Fotograf muss lediglich den ersten Bildausschnitt festlegen und einmal auslösen. Wird die Kamera danach in eine Richtung bewegt, erscheint eine Zielmarke. Sobald sich diese im Fadenkreuz auf dem Display zeigt, löst die Kamera automatisch aus. Im Lieferumfang ist ein Adapter enthalten, um xD-Picture- und microSD-Cards als Speichermedien einzusetzen.

Nikon D90: Im wachsenden Markt der Spiegelreflexkameras beanspruchen Canon und Nikon etwa die Hälfte des Marktes für sich. Diese Kameraklasse ist durch die wechselbaren Objektive und Systemzubehör besonders flexibel, kostet aber deutlich mehr als eine Kompaktkamera. Der Möglichkeit, das Bild bei der Aufnahme genau zu gestalten und zu kontrollieren, durch den Sucher oder über den Bildschirm, steht ein relativ hohes Gewicht gegenüber.

Die Nikon D90 ist eine echte Messeneuheit. Die Mittelklasse-Kamera erinnert in der Bedienung an die halbprofessionelle D300 und bietet viel Ausstattung zu einem attraktiven Preis. Eine Aufnahme zerlegt die D90 in 12,3 Millionen Bildpunkte. Damit sind extreme Bildvergrößerungen und großformatige Abzüge kein Problem. Das unkomprimierte Bildformat RAW soll beste Bildqualität bieten. Bilder lassen sich über den großen Drei-Zoll-Monitor auch während der Aufnahme als Liveview gut kontrollieren.

Die Belichtungsautomatik reicht von 30 Sekunden bis zu einer 1/4000 Sekunde, die Empfindlichkeit von 100 bis 6400 ISO. Damit sind auch scharfe Aufnahmen bei sehr wenig Licht und ohne Blitz möglich. Dank sehr kurzer Auslöseverzögerung schafft die Nikon bis zu 4,5 Bilder pro Sekunde. Interessant ist die Möglichkeit, Videos in hoher Auflösung aufzunehmen.

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Das ist in dieser Kameraklasse eine echte Neuheit. Dabei wird der Ton jedoch nur in Mono aufgezeichnet. Bilder und Videos lassen sich über eine HDMI-Schnittstelle auf einen Fernseher übertragen oder auf einer SD-Karte mit hoher Kapazität speichern (SDHC). SanDisk bietet zur Messe die ersten, extraschnellen SDHC-Karten an, die für die großen Datenströme der D90 gerüstet sind.

Samsung GX-20: Mit der GX-20 tritt Samsung erstmals mit einer Spiegelreflexkamera auf, um mit Nikon und Canon zu konkurrieren. Doch der Systemwechsel fällt vielen Fotografen schwer, wenn sie nicht nur Kamera und Objektiv, sondern auch ihr Zubehör neu kaufen müssen. An die GX-20 lassen sich daher nicht nur Objektive mit Samsung-Logo anschließen, sondern alle, die an ein Pentax-KAF-Bajonett passen. Samsung bietet sie mit Weitwinkel- und Telezoom an. Für Videoaufzeichnung taugt die GX-20 nicht.

Die GX-20 löst Bilder in 14,6 Millionen Punkte auf, etwas mehr als die Nikon. In der Praxis macht das aber kaum einen Unterschied. Auch bei der GX-20 stehen RAW- und Jpeg-Format zur Wahl. Der Monitor ist etwas kleiner als bei der Nikon und bietet eine gröbere Auflösung, ist aber für die schnelle Bildbeurteilung völlig ausreichend. Das klappt auch vor und während der Aufnahme im Liveview-Modus. Bis zu drei Bilder pro Sekunde sind im Serienbild-Modus möglich. Mit 710 Gramm ist die Samsung-Kamera zwar recht schwer, liegt damit aber ruhig in der Hand.

==> Welt-Online


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