Welt am Sonntag, Welt-Online 19.10.2008
Zahlreiche neue Geräte helfen, den Garten winterfest zu machen. Die Maschinen arbeiten leise und sind einfach zu bedienen. Mithilfe ergonomischer Tricks können Hobbygärtner ohne viel Kraftaufwand Hecken schneiden und Beete umgraben.
Etwa sieben Millionen Hobbygärtner werden an diesem und den kommenden Wochenenden versuchen, ihre Gärten winterfest zu machen. Hecken sind zu schneiden, herabgefallene Zweige zu häckseln, und Laub ist zu beseitigen. Die Hersteller haben einige neue Produkte im Angebot, mit denen die Arbeit erleichtert werden soll.
Dazu gehören erste Motorsägen, die mit einem Akku betrieben werden. Damit lassen sich auch dicke Äste einfach und schnell durchtrennen. Neben den mechanischen Ast- und Strauchscheren mit Teleskopstiel gibt es mittlerweile auch mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene Geräte, um die Arbeit deutlich zu vereinfachen. Diese Akkus setzen die Hersteller ein, da sie keinen Memory-Effekt haben und über eine längere Zeit nutzbar sind als bisher verwendete Akkus. Hersteller Bosch hat in einer Umfrage ermittelt, dass mehr als 60 Prozent der Gartenliebhaber die Geräte mit Akku bevorzugen, zum Beispiel Ast- und Heckenscheren.
Der sperrige Schnittabfall kommt dann in einen Häcksler, um ihn zu Mulch oder Kompost verarbeiten zu können. Die Produzenten der Gartentechnik haben dieses Jahr nicht nur leistungsfähigere Häcksler im Programm, die Walzen- oder Turbinenmaschinen sind auch deutlich leiser als die Vorgängermodelle. Mit größeren Rädern und besseren Haltegriffen lassen sie sich auch besser zum Arbeitsort schieben. Bei einigen Modellen können die Gärtner die Trichter und Ständerfüße so einklappen, dass der Häcksler gut unter den Arbeitstisch in der Werkstatt passt.
Für Besitzer eines Teichs gibt es Teichschlammsauger, mit denen sie Algen, Pflanzenreste, Laub von der Oberfläche und den am Grund sitzenden Teichschlamm entfernen können. Mit Laubfangnetzen und Eisfreihaltern lassen sich die Gartengewässer wirksam über die Winterzeit schützen. Auch neue Rasenmäher sind im Angebot, die nur noch leise schnurrend arbeiten und den Rasen gleichmäßig auf etwa zwei Zentimeter stutzen. Kürzer sollten Hobbygärtner ihr Grün nicht mähen, damit Frost den Rasen nicht zu sehr angreifen kann,
Trotz moderner Technik müssen Hobbygärtner noch immer ihre Rasenmäher warten und pflegen, um sie im Frühjahr sofort wieder einsetzen zu können. Am besten ist es, die Maschine unter einer Plane, an einem frostsicheren und trockenen Ort zu lagern. Direkt nach dem letzten Rasenschnitt vor der Winterpause sollten Schmutz und Grasreste, bei ausgeschaltetem Gerät, mit einem Holz- oder Plastikspachtel entfernt werden. Anschließend ist der Rasenmäher mit Bürste und Pflegemittel zu reinigen.
Bei einem Benzinmäher muss der Tank völlig entleert werden. Der Besitzer sollte dann das restliche Benzin noch mit einem fusselfreien Tuch aufsaugen. Ein weiterer Tipp: Nach Herausschrauben der Zündkerze einen Esslöffel Motoröl in den Zylinder gießen. Damit sich das Öl gut verteilt, langsam am Startergriff den Motor des Benzinmähers durchgehen lassen, um das Öl zu verteilen. Danach die Zündkerze wieder einschrauben.
Angesichts der demografischen Entwicklung haben die meisten Hersteller Senioren als wichtige Zielgruppe entdeckt, die häufig und ausdauernd im Garten arbeiten. Wegen der bei einigen eingeschränkten Leistungsfähigkeit sollten die Geräte einfach zu handhaben und leicht sein. Diesen Trend nennen die Marketingexperten der Maschinenhersteller “easy gardening”. Manche Geräte sind nicht mehr so sperrig und wuchtig wie früher und sind aus leichtem, aber weiterhin stabilem Material gefertigt. Darüber hinaus gibt es fast alle Maschinen auch in kleinen Ausführungen, zum Beispiel Hand-Heckenscheren.
Außerdem haben die Hersteller zum Beispiel Heckenscheren mit schwenkbaren Schneidköpfen, Teleskopstiel und drehbaren Griffen ausgestattet. Damit kommen Hobbygärtner ohne viel Kraftaufwand in die hintersten Winkel einer Hecke. Bei manchen Unkrautstechern haben die Hersteller gebogene Griffe anbringen lassen. Dadurch können Gärtner sie mit halb geöffneter und daher entspannter Hand schieben oder ziehen, da sich der ganze Arm bewegt. Bessere Handhabung hilft auch beim ansonsten so kraftraubenden Umgraben. Dazu ist bei neuen Spaten das Spatenblatt einfach ein wenig versetzt zum Stiel angebracht. Das erleichtert das Einstechen und Drehen der Schaufel ganz erheblich.
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Verfasst von gnedden