Notebooks sind mehr als eine Klappkiste zum Arbeiten

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 21.02.2010

Von Guido Nedden

Über Laptops im Wohnzimmer lassen sich Musik, Videos und Fernsehen steuern. Statt schmuckloser Rechenschachteln zum Aufklappen sind auf der Cebit nächste Woche formschöne Notebooks im edlen Karbongehäuse zu sehen. Sie sollen nicht nur den Schreibtisch-Computer ersetzen, sondern die ganze Multimedia-Vielfalt im Wohnzimmer steuern. Optisch auffällig ist vor allem, dass die auf der Cebit vorgestellten Notebooks noch flacher sind als derzeit verfügbare Modelle. Möglich wird dies durch neue Technik. Zum einen sind die zentralen Recheneinheiten und Prozessoren deutlich kleiner geworden, obwohl sie mehr leisten.

Statt schmuckloser Rechenschachteln zum Aufklappen sind auf der Cebit nächste Woche formschöne Notebooks im edlen Karbongehäuse zu sehen. Sie sollen nicht nur den Schreibtisch-Computer ersetzen, sondern die ganze Multimedia-Vielfalt im Wohnzimmer steuern.

Optisch auffällig ist vor allem, dass die auf der Cebit vorgestellten Notebooks noch flacher sind als derzeit verfügbare Modelle. Möglich wird dies durch neue Technik. Zum einen sind die zentralen Recheneinheiten und Prozessoren deutlich kleiner geworden, obwohl sie mehr leisten. Zum anderen sorgen winzige Leuchtdioden für die Hintergrundbeleuchtung des Displays. Dadurch verbessern sich außerdem Kontrastwerte, Bildqualität und Auflösung.

Optimiert haben die Hersteller außerdem die Musikwiedergabe. Ein Beispiel dafür ist das Modell NX90 von Asus, das David Lewis, Designer bei Bang & Olufsen, mit entwickelt hat. Eingebaut ist Sonic-Focus-Technik, die für natürlichen und klaren Klang sorgen soll. Auch die Bedienung des Rechners ist auf Musikfreunde zugeschnitten. Statt des üblichen Touchpads in der Mitte gibt es zwei berührungsempfindliche Flächen an den Seiten. Damit können Nutzer unter anderem die Musikwiedergabe wie ein Discjockey mit zwei Plattentellern steuern. Platz für reichlich Musik ist ebenfalls vorhanden, die Festplatte fasst knapp 1,3 Terabyte.

Zur Ausstattung gehört außerdem ein sehr großer Bildschirm mit voller HD-Auflösung. Für den mobilen Einsatz ist das NX90 nur bedingt geeignet: Der Rechner, der ab April im Handel für etwa 2000 Euro angeboten wird, wiegt stattliche fünf Kilogramm.

Die neuen Notebooks bieten Käufern nicht nur besseren Klang, sondern auch lebendigere Bilder. Ganz besonders im Trend ist die 3-D-Darstellung. Mit dem Aspire 5740D stellt Acer auf der Cebit ein solches Modell für räumliches Sehen vor. Der Hersteller hat das Display mit einem speziellen Film beschichtet. Die im Lieferumfang enthaltene Polarisationsbrille filtert die Bilder, um einen 3-D-Effekt zu erzielen. Wer die Software Def 3D-Experience installiert, sieht auch zweidimensionale Bilder in 3D und braucht für die Darstellung keine spezielle Grafikkarte. Zur weiteren Ausstattung des knapp 800 Euro teuren Notebooks gehören ein acht Gigabyte großer Arbeitsspeicher, ein DVD-Laufwerk, WLAN und ein Ausgang für hochauflösendes Videomaterial.

Damit die Klapprechner die zahlreichen Multimedia-Daten auch komfortabel im Wohnzimmer auf die Empfangsgeräte schicken können, haben die Hersteller ihnen moderne Funktechnik einbauen lassen. Zu den Anbietern solch aufgerüsteter Modelle gehört Sony mit neuen Rechnern der Vaio-Z-Reihe. Im leichten und robusten Gehäuse aus Kohlenstofffasern ist neben einem 13 Zoll großen Bildschirm auch ein Modul für kabelloses Netzwerken (WLAN) integriert – und zwar in der neuen N-Version, die besonders schnell Daten überträgt. Damit Websurfen nicht nur im heimischen Wohnzimmer oder an einigen WLAN-Hotspots, sondern auch unterwegs an jedem Ort möglich ist, gehört zur Ausstattung ab Werk zusätzlich ein Empfänger für Mobilfunk, der die schnelle HDPA-Technik nutzt.

Websurfen über Mobilfunk und das Abspielen von Musik und Videos auf den großen und hochauflösenden Bildschirmen kostet jedoch viel Strom. Daher hat Sony zusätzlich einen HD-Grafikchip von Intel in seine Z-Notebooks eingebaut. Wird beim Websurfen oder der Textverarbeitung keine große Grafikleistung benötigt, schaltet der Rechner automatisch auf diese Karte um und drosselt somit den Stromverbrauch.

An Bord der Z-Rechner sind zudem DVD-Brenner, Webcam sowie ein Fingerabdrucksensor. Außerdem ist bei Sonys neuen Notebooks ein weiterer Trend zu beobachten: Taugten Flashspeicher wegen ihrer geringen Speicherkapazität früher nur für kleine MP3-Player, ersetzen sie mittlerweile die störanfälligen Festplatten. In den Z-Notebooks fassen sie immerhin schon mehr als 250 Gigabyte.

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Neue Technik kurz vorgestellt: Stromadapter im Kleinformat

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 17.01.2010

Von Guido Nedden

Auch über die Stromleitung im Haus lassen sich Daten vom Computer zum Drucker oder aus dem Internet auf den Rechner leiten. Für die Powerline genannte Technik hat Devolo mit dem 200 AVmini (knapp 60 Euro) jetzt einen besonders schmalen Adapter entwickelt, der lediglich drei Zentimeter dick ist. Die Übertragungsrate beträgt nach Devolo-Angaben schnelle 200 Megabit pro Sekunde.

Auch über die Stromleitung im Haus lassen sich Daten vom Computer zum Drucker oder aus dem Internet auf den Rechner leiten. Für die Powerline genannte Technik hat Devolo mit dem 200 AVmini (knapp 60 Euro) jetzt einen besonders schmalen Adapter entwickelt, der lediglich drei Zentimeter dick ist. Die Übertragungsrate beträgt nach Devolo-Angaben schnelle 200 Megabit pro Sekunde.

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Neue Technik kurz vorgestellt: Fernsehen wird bunter

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 17.01.2010

Von Guido Nedden

Sharp baut in seine neuen TV-Modelle der Aquos-Reihe einen zusätzlichen Farbfilter ein. In herkömmlichen Modellen sind grüne, blaue und rote Filter integriert, künftig sollen gelbe Folien hinzukommen. Nach Angaben Sharps lassen sich damit Hauttöne besser darstellen und Farben natürlicher wiedergeben.

Sharp baut in seine neuen TV-Modelle der Aquos-Reihe einen zusätzlichen Farbfilter ein. In herkömmlichen Modellen sind grüne, blaue und rote Filter integriert, künftig sollen gelbe Folien hinzukommen. Nach Angaben Sharps lassen sich damit Hauttöne besser darstellen und Farben natürlicher wiedergeben. Außerdem vergrößert sich der Farbumfang deutlich. Sharp erhöht gleichzeitig die Bildrate auf 240 Hertz, um die Darstellung zu verfeinern. Die neuen Geräte sind internetfähig. Damit lassen sich Videos aus dem Netz auf dem Bildschirm des TV-Geräts wiedergeben. Für die Hintergrundbeleuchtung verwendet Sharp künftig Leuchtdioden. Das soll den Stromverbrauch senken und ermöglicht eine flache Bauweise.

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Neue Technik kurz vorgestellt: Durchsichtige Displays

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 17.01.2010

Von Guido Nedden

Einen fast vollständig transparenten Computerbildschirm hat Samsung präsentiert. Durch 40 Prozent der Displayfläche können Betrachter auf den Hintergrund blicken, sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Rechner. Das Gehäuse des 14 Zoll großen Prototyps ist ebenfalls durchsichtig, es gibt damit den Blick auf die eingebaute Technik frei.

Einen fast vollständig transparenten Computerbildschirm hat Samsung präsentiert. Durch 40 Prozent der Displayfläche können Betrachter auf den Hintergrund blicken, sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Rechner. Das Gehäuse des 14 Zoll großen Prototyps ist ebenfalls durchsichtig, es gibt damit den Blick auf die eingebaute Technik frei. Dazu gehören energiesparende organische Leuchtdioden, die für die detailreiche Darstellung der Bildschirminhalte sorgen. Geplant ist, solche Displays in Notebooks und MP3-Playern einzubauen. Auch ließen sich damit Displays auf die Frontscheibe eines Autos montieren, ohne die Sicht des Fahrers zu beeinträchtigen. Zu einem möglichen Marktstart machte Samsung keine Angaben.

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Technik-Wunschzettel: Mit den neuen Smartphones kommt wirklich jeder zurecht

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 20.12.2009

Von Guido Nedden

Trotz zahlreicher Funktionen überzeugen die Handys der Oberklasse durch einfache Bedienbarkeit.Multimedia-Alleskönner sind aber noch nicht dabei. Hinter verschlossenen Glasvitrinen waren sie auf einigen Fachmessen schon zu sehen, in die Hand nehmen durften Besucher die neue Generation von Mobiltelefonen jedoch nicht. Auf Fragen nach Details wiegten die Samsung-Manager die Köpfe nur wissend hin und her. Auskunft gaben sie aber nicht.

Trotz zahlreicher Funktionen überzeugen die Handys der Oberklasse durch einfache Bedienbarkeit. Multimedia-Alleskönner sind aber noch nicht dabei.

Hinter verschlossenen Glasvitrinen waren sie auf einigen Fachmessen schon zu sehen, in die Hand nehmen durften Besucher die neue Generation von Mobiltelefonen jedoch nicht. Auf Fragen nach Details wiegten die Samsung-Manager die Köpfe nur wissend hin und her. Auskunft gaben sie aber nicht. Nach und nach tauchen jetzt Informationen zu den neuen Modellen auf, die auch Sony-Ericsson im kommenden Jahr anbieten will: Handys, mit denen die Besitzer nicht nur Musik hören und Fotos schießen, sondern endlich auch längere Videos in sehr hoher Auflösung drehen können.

Noch lassen sich mit Mobiltelefonen nur Kurzclips aufzeichnen, die selbst auf dem kleinen Handydisplay verwaschen und schmuddelig aussehen. Mit den für 2010 geplanten Modellen dagegen werden die Filme selbst auf einem großen Flachbildschirm gut dargestellt. Wegen des Platzmangels im Handygehäuse wird die Optik zwar nicht ganz an die eines guten Camcorders heranreichen, mit einer Auflösung von 720 mal 1280 Bildpunkten dürfte die Qualität aber mehr als passabel sein.

Helfen dürften zwei weitere technische Details, die schon jetzt bei Smartphones der Oberklasse zu finden sind. Zum einen lassen sich neue Funktionen über Internet als Software auf Handys laden. Solche Apps helfen unter anderem dabei, besser mit Multimedia-Dateien umzugehen. Zum zweiten verbauen die Hersteller verstärkt Computertechnik in die Smartphones. Damit stehen fast alle Anwendungen zur Verfügung, die auch ein Rechner ermöglicht. Einige davon sind auch in die bereits erhältlichen Smartphones integriert, und das nicht nur in Apples iPhone.

Palm Pre

Einen handlichen Mini-Computer hat Palm mit dem Pre entwickelt und sich damit eindrucksvoll als Smartphone-Anbieter zurückgemeldet. Bei dem 480 Euro teuren Modell zeigt sich, welche Vorteile Computertechnik bringt: Das Betriebssystem sorgt dafür, dass Multitasking gut funktioniert, viele Programme laufen gleichzeitig ab. Auch bei ausgeschaltetem Gerät können Mails, Chat-Nachrichten und Twitter-Meldungen empfangen werden. Anders als bei Windows Mobile sind geschlossene Programme auch wirklich deaktiviert und geben Platz im Arbeitsspeicher frei. Ein weiterer Vorteil: Das Pre ist nicht mit einer Sperre ausgestattet und kann daher an jeden Computer angeschlossen werden, um Daten zu tauschen.

Interessant ist die Möglichkeit, über die “Touchstone”-Ladestation (70 Euro) den Akku kabellos aufzuladen. Dazu wird das Palm Pre einfach auf die Ladeschale gelegt und bekommt Strom über Induktion zugeführt. Im Gegensatz zum Apple iPhone ist auch die Texteingabe einfach. Pre-Nutzer müssen sich nicht mit einer virtuellen Tastatur auf dem Display herumärgern, sie können dazu eine Tastatur unter dem Bildschirm hervorschieben. Die Tasten haben einen deutlichen Druckpunkt, Umlaute lassen sich aber nur umständlich eingeben. Ein weiteres Ärgernis beim Palm Pre: Der Speicher kann nicht über eine eingesteckte Speicherkarte erweitert werden.

HTC

Ebenfalls viel Computertechnik steckt im HD2 (620 Euro) von HTC, und zwar eine besonders schnelle. Der Ein-Gigahertz-Prozessor sorgt dafür, dass sich Software schnell öffnet und viele Programme gleichzeitig laufen können. Auch Kontakte lassen sich übersichtlich verwalten und bedienen. Unter dem Eintrag können die Nutzer auf unterschiedlichen Wegen mit dem gewünschten Gesprächspartner in Kontakt treten, zum Beispiel über SMS, E-Mail, die Profilseite Facebook oder per Telefon.

Ein weiterer Pluspunkt ist das hochauflösende Display, das detailreiche Bilder und große Bildausschnitte zeigt. Das erspart dem Nutzer das leidige Scrollen auf Webseiten. Der berührungsempfindliche Bildschirm reagiert schnell auf Eingaben. Außerdem lässt sich das HD2 bequem als Navigationsgerät einsetzen. Mit einer anderen Rückenplatte passt es in die Halterung im Auto. Sobald das Smartphone einrastet, zeigt die Benutzeroberfläche automatisch ein Menü in leicht bedienbarem Format. Gleichzeitig beginnt das HD2 damit, Daten zur Navigation zu laden. Ein wenig Spielerei ist auch dabei: Auf Wunsch ändert sich der Startbildschirm nach aktueller Wetterlage. Bei Regen blickt die Animation etwas finster drein, bei Sonnenschein freundlich.

Nokia N900

Das neue Nokia-Modell ist ein kleiner Computer, der auch telefonieren kann. Es ist auch kaum noch als Smartphone zu bezeichnen, eher als sogenanntes Internet-Tablet, also ein handliches Gerät zum Websurfen. Damit hat Nokia endlich ein Mobiltelefon entwickelt, das es mit Apples iPhone aufnehmen kann. An der mangelnden technischen Qualität liegt es sicher nicht, dass Nokia zahlreiche Marktanteile in den vergangenen Jahren abgegeben hat, nur bei Design und Software hinkte der Hersteller hinterher.

Mit dem N900 (knapp 600 Euro) ändert sich das. Trotz der zahlreichen Funktionen an Bord ist es schmal und handlich. Außerdem läuft erstmals auf einem Nokia-Telefon das Betriebssystem Maemo, für das Entwickler Anwendungen schreiben und verkaufen können, ähnlich wie die Apps für Apples iPhone. Das wird auf Dauer die Funktionsvielfalt deutlich erweitern. Auch als Schreibmaschine taugt das N900. Für einfache Texteingabe gibt es neben dem berührungsempfindlichen Display eine Tastatur zum Herausschieben.

Blackberry Storm2

Das erste Storm-Modell präsentierte der Hersteller mit großem Werbeaufwand, es endete aber als laues Lüftchen. Die praktische Umsetzung des Bedienkonzepts war misslungen, es fielen sogar einige Tasten nach kurzer Zeit ab. Beim Storm 2 sind die Kinderkrankheiten beseitigt. Zum einen ist die Menüführung nachvollziehbar, zum anderen ist das Handy mit einem exzellenten Touchscreen ausgestattet. Das Display unterscheidet zwischen Antippen und Scrollen. Dadurch klickt niemand mehr aus Versehen auf einen Link, obwohl er nur die Webseite verschieben wollte.

Während im Oberklasse-Segment die technische Aufrüstung noch lange nicht abgeschlossen ist, specken die Hersteller ihre einfachen Modelle weiter ab. Ein Beispiel dafür ist Nokias 1616, der Gegenentwurf zum Smartphone. Äußerlich unterscheidet es sich nur wenig von einem modernen Mobiltelefon, es fehlen aber Standards wie Kamera und USB-Anschluss zum Datenaustausch. Dafür kostet das 80 Gramm leichte Anti-iPhone auch nur 29 Euro.

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Die Harke kann im Keller bleiben

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 11.10.2009

Von Guido Nedden

Akkubetriebene, leicht bedienbare Kombigeräte helfen dabei, Garten und Haus winterfest zu machen – eine Produktübersicht

Statt für viel Geld zu verreisen, wollen die Deutschen Haus und Hof renovieren und verschönern. Bau- und Heimwerkermärkte verbuchen trotz Wirtschaftskrise gute Umsätze, vor allem bei Pflanzen und Gartengeräten, und der positive Trend dürfte sich fortsetzen. Nach einer Prognose der Unternehmensberatung BBE Retail legt der Markt, Gardening genannt, bis 2013 um etwa vier Prozent zu.

Da fast 20 Prozent der Gartenbesitzer zu der er als einkommensstark geltenden Gruppe der 50- bis 70-Jährigen gehören, hoffen die Unternehmen nicht nur auf gute Erlöse, sie stellen sich auch technisch auf die Kundschaft ein: durch akkubetriebene, leichte Kombigeräte für den Garten sowie das Werkeln im und am Haus. Denn auch in den eigenen vier Wänden wird mehr als zuvor gebastelt.

Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos im Auftrag von Bosch wollen drei Viertel der Befragten künftig häufiger bei Reparatur- und kreativen Arbeiten im Haus aktiv werden. Auch hier liegen Kombi- und Akkugeräte im Trend, zum Beispiel Boschs Akkuschrauber, Bohrmaschine und Bohrhammer Uneo (160 Euro), der mit einer Akkuladung 100 Schrauben eindreht.

Ohne Benzinmotor und Elektrokabel kommen nicht mehr nur Ast- und Heckenscheren zum Einsatz. Es gibt bereits massive Spaltgeräte, die Kaminholz batteriebetrieben zerkleinern, sowie Heckentrimmer und Rasenmäher. Nach GfK-Handelsdaten hat der Umsatz von Akku-Gartengeräten in Deutschland von 2003 bis 2008 um fast 160 Prozent zugelegt. Ein Grund ist die Vielfalt: Es gibt mittlerweile leistungsfähige Akkus mit 18, 25 und 36 Volt. Außerdem brauchen viele Akkus nur noch eine Stunde, um voll aufgeladen zu werden.

Zu den am meisten nachgefragten Akkuprodukten gehören jedoch noch immer Strauch- und Astscheren. Ein neues Modell zeigt unter anderem Black & Decker mit der GKC1000 (160 Euro), die sich über einen Zweihandgriff bedienen lässt. Da das Schneidwerk mit einer Kette ausgestattet ist, soll die Schere auch bis zu zehn Zentimeter dicke Äste schnell schneiden können. Der Akku schafft mit einer Ladung immerhin 150 Schnitte von Ästen mit 3,5 Zentimeter Durchmesser.

Zu den neuen Kombigeräten gehört das Modell GW 3000 (etwa 110 Euro) von Black & Decker zum Laubsammeln, -blasen und -häckseln. Mit 290 Kilometer pro Stunde pustet das Gerät Laub von der Stelle. Über einen am Saugrohr angebrachten Abkratzer sollen sich nasses Laub und festsitzender Schmutz einfach lösen lassen, ohne dass mit der Hand nachgeholfen werden müsste. Beim Einsaugen zerkleinert das integrierte Laubhäckselwerk automatisch Blätter, Zweige sowie Gras und reduziert deren Volumen um 90 Prozent.

Da Hobbygärtner mittlerweile deutlich mehr wollen, als lediglich die Hecke ein wenig zurechtzustutzen und die Rasenkanten zu begradigen, entwickeln die Hersteller zunehmend Geräte mit hoher Leistungskraft. Selbst hier gibt es bereits Modelle, die im Akkubetrieb laufen. Dazu gehört die Gardena-Kettensäge CST 2018-Li, mit der Hobbygärtner 60 Holzscheite mit acht Zentimeter Durchmesser zurechtschneiden können. Erst danach muss der Akku neu aufgeladen werden. Reicht die Ladung nicht aus, lässt sich ein Wechselakku einsetzen. Die Kette läuft mit vier Meter pro Sekunde ausreichend schnell, um Kaminholz mit dem20 Zentimeter langen Schwert zerkleinern zu können.

In allen neuen Gardena-Kettensägen, auch in den Elektromodellen CST 3518 (120 Euro) und CSI 4020 (170 Euro), hat der Hersteller das Quick-fit-System integriert. Damit lässt sich die Kette über ein Einstellrad in einem Zug spannen und fixieren. Für mehr Sicherheit soll die Kickback-Bremse sorgen, die innerhalb von 0,15 Sekunden die Ketten zum Stehen bringt.

Auch für Gartenabfälle stehen Hobbygärtnern mittlerweile kraftvolle Geräte zur Verfügung, zum Beispiel der Leisehäcksler von Max Bahr, der 240 Euro kostet und auch große Äste zerkleinern kann. Für Kunden, die es im Garten mal so richtig brummen lassen wollen, bietet der Baumarkt Praktiker den Hydraulik-Holzspalter PH 4000 an. Um 25 Zentimeter dicke und knapp 40 Zentimeter lange Stämme zu zerkleinern, bedient sich das Gerät einer Spaltkraft von vier Tonnen. Einschließlich Fahrvorrichtung kostet der Spalter 150 Euro.

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Komfortabel fernsehen

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 30.08.2009

Von Guido Nedden

Tatsächlich haben es die Hersteller geschafft: Die neuen Fernseher sind noch flacher, zeigen schärfere Bilderund bieten einfacheren Zugang zum Internet. Die Trends der TV-Technik auf der Ifa im Überblick

Dem Fernsehzuschauer dürfte künftig selbst der feinste mimische Ausdruck des Schauspielers kaum noch entgehen. Auf der Ifa, die nächste Woche in Berlin eröffnet wird, zeigen die Hersteller von TV-Geräten, wie sehr sie bei der Bildqualität der Fernseher nachlegen konnten. Zusätzlich bieten sie mehr Komfort in der Bedienung und binden das Internet besser ein als bisher. Wie schon seit vielen Jahren versprochen, kann der Fernseher so tatsächlich zur Medienzentrale im Wohnzimmer werden.

LED-Technik

Hintergrundbeleuchtung durch Leuchtdioden gibt es in zwei Varianten. Bei der Edge-Technik sitzen die LEDs am Gehäuserand und strahlen bis zur Mitte des Bildschirms. Dadurch lassen sich Fernseher von nur zwei bis drei Zentimeter Tiefe bauen. Bei Direct-LED sind die LEDs flächig auf dem Hintergrund verteilt und liefern dadurch sehr hohe Kontrastwerte bei niedrigem Stromverbrauch und ebenfalls geringer Bautiefe. Ein Beispiel dafür zeigt LG mit seinem 55-Zoll-Fernseher LH9500 (Preis ist noch unbekannt).

Mit farbigen Leuchtdioden (RGB-LEDs) können die Modelle auch Farben naturgetreu und ohne Verzeichnung wiedergeben. Sharp präsentiert mit dem neuen Aquos LC-XS1E ein solches Modell, das außerdem einen hohen Kontrastwert von eine Million zu eins bietet. In der Variante mit 65 Zoll kostet das Modell aber auch stattliche 12 000 Euro. Die meisten Hersteller setzen aus Preisgründen daher auf weiße LEDs, zum Beispiel Samsung.

200 Hertz

Im vergangenen Jahr stand noch 100-Hertz-Technik im Mittelpunkt der Ifa, jetzt sind die Hersteller schon bei 200 Hertz angekommen. Damit sollen sich Bewegungen fließender darstellen lassen. Der Sprung von 50 auf 100 Hertz war aber deutlicher sichtbarer als der von 100 auf 200 Hertz. Zu den auf der Ifa präsentierten 200-Hertz-Modellen gehören Fernseher von Samsungs 8090-Serie. Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 40 Zoll ist für etwa 2100 Euro im Handel erhältlich.

Internet am Fernseher

Sich am TV-Bildschirm E-Mails durchlesen und Webseiten ansehen zu können, ist nicht neu. Mit vielen auf der Ifa nächste Woche vorgestellten Modellen ist es jedoch bedeutend einfacher als bisher. Philips bietet dazu seine Modellreihe NetTV, bei Samsung heißt dies Medi@2.0, bei Panasonic VieraCast, und Sony nennt die entsprechende Reihe AppliCast.

Für die Philips-Reihe 9700 (mit 52 Zoll für 3300 Euro) haben zahlreiche europäische Partner spezielle Webdienste entwickelt. Dazu gehören YouTube, Ebay, TomTom, MeteoGroup, Netlog, Funspot und MyAlbum. In Deutschland präsentieren mehr als 60 Anbieter entsprechende Services, unter anderem ZDF Mediathek, Tagesschau.de, Bild.de, Welt.de und Kicker.de. Die Angebote sind so aufbereitet, dass Fernsehzuschauer sie auch aus größerer Entfernung gut lesen können. Steuern lassen sich die Funktionen über die Fernbedienung. Eine zusätzliche Set-Top-Box oder ein gesonderter Vertrag sind nicht erforderlich. Voraussetzung ist nur ein DSL-Breitbandanschluss.

Vernetzt wie ein Computer

Damit Fernseher nicht nur Fenster ins Internet, sondern auch zur Medienzentrale im Wohnzimmer werden, sind neue Modelle mit zahlreichen Anschlüssen für externe Geräte und mit reichlich Computertechnik ausgestattet. Zu den gut vernetzten Modellen gehört Loewes TV-Gerät Connect.

Der Fernseher verfügt über eine leicht zugängliche USB-Schnittstelle, um zum Beispiel Speichersticks, Kartenleser für fast alle Formate, externe Festplatten und Digitalkameras anschließen zu können. Eingebaut ist darüber hinaus ein PhotoViewer, um sich Fotos von der Kamera direkt als Diaschau auf dem Bildschirm anzusehen. Gleichzeitig lässt sich vom USB-Speichermedium Musik abspielen. Zusätzlich gibt es Anschlüsse für Camcorder, DVD-Player und Spielekonsole sowie Computer, um sich zum Beispiel Powerpoint-Präsentationen großformatig darstellen zu lassen.

Der Connect Media kann nicht nur drahtgebunden mit anderen Geräten Kontakt aufnehmen, er verfügt auch über ein WLAN-Modul für die Einbindung ins kabellose Netzwerk zu Hause. Über den installierten Network Mediaplayer ist es möglich, auf zentral gespeicherte Digitalfotos, Musik und Videos zuzugreifen und sich Internetradio anzuhören. Schließlich bietet der neue Network Mediaplayer Zukunftssicherheit. Sobald eine neue Version verfügbar ist, kann diese über das Internet mit nur einem Tastendruck an der Fernbedienung heruntergeladen werden.

Neben höherer Bildqualität und mehr Netzwerkfähigkeit bieten einige auf der Ifa vorgestellten Modelle interessante Zusatzfunktionen. Manche Modelle passen die Leuchtkraft des Bildschirms an das Umgebungslicht an, andere reduzieren die Lautstärke, wenn Werbespots gesendet werden. Dazu gehören die SV685D-Geräte von Toshiba. Das Modell mit 55 Zoll großer Bilddiagonale ist ab September für 3500 Euro erhältlich.

Eventuell können Zuschauer Werbeclips künftig kaum noch entgehen. Zumindest wenn sich die neuen Schnittstellen CI-plus für Kabel- und HD+ für Satellitenfernsehen etablieren sollten. In ein Common Interface (CI) passen Smartcards, die TV-Signale entschlüsseln. Mit der neuen Version lassen sich Jugend- und Kopierschutz leichter umsetzen. Gleichzeitig aber ist es Sendern möglich, im TV-Signal Zusatzinformationen unterzubringen. Solche manipulierten Signale können zum Beispiel verhindern, dass Fernsehzuschauer bei aufgenommenen Sendungen die Werbeblöcke überspringen.

Auch lassen sich Aufnahmen von Programmen und einzelnen Sendungen ganz unterbinden, oder die Aufzeichnung löscht sich selbst nach Stunden oder Tagen automatisch. In einigen Fernsehern ist die neue CI-plus-Technik bereits eingebaut. Es handelt sich um Geräte, in denen ein Digital-Empfangsteil integriert ist und keine zusätzliche Set-Top-Box oder Decoder benötigt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Sender vor so viel Gängelung des Zuschauers letztlich doch zurückschrecken.

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Internationale Funkausstellung: Die neuen Notebooks sind leichter und schärfer

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 22.08.2009

Von Guido Nedden und Thomas Jüngling

Zur Internationalen Funkausstellung Anfang September gibt es neue Notebooks: Von prall ausgestatteten Computern mit vielen Multimediafunktionen bis zu kompakten Netbooks. Fast allen Leichtgewichten gemeinsam ist, dass ihre Displays Bilder schärfer darstellen und die Akkus deutlich länger laufen als bisher.

Deutlich mehr Platz auf dem Schreibtisch versprechen die Hersteller: Für Schreibarbeiten und Multimedia-Anwendungen brauchen Nutzer künftig kaum noch klobige Rechenmaschinen. Es reichen schlanke Computer, Nettops genannt, oder auch Notebooks in unterschiedlichen Größen.

Zur Internationalen Funkausstellung (Ifa), die vom 4. bis 9. September in Berlin stattfindet, stellt zum Beispiel Acer seinen neuen, kompakten Computer Aspire Z5600 vor. Alle technischen Komponenten sind in einem kleinen Gehäuse direkt hinter dem Monitor untergebracht. Nur so dünn und groß wie ein Buch ist Medions neuer Rechner Akoya Mini E2076, den der Anbieter zur Ifa vorstellt. Beide Nettops sind bestens mit Anschlüssen ausgestattet, zum Beispiel sechs USB-Buchsen, Kartenleser und Audioanschlüssen. Darüber hinaus laufen die Mini-Versionen von Schreibtischrechnern fast geräuschlos, da die Techniker bei der Kühlung auf Lüfter verzichtet haben. Außerdem lassen sich die Nettops über mitgelieferte Halterungen an herkömmlichen Monitoren befestigen. Das spart noch mehr Platz, ebenso wie der Einsatz von Notebooks in jeder Größe, von denen Hersteller auf der Ifa einige neue Modelle vorstellen werden.

Multimedia-Notebooks

Selbst mobile Rechner für den Multimedia-Einsatz sind mittlerweile flach und kompakt gebaut. Eingebaute oder anschließbare Multimediatastenfelder helfen bei der Bedienung. Dank leistungsfähiger Grafikkarten können Nutzer auch aufwendige Spiele laufen lassen, und in manchen Modellen sind?18 Zoll große Displays eingebaut.

Dazu gehört der Acer-Rechner Aspire 8935 (etwa 1600 Euro), dessen Bildschirm mit 1920 mal 1080 Pixeln in Full HD auflöst. Stromsparende und quecksilberfreie LED-Hintergrundbeleuchtung verbessert die Bildqualität und verringert den Energiebedarf. Auf der rechten Seite befindet sich eine berührungsempfindliche Mediakonsole mit leicht zu bedienenden Steuerelementen. Zur Ausstattung gehört auch ein Dolby-Surround-System mit zwei eingebauten Stereolautsprechern. Der vier Gigabyte große Arbeitsspeicher sorgt für recht kurze Reaktionszeiten selbst bei leistungsintensiven Anwendungen. Das Acer Aspire 8935 bietet Platz für bis zu zwei Festplatten mit einer Gesamtspeicherkapazität von bis zu 1 Terabyte.

Ähnlich viel Platz bietet das LG-Notebook P510 (etwa 2000 Euro) mit einer 500 Gigabyte großen Festplatte. Für schnelle Installation oder ein schnelles Back-up der Daten sorgt die Smart-Technologie, die den Rechner unter anderem einfach und schnell mit einem Netzwerk verbindet. Eine Kampfansage an die Konkurrenz macht Toshiba mit seinem Satellite A500-11U. Bei einem Preis von nur 1100 Euro bietet das Notebook eine gute Ausstattung. Dazu gehören ein eingebauter TV-Empfänger für digitales Antennenfernsehen (DVB-T) sowie eine Kamera, die mit 1280 mal 800 Pixeln hoch auflöst. Zusätzlich verfügt der Rechner über ein Touchpad, über das Nutzer mit Gesten durch die Programme und Dateien steuern können.

Subnotebooks

Mit 12 oder 13 Zoll großen Displays sind die meisten Subnotebooks ausgestattet, Sie bieten oft mehr Komfort als Netbooks und sind kompakter als Multimedia-Notebooks. Zu den größeren Modellen gehört Toshibas U500-115, das fast 1100 Euro kostet. Über eine Fernbedienung lassen sich Rechner und angeschlossene Geräte bequem bedienen. Zu den Besonderheiten gehört ein USB-Anschluss, über den sich Geräte auch bei ausgeschaltetem Rechner aufladen lassen, sowie eine Gesichtserkennung zur Entsperrung des Notebooks und ein Monitor, der drohende Technikausfälle anzeigt.

Zu den neuen Modellen gehört auch das Wind U200 von MSI (ab 600 Euro), das mit einem zwölf Zoll großen Display ausgestattet ist und 1,4 Kilogramm wiegt. Ähnlich teuer ist Medions neues Subnotebook Akoya E3211. In der größten Version sind eine 500-Gigabyte-Festplatte sowie ein vier Gigabyte großer Arbeitsspeicher eingebaut. Nicht selbstverständlich: Medion hat das Subnotebook mit einem DVD-Brenner ausgestattet.

Netbooks

Zwar sind Netbooks noch immer die kleinsten Rechner der mobilen Computerklasse, doch auf der Ifa zeigen die Hersteller fast ausschließlich Modelle mit großen Bildschirmen. Außerdem haben die Anbieter die Akkulaufzeit deutlich verbessert, viele Netbooks schaffen schon sieben bis neun Stunden.

Das X120 von LG kommt auf sieben Stunden und ist mit der neuen Smart-Link-Software ausgestattet. Damit können Anwender im Heimnetzwerk auf optische Laufwerke zugreifen, die in anderen Rechnern installiert sind. Zur Ausstattung des 300 Euro teuren Rechners gehören außerdem eine ergonomische Tastatur und eine Webcam für Videokonferenzen. Acers Modell Aspire one 75 ist zum längeren Tippen ein wenig besser geeignet, da der Bildschirm 11,6 Zoll in der Diagonalen misst. Das 400-Euro-Modell verfügt über eine Festplatte mit 160 Gigabyte Platz für Daten.

Toshiba zeigt auf der Ifa mit dem Mini NB200 ein Netbook mit gleicher Größe, jedoch einer Laufzeit von beeindruckenden 8,5 Stunden. Trotz seiner geringen Größe bietet das Gerät große Tasten für entspanntes Tippen. Da Notebooks, die viel bewegt werden, Gefahren wie Stürze oder Erschütterungen drohen, verfügt der Rechner über einen 3-D-Bewegungssensor. Ab einer gewissen Fallgeschwindigkeit bringt eine Mechanik den Festplattenkopf in eine sichere Position und schützen so vor Datenverlust.

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Mehr Entspannungstechnik wagen

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 31. Mai 2009

Von Guido Nedden

Serie über Netzwerke für zu Hause, dritter und letzter Teil: Das Abspielen der Medien. Die Wiedergabe von auf Computern gespeicherten Musikstücken und Filmen lässt sich bequem vom Sofa aus steuern

Am einfachsten lassen sich Stereoanlage, Satellitenempfänger und andere Geräte in das vorhandene Heimnetzwerk einbinden, wenn sie über eine Schnittstelle für WLAN-Funk oder ein Kabelnetzwerk (Ethernet) verfügen. Bei aktuellen Anlagen und LCD- oder Plasmafernsehern sind die dafür notwendigen Anschlussbuchsen schon ab Werk vorhanden.

Damit lassen sich zum Beispiel am Fernseher im Wohnzimmer Videos ansehen, die auf der Computer- oder einer externen Festplatte gespeichert sind. Außerdem ist es möglich, mit einigen Satellitenempfängern, die über eine eigene Festplatte verfügen, das aktuelle TV-Programm aufzunehmen und auf den Computer zur weiteren Bearbeitung zu überspielen. Darüber hinaus gibt es weitere Techniken, um die Wiedergabe von Musik, Filmen und Fotos zentral zu steuern.

Universal Plug and Play

Mit dem Protokoll Universal Plug and Play (UPnP) lassen sich verschiedene Endgeräte miteinander verbinden, die auf den zentralen Speicher zugreifen, auf dem Musik, Fotos und Filme hinterlegt sind. Die Betriebssysteme Windows XP und Windows Vista bringen die dafür nötige Software mit, für die Installation der Geräte ist daher kein Expertenwissen Voraussetzung. UPnP läuft sowohl auf Laptops, Netbooks und Schreibtischcomputern als auch auf Ausgabegeräten wie Sat-Receivern oder Hi-Fi-Anlagen, Netzwerkspeichern und Konsolen wie der Playstation (siehe Kasten).

Router

Über einen Router wie die Fritz-Box, die unterschiedliche Geräte miteinander verbindet und Medien speichert, lassen sich unter anderem Musiksignale in der Wohnung verteilen. Musikdateien stehen somit im gesamten Heimnetzwerk zum Abruf bereit. Das funktioniert auch bei ausgeschaltetem Rechner. Nutzer können den eingebauten Speicher nutzen oder eine externe Festplatte sowie einen MP3-Player oder USB-Speicherstick an den Router anschließen. Die Fritz-Box wird im Heimnetzwerk von UPnP-Geräten erkannt und als Quelle zum Musikabspielen genutzt.

Stromnetz

Vom Hersteller Devolo gibt es den DLAN Audio Extender, der einzeln etwa 70 Euro kostet. Damit lässt sich Musik über das hauseigene Stromnetz an Wiedergabegeräte leiten. Das Kabel des Extenders wird dazu möglichst dicht neben der Hi-Fi-Anlage in die Steckdose gesteckt und über Cinchkabel direkt mit dem Verstärker oder Aktivlautsprecher verbunden. Nach Installation der Software starten Nutzer am Rechner die Audiowiedergabe.

Ebenfalls von Devolo kommt eine TV-Lösung, die vom Satellitenempfänger aus über das hauseigene Stromnetz Fernsehsignale überträgt. So kann der Nutzer ohne TV-Karte am Computer fernsehen. Das DLAN-Paket kostet 250 Euro. Damit ist es möglich, Fernsehsendungen auf dem Computer zu speichern und über die Timeshift-Funktion zeitversetzt fernzusehen.

Streaming-Clients

Um Mediendateien im Netzwerk zu verteilen, lassen sich auch die noch nicht weitverbreiteten Streaming-Clients einsetzen. Die Geräte kosten zwischen 150 Euro, zum Beispiel für den Digital Entertainer von Netgear, und 400 Euro, beispielsweise für das Modell TViX M-7000A von Dvico.

Solche Clients können innerhalb des Funknetzwerks zu Hause sämtliche Mediendateitypen auf dem Fernseher wiedergeben. Die Signale dafür empfangen die Streaming-Clients von externen Quellen, zum Beispiel einer Netzwerkfestplatte, und spielen sie über eine Schnittstelle für hochauflösende Videos (HDMI) auf den Fernseher, der sie in einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel wiedergibt.

Von ihrer ursprünglichen Konstruktionsidee her sollen Streaming-Clients vornehmlich Videodateien auf dem Fernseher abspielen. Bei den meisten Modellen läuft das reibungslos auch ab, manche aber ruckeln beim Vor- oder Zurückspulen des Films oder können das Kodierungsprogramm nicht erkennen. Darüber hinaus sind einige Modelle nicht in der Lage, mit mehrsprachigen Audiospuren zurechtzukommen.

Ähnliche Probleme kann es mit den Wiedergabeformaten geben. Das ist technisch begründet: Videodateien werden in sogenannten Containern komprimiert. Erkennt ein Gerät diesen Container als bekannt, unterstützt es auch die darin enthaltenen Dateien. Gelingt dies nicht, kann das Gerät den Film nicht wiedergeben. Notfalls können sich Nutzer eine Software aus dem Internet herunterladen, die beim Erkennen des Codes hilft.

Da viele unterschiedliche Formate, Eigenentwicklungen und Kombinationen daraus verwendet werden, müssen Nutzer vorher klären, in welchen Formaten ihre Sammlungen von Video-, Foto- und Musikdateien vorliegen. Notfalls lässt sich die Datei in ein passendes Format umwandeln. Dazu gibt es im Internet gute kostenlose Programme. Schwierigkeiten bereiten manche Streaming-Clients darüber hinaus, wenn sie hochauflösende Bewegtbilder im Full-HD-Format wiedergeben sollen.

Mit Musik können die meisten Modelle gut umgehen, nur die Bedienung dürfte einfacher sein. In vielen Fällen ist es schwierig, die Dateien in Ordnern am Stück oder von einer Abspielliste wiedergeben zu lassen. Wenige Modelle, zum Beispiel der Client von Netgear, bieten eine umfassende Suchfunktion, um Titel in allen erreichbaren Dateien zu finden.

Empfehlenswert ist, einen Streaming-Client noch im Geschäft unter Vollbelastung laufen zu lassen. Nur dann ist zu hören, ob die Geräusche der Kühlung das Fernsehen im Wohnzimmer noch möglich machen. Ganz ohne Lüfter arbeiten zum Beispiel die Modelle Popcorn Hour von Syabas und Verbatims Mediastation Pro, die darüber hinaus ohne langes Blättern im Handbuch zu installieren sind. Einfach ist die Grundkonfiguration bei einem Client wegen der fast durchgehend schlechten Bedienungsanleitungen allerdings fast nie. Wer sich mit WLAN-Einstellungen schon überfordert fühlt, sollte einen Streaming-Client nicht ohne fremde Hilfe einsetzen.

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Unterhaltung aus nur einer Box

28. April 2010
Welt am Sonntag, Welt-Online 24. 05.2009

Von Guido Nedden

Multimedia-Netzwerk für zu Hause, Teil 2: Zentralspeicher. Externe Festplatten verwahren die komplette Musik- und Videosammlung

Die beste Vernetzung elektronischer Geräte nutzt wenig, wenn Musik, Videos und Fotos nicht zentral gespeichert und von jedem Abspielgerät aus zugänglich sind. Festplatten herkömmlicher Notebooks und auch großer Schreibtischrechner sind damit schnell gefüllt und behindern den Computer an seiner Arbeit. Es empfiehlt sich daher, seine Daten auf einer externen Festplatte oder in einem Netzwerkspeicher abzulegen – oder in einem Onlinespeicher.

Externe Festplatten

Einige Speicher, die sich über USB-Buchse an den Rechner anschließen lassen, fassen schon mehr als ein Terabyte Daten. Darauf passen viele Tausend Fotos in hoher Auflösung oder im MP3-Format abgespeicherte Musiktitel. Ausgestattet sind sie mit den wichtigsten Anschlüssen für unterschiedliche Techniken des Datenaustauschs (Esata, Firewire und USB 2.0).

Zu den gängigsten Formaten gehören Festplatten in 2,5 und 3,5 Zoll Größe. Die kleineren Modelle sind deutlich leichter und lassen sich als mobile Speicher einsetzen. Die meisten von ihnen passen problemlos in die Jackentasche. Mehr als 500 Gigabyte an Daten fassen sie jedoch nicht, und sie sind beim Überspielen von Daten recht langsam. Die größeren 3,5-Zoll-Festplatten fassen problemlos den Inhalt eines im Notebook eingebauten Speichers. Manche bieten eine Kapazität von einem, einige wenige von zwei Terabyte.

Beim Kauf einer externen Festplatte ist vor allem darauf zu achten, dass sie ausreichend Platz bietet – zu einem angemessenen Preis. In Onlineshops sind bereits Speicher mit 500 Gigabyte für weniger als 100 Euro zu finden. Wichtig sind darüber hinaus die Raten für die Datenübertragung. Wer die Festplatte auch im Wohnzimmer einsetzen möchte, sollte außerdem im Geschäft ausprobieren, wie laut die Festplatte arbeitet.

Läuft der Rechner mit einem aktuellen Betriebssystem wie Windows Vista oder Windows XP, wird keine zusätzliche Software zum Betrieb benötigt. Bei älteren Versionen des Betriebssystems müssen Treiber auf den Computer geladen werden. Über die USB-Buchse an der Xbox und der Playstation 3 lassen sich Festplatten auch an Konsolen anschließen. Auf den Fernsehbildschirm können Nutzer jedoch oft nur Musik, Fotos und zum Teil Videos laden.

In einem Test der aktuellen Ausgabe von “Computer Bild Spiele” hat das Modell My Passport Essential 500 GB (110 Euro) bei den 2,5-Zoll-Versionen am besten abgeschnitten. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit war zwar nur passabel, die Ausstattung aber recht gut. Außerdem arbeitet die Festplatte nahezu geräuschlos – für einen Betrieb im Wohnzimmer ein wichtiger Aspekt. Darüber hinaus liefert Hersteller Western Digital die Festplatte mit einem Datensicherungsprogramm aus. Ähnlich gute Werte erreichte das Verbatim-Produkt Turbo Speed Executive (knapp 120 Euro). Die gleich teure Festplatte FreeAgent Go von Seagate zeigte Schwächen bei der Zugriffszeit, lief aber ebenfalls leise.

Eine hervorragende Ausstattung und hohe Geschwindigkeit bei der Datenübertragung hat “Computer Bild Spiele” bei Seagates externem Speicher Free Agent Xtreme (knapp 190 Euro) ausgemacht, der 1,5 Terabyte fasst. Außerdem ist das Modell mit zahlreichen Anschlüssen für externe Geräte ausgestattet. Für viele Hobbyfilmer dürfte das ein Leben lang ausreichen. Ebenfalls ein Pluspunkt: Die einzelnen Speicher lassen sich mit wenigen Handgriffen aus dem Gehäuse nehmen und im Rucksack verstauen. Außerdem kann die vorinstallierte Software Videos automatisch so umformen, dass sich die Filme direkt auf einem iPhone abspielen lassen.

Mit zwei Terabyte noch mehr Platz boten bei den Testgeräten nur noch My Book Mirror Edition von Western Digital (240 Euro), das jedoch auch ausgeschaltet noch stattliche 5,1 Watt verbraucht, sowie Verbatims Raid External Hard Drive (339 Euro). Hervorzuheben sind hier vor allem das hohe Tempo und ein ausführliches, gut verständliches Handbuch.

Für den Anschluss einer externen Festplatte brauchen Nutzer nicht mehr technisches Verständnis als bei der Einrichtung eines WLANs. Um sie in das heimische Funknetzwerk einzubinden, wird die externe Festplatte nicht an den Rechner angeschlossen, sondern an den WLAN-Router. So lässt sich etwa bei der Fritz!Box 7270 von AVM die externe Festplatte gemeinsam mit anderen Anwendern nutzen. Wird das Ende des USB-Kabels von der Festplatte an die Fritz!Box angeschlossen, erkennen sich die Geräte im Regelfall.

Netzwerkspeicher

Noch besser für das Heimnetzwerk geeignet ist ein Netzwerkspeicher (NAS), der im Gegensatz zu externen Festplatten über ein eigenes Betriebssystem verfügt. Bis vor wenigen Jahren waren solche NAS für Privatnutzer kaum zu empfehlen. Zum einen waren sie zu teuer. Hersteller wie Buffalo bieten mit zum Beispiel TeraStation Live aber mittlerweile Modelle zwischen 300 und 1000 Euro an, die Platz für ein oder zwei Terabyte Daten haben. Darüber hinaus waren die meisten NAS nur schwer zu installieren, es waren umfangreiche Vorkenntnisse notwendig. Das ist bei den neuen Modellen auch von Laien zu erledigen.

Wer sich ein wenig mit Netzwerktechnik auskennt und umständliche Installationen nicht scheut, kommt mit Buffalos LinkStation Quad (ab 700 Euro) gut zurecht. Die Einrichtung eines Webzugangs erfordert jedoch viel Routine, außerdem ist das Tempo der Datenübertragung gering. Dafür aber bietet die LinkStation stattliche vier Terabyte Platz.

Mit einer Kapazität von 1,5 Terabyte deutlich weniger Platz bietet der MediaSmart Server (etwa 600 Euro) von Hewlett-Packard, der unter Volllast recht schnell, aber auch laut arbeitet. Beeindruckend ist, wie schnell der MediaSmart Server ins Netzwerk integriert ist. Etwas weniger Komfort bietet das Modell Central Axis Business von Maxtor (ab 350 Euro). Die einzelnen Speicherplatten lassen sich nur auf Umwegen herausnehmen, und zuvor muss das System heruntergefahren sein. Wer seinen Speicher im Wohnzimmer nutzen möchte, kann mit dem Maxtor mehr anfangen als mit den meist unansehnlichen Konkurrenzmodellen: Der Speicher ist klein und steckt in einem optisch ansprechenden Gehäuse.

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