Händeschütteln liefert Strom für Uhren

Welt am Sonntag, Welt-Online 23.11.2008

Von Guido Nedden

Präzise Hightech-Modelle brauchen keine Batterien mehr.
Strom lässt sich sogar schon am Handgelenk sparen: Bewegungen des Unterarms und der Hand versorgen Kinetikuhren mit der notwendigen Betriebsenergie, ganz automatisch und umweltfreundlich. Möglich macht das ein eingebauter Mikromotor mit einer Schwungmasse, der die kinetische in elektrische Energie umwandelt.
Der so erzeugte Strom wird zum Antrieb verwendet, überschüssige Energie landet im Speicher. Auch Siliziumzellen können natürliches und künstliches Licht in Strom verwandeln. Hersteller Citizen nennt diese Methode Eco-Drive. Der Verzicht auf das lästige Wechseln der Batterie ist einer der Trends auf dem Uhrenmarkt. Darüber hinaus bieten die Hersteller nie erreichte Präzision in der Zeitangabe und viele Zusatzfunktionen.

Wer auf Pünktlichkeit setzt, ist mit einer Funkuhr gut beraten. Diese Uhren erhalten minütlich ein Funksignal von den drei Atomuhren im hessischen Mainflingen. Sind die Funkuhren nicht digital, haben sie meist einen Mini-Motor eingebaut, der die Uhr schnell auf die korrekte Zeit einstellt. Allerdings wird, um die Batterie zu schonen, der Uhrzeit-Abgleich meist nur einmal pro Tag vorgenommen. Funk-Präzision hat ihren Preis: 750 Euro kostet zum Beispiel das Modell Junghans Aviator.

Die Uhr ist mit einem Multifrequenz-Funkwerk ausgestattet, mit dem sie die Funksignale der Zeitzeichensender in Mainflingen für Europa, in Colorado für Nordamerika sowie in einigen weiteren Stationen in Asien empfangen kann. Neben der korrekten Zeit kann die Junghans-Uhr Datum und Wochentage anzeigen. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Stoppuhr inklusive Splitfunktion, ein Countdown-Zähler sowie eine Alarmfunktion. Das Edelstahlgehäuse ist bis 100 Meter Tiefe wasserdicht.

Ähnlich stabil ist auch die Uhr WVA-M150 von Casio, deren Gehäuse und Armband aus massivem Titan bestehen. Mit 8,2 Millimetern ist die Funkuhr für Herren so flach geblieben wie ihr Vorgänger aus Edelstahl. Für etwa 380 Euro bietet Casio die Armbanduhr mit der Funktechnologie Multiband-5 an, die für stabilen Empfang in weiten Teilen Europas, Japans und Nordamerikas sorgen soll.

Zur Ausstattung gehören außerdem eine Stoppuhr, die auf eine Hundertstelsekunde genau misst, Zwölf- oder 24-Stundenanzeige, zwei Zeitzonen-Darstellungen, Alarmfunktion und Ladekontrollanzeige. Die Uhr wird über einen neuartigen Prozessor mit Energie versorgt. Da der Chip leistungsfähiger als alle Vorgängermodelle ist, kann auch das Solarfeld deutlich kleiner sein als bisher. Bei Handgelenk-Drehung wird für etwa 30 Sekunden die Hintergrundbeleuchtung aktiviert.

Seikos Uhr Premier SRH009P1 für Herren nutzt solche Bewegungen, um für die Uhr notwendige Betriebsenergie zu produzieren. Die Uhr im Edelstahl-Gehäuse ist wasserdicht bis zu zehn bar Druck und kostet 750 Euro. Knapp 50 Euro mehr kostet Citizens neue Eco-Drive Super Chronograf 1000. Die Uhr zeigt die Weltzeit von 43 Städten in 29 Zeitzonen an, verfügt über entspiegeltes Saphirglas, Kalender, Alarm und LED-Licht. Darüber hinaus ist das Modell bis zu 20 bar Druck wasserdicht.

Die Stoppuhr misst die Zeit in Tausendstelsekunden. Nach Eingabe der Strecke kann die Uhr Splitzeit, Rundenzeit, Geschwindigkeit sowie Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen. Sobald die Stoppfunktion gestartet ist, rotieren die kleinen Zeiger auf dem Zifferblatt, während die gleiche Information auf dem Display angezeigt wird. Das Design des Zifferblattes ist dem Cockpit eines Rennwagens nachempfunden.

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