Technische Helfer beim Buddeln und Schneiden

12. November 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 19.10.2008

Zahlreiche neue Geräte helfen, den Garten winterfest zu machen. Die Maschinen arbeiten leise und sind einfach zu bedienen. Mithilfe ergonomischer Tricks können Hobbygärtner ohne viel Kraftaufwand Hecken schneiden und Beete umgraben.

Von Guido Nedden

Etwa sieben Millionen Hobbygärtner werden an diesem und den kommenden Wochenenden versuchen, ihre Gärten winterfest zu machen. Hecken sind zu schneiden, herabgefallene Zweige zu häckseln, und Laub ist zu beseitigen. Die Hersteller haben einige neue Produkte im Angebot, mit denen die Arbeit erleichtert werden soll.

Dazu gehören erste Motorsägen, die mit einem Akku betrieben werden. Damit lassen sich auch dicke Äste einfach und schnell durchtrennen. Neben den mechanischen Ast- und Strauchscheren mit Teleskopstiel gibt es mittlerweile auch mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene Geräte, um die Arbeit deutlich zu vereinfachen. Diese Akkus setzen die Hersteller ein, da sie keinen Memory-Effekt haben und über eine längere Zeit nutzbar sind als bisher verwendete Akkus. Hersteller Bosch hat in einer Umfrage ermittelt, dass mehr als 60 Prozent der Gartenliebhaber die Geräte mit Akku bevorzugen, zum Beispiel Ast- und Heckenscheren.

Der sperrige Schnittabfall kommt dann in einen Häcksler, um ihn zu Mulch oder Kompost verarbeiten zu können. Die Produzenten der Gartentechnik haben dieses Jahr nicht nur leistungsfähigere Häcksler im Programm, die Walzen- oder Turbinenmaschinen sind auch deutlich leiser als die Vorgängermodelle. Mit größeren Rädern und besseren Haltegriffen lassen sie sich auch besser zum Arbeitsort schieben. Bei einigen Modellen können die Gärtner die Trichter und Ständerfüße so einklappen, dass der Häcksler gut unter den Arbeitstisch in der Werkstatt passt.

Für Besitzer eines Teichs gibt es Teichschlammsauger, mit denen sie Algen, Pflanzenreste, Laub von der Oberfläche und den am Grund sitzenden Teichschlamm entfernen können. Mit Laubfangnetzen und Eisfreihaltern lassen sich die Gartengewässer wirksam über die Winterzeit schützen. Auch neue Rasenmäher sind im Angebot, die nur noch leise schnurrend arbeiten und den Rasen gleichmäßig auf etwa zwei Zentimeter stutzen. Kürzer sollten Hobbygärtner ihr Grün nicht mähen, damit Frost den Rasen nicht zu sehr angreifen kann,

Trotz moderner Technik müssen Hobbygärtner noch immer ihre Rasenmäher warten und pflegen, um sie im Frühjahr sofort wieder einsetzen zu können. Am besten ist es, die Maschine unter einer Plane, an einem frostsicheren und trockenen Ort zu lagern. Direkt nach dem letzten Rasenschnitt vor der Winterpause sollten Schmutz und Grasreste, bei ausgeschaltetem Gerät, mit einem Holz- oder Plastikspachtel entfernt werden. Anschließend ist der Rasenmäher mit Bürste und Pflegemittel zu reinigen.

Bei einem Benzinmäher muss der Tank völlig entleert werden. Der Besitzer sollte dann das restliche Benzin noch mit einem fusselfreien Tuch aufsaugen. Ein weiterer Tipp: Nach Herausschrauben der Zündkerze einen Esslöffel Motoröl in den Zylinder gießen. Damit sich das Öl gut verteilt, langsam am Startergriff den Motor des Benzinmähers durchgehen lassen, um das Öl zu verteilen. Danach die Zündkerze wieder einschrauben.

Angesichts der demografischen Entwicklung haben die meisten Hersteller Senioren als wichtige Zielgruppe entdeckt, die häufig und ausdauernd im Garten arbeiten. Wegen der bei einigen eingeschränkten Leistungsfähigkeit sollten die Geräte einfach zu handhaben und leicht sein. Diesen Trend nennen die Marketingexperten der Maschinenhersteller „easy gardening“. Manche Geräte sind nicht mehr so sperrig und wuchtig wie früher und sind aus leichtem, aber weiterhin stabilem Material gefertigt. Darüber hinaus gibt es fast alle Maschinen auch in kleinen Ausführungen, zum Beispiel Hand-Heckenscheren.

Außerdem haben die Hersteller zum Beispiel Heckenscheren mit schwenkbaren Schneidköpfen, Teleskopstiel und drehbaren Griffen ausgestattet. Damit kommen Hobbygärtner ohne viel Kraftaufwand in die hintersten Winkel einer Hecke. Bei manchen Unkrautstechern haben die Hersteller gebogene Griffe anbringen lassen. Dadurch können Gärtner sie mit halb geöffneter und daher entspannter Hand schieben oder ziehen, da sich der ganze Arm bewegt. Bessere Handhabung hilft auch beim ansonsten so kraftraubenden Umgraben. Dazu ist bei neuen Spaten das Spatenblatt einfach ein wenig versetzt zum Stiel angebracht. Das erleichtert das Einstechen und Drehen der Schaufel ganz erheblich.

=> Welt-Online


Komfortable Gartenpflege

16. April 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 30.03.2008

Von Guido Nedden

Leistungsfähige Akkus machen Hobbygärtner beim Mähen unabhängig vom Stromkabel. Gleichzeitig kümmert sich Software darum, den Rasen und die Beete zu bewässern. Die neue Technik ist intelligent, aber teuer

Auch Hobbygärtner müssen nicht mehr Benzingestank ertragen oder befürchten, das Stromkabel ihres Rasenmähers zu überfahren. Stattdessen können sie Maschinen und Werkzeuge mit eingebauten Akkus verwenden. Mittlerweile haben Techniker die Stromspeicher derart verbessert, dass sie selbst für große Geräte ausreichend Energie zur Verfügung stellen. Sie liefern Strom unter anderem für Trimmer sowie Gras- und Heckenscheren.

In den meisten Mähern werden noch schwere Bleiakkus eingesetzt, die mehr Leistung bringen als die praktischen Lithium-Ionen-Akkus, die in kurzer Zeit wieder aufgeladen sind und, anders als die Bleiakkus, keinen Memory-Effekt haben. Der Effekt tritt auf, wenn die Akkus häufig nur zum Teil entladen werden. Sie „merken“ sich diesen Zustand, lassen sich nicht mehr ganz aufladen und verlieren dadurch an Leistungsfähigkeit.

Bei großen Gartenflächen sind Akkus nicht immer sinnvoll einsetzbar. In manchen Modellen reicht der Strom nur ein oder zwei Stunden. Für intensive Rasenpflege kann das zu wenig sein. Helfen können Wechselakkus, die sich im besten Fall auch für Werkzeuge im Bastelkeller einsetzen lassen. Damit zum Beispiel Heckenscheren nicht zu schwer werden, bieten die Hersteller außerdem Akkus an, die sich Gärtner um die Schulter hängen können.

Verbessert haben die Hersteller außerdem die Kontrolle der Geräte. Bewässerungssysteme zum Beispiel lassen sich durch Computer steuern. Nach den Staubsauger- und Kehrrobotern für den Haushalt gibt es seit einigen Jahren auch Mähmaschinen, die automatisch den Rasen kürzen können. Die Hersteller bieten für die Gartensaison 2008 zahlreiche neue, verbesserte Modelle an. Computertechnik kommt auch bei der Bewässerung des Gartens zum Einsatz.

Gardena zum Beispiel hat Pumpsysteme im Angebot, die sich über eingebaute Minicomputer programmieren lassen. Damit können die Hobbygärtner einstellen, wann und in welchem Maße der jeweilige Gartenabschnitt oder die jeweilige Pflanze bewässert werden soll. Auch die Pumpe im Gartenteich lässt sich darüber programmieren.

Es geht auch nicht immer nur um mehr Leistungsfähigkeit der Akkus und somit der Geräte. Viele Elektrovertikutierer zum Beispiel waren bislang zu stark. Sie haben nicht einfach nur den Rasen belüftet und das Moos entfernt, sondern gleich den ganzen Rasen umgepflügt. In neuen Modellen haben die Hersteller die Kraft der Elektromotoren wieder verringert.

Wer beim Plaudern am Gartenzaun den Nachbarn beeindrucken möchte, kann sich auch einen Mäher mit Benzinmotor kaufen. Der neue, 5,5 PS starke 54er des Herstellers Sabo zum Beispiel hat besonders breite Reifen sowie einen Frontaufprall- und seitlichen Scheuerschutz. Das schützt nicht nur vor Stößen an Mauerecken, es sieht auch schnittig aus. Der Mäher kommt auf fünf Kilometer pro Stunde, schafft 30-Grad-Neigungen und bietet eine siebenstufige Schnitthöheneinstellung. Das sollte reichen im Wettbewerb mit dem Elektromäher des Nachbarn.

==> Quelle: Welt.de