Darf’s noch etwas schärfer sein?

4. Dezember 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 23.11.2008

Von Guido Nedden

Mit neuen Technologien können Fernseher noch brillantere Bilder zeigen als bisher schon. Außerdem werden die TV-Geräte zu digitalen Fotorahmen und Medienzentralen im Wohnzimmer

Schon jetzt haben die Maskenbildner der Filmstudios Probleme, Hautunebenheiten der Schauspieler so zu bedecken, dass Fernsehzuschauer sie nicht erkennen können. Grund für die Schwierigkeiten sind Detailtreue und Brillanz der vom TV-Gerät gezeigten Bilder. Künftig dürften die Darstellungen technisch noch bedeutend schärfer sein als bisher.

Sony hat schon das erste Modell in der Massenproduktion, das mit organischen Leuchtdioden arbeitet. Solche OLEDs liefern einen deutlich höheren Kontrast als zum Beispiel LCD-Modelle, da die von sich aus leuchtenden Dioden keine Hintergrundbeleuchtung brauchen. Darüber hinaus brauchen OLED-Fernseher weniger Strom und Platz. Ein anderes von Sony vorgestelltes OLED-Gerät ist lediglich 0,3 Millimeter dünn.

Doch auch schon bei den im Handel erhältlichen Fernsehern sind Gehäusetiefen von unter neun Millimetern keine Seltenheit mehr. Bei Bildschirmgrößen von 40 bis 60 Zoll liefern die Geräte eine Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten zumeist gestochen scharfe Bilder.

 

Samsung TV-Serie 9

 

Mit 46 Zoll (knapp 1,2 Meter) für 3600 Euro und 55 Zoll (etwa 1,4 Meter) für 4400 Euro stellt Samsung zwei typische LCD-TV dieser neuen Generation vor. Das Gehäusedesign in Karbonschwarz kommt auch der Bildqualität zugute. Mit „LED Local Dimming“ setzt Samsung auf eine Technologie, die ein kontraststarkes Bild zeigt und gleichzeitig Energie spart.

Während bisher die Lichtröhren der LCD-Fernseher hinter der gesamten Breite des Bildschirms verlaufen und nur über die ganze Breite abgedunkelt werden konnten, können die zahlreichen einzelnen LED-Lichtquellen gänzlich unabhängig voneinander an- und abgeschaltet werden. Die abgeschalteten Lichtquellen verbrauchen somit keine Energie mehr. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass mit dem Dimming ein noch tieferes Schwarz im Bild als bisher erreicht wird und sich so der Kontrast verschärft. Samsung verzichtet bei der Produktion komplett auf Quecksilber. Zudem verfügen diese Highend-Geräte der Serie 9 über Netzwerk-Konnektivität: Die Fernseher spielen mit anderen Geräten im digitalen Heimnetzwerk zusammen und geben Videos und Fotos oder andere Daten vom Computer wieder.

Mit der Funktion „InfoLive“ lassen sich einfach per Fernbedienung RSS Feeds aus dem Internet laden, die dem Zuschauer jederzeit aktuelle Nachrichten, Börsenkurse und Wetterberichte auf seinem Bildschirm anzeigen. Zusätzlich erlaubt die „Content Library“ den Zugriff auf weitere Themen wie Kochrezepte, Spiele, Fitnessprogramme, Fotogalerien und Inhalte für Kinder. Mit Daten aus dem Internet lässt sich diese Bücherei erweitern. Die USB-Schnittstelle „Wiselink Pro“ erlaubt dem Zuschauer, Fotoapparate, Camcorder oder MP3-Player anzuschließen und so Fotos, Videos und Musik auf dem TV-Bildschirm wiederzugeben.

 

Loewe Art SL

 

In den LCD-TV-Modellen Art 42 SL (etwa 3100 Euro) und Art 47 SL (etwa 3500 Euro) hat Loewe die 100-Hertz- und 24p-Technologie installiert. Damit ist es möglich, Bilder fast in Kinoqualität darzustellen. Für 500 Euro mehr steht außerdem ein integrierter Rekorder zur Verfügung, dessen Festplatte Platz für 250 Gigabyte bietet.

Zur Ausstattung gehören ein Receiver für das digitale Antennenfernsehen DVB-T. HDTV-Sendungen lassen sich über den eingebauten Empfänger ohne zusätzliche Geräte wiedergeben. Über das Audiomodul Dolby-Digital/dts können Fernsehzuschauer Rundumklang über eine entsprechende Musikanlage wahrnehmen.

 

Sharp Aquos XS1

 

Eine ganze Klasse größer und noch dünner ist Sharps neues Modell Aquos LC-XS1E. Den Fernseher gibt es mit einem Bildschirm von 52 Zoll (9000 Euro) und 65 Zoll. In dieser Größe kostet das TV-Gerät 12 000 Euro. An der dünnsten Stelle ist der Fernseher nur noch etwa 2,3 Zentimeter dick. Mit einigen technischen Verfahren ist es Sharp nicht nur gelungen, die Bildschirme möglichst flach zu bauen. Gleichzeitig hat sich die Bildqualität erhöht, und das Gerät verbraucht weniger Strom als vergleichbare Modelle.

Neu ist auch das LED-Rücklicht, das ein beeindruckendes Kontrastverhältnis von über eine Million zu eins bietet. Dadurch gibt es satte Schwarzwerte und realitätsgetreue Farben. Zusätzlich sorgt die optische Helligkeitsanpassung, die automatisch die Hintergrundbeleuchtung an das Umgebungslicht anpasst, für sinkenden Stromverbrauch des LCD-TVs. Gemeinsam mit Pioneer hat Sharp extrem flache Lautsprecher entwickelt, die für natürliche und klare Tonwiedergabe sorgen sollen.

 

Sony Bravia EX1

 

Im Passepartout-Design mit schwarzem oder silbernem Rahmen und mit knapp fünf Zentimeter Tiefe gibt es Sonys Bravia-Modelle mit 40, 46 oder 52 Zoll großen Bildschirmen. Sie kosten zwischen 3000 und 4000 Euro. Nicht nur als Fernseher, auch als digitaler Bilderrahmen lassen sich die Bravia-EX-Modelle einsetzen.

Neben bereits vorinstallierten Bildern verschiedener Kunststile zeigt das Display auch eigene Kunstwerke wie Lieblingsfotos oder Bilder einzeln oder als Dia-Show an. Zusätzlich zu aktuellen Technologien zur Bildverbesserung verfügt der Bravia EX1 über einen zusätzlichen Media-Empfänger. Mit der Funktechnik Bravia 1080 werden nicht komprimierte High-Definition-Signale ohne Qualitätsverlust, in Echtzeit und kabellos zum Fernseher übertragen.

Der Receiver mit seiner Funkfernbedienung und die daran angeschlossenen Signalkabel und Zuspieler wie Bluray-Player oder Playstation können an jeder Stelle des Raums platziert werden. Zur Ausstattung des Receivers gehören drei HDMI-Schnittstellen. Darüber lassen sich Bluray-Player, Festplatten- und DVD-Rekorder sowie Hi-Fi-Systeme steuern.

Neben einem Empfänger für analoges Fernsehen sind auch digitale Tuner für das digitale Antennenfernsehen DVB-T und digitales Kabelfernsehen (DVB-C) eingebaut. Dazu gibt es einen Receiver für das mit AVC-HD bezeichnete digitale Format für Camcorder-Aufzeichnungen. Für die Modelle der Bravia-EX1-Serie bietet Sony in Zusammenarbeit mit einigen Händlern auf dem deutschen Markt erstmals fünf Jahre Garantie.

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Händeschütteln liefert Strom für Uhren

4. Dezember 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 23.11.2008

Von Guido Nedden

Präzise Hightech-Modelle brauchen keine Batterien mehr.
Strom lässt sich sogar schon am Handgelenk sparen: Bewegungen des Unterarms und der Hand versorgen Kinetikuhren mit der notwendigen Betriebsenergie, ganz automatisch und umweltfreundlich. Möglich macht das ein eingebauter Mikromotor mit einer Schwungmasse, der die kinetische in elektrische Energie umwandelt.
Der so erzeugte Strom wird zum Antrieb verwendet, überschüssige Energie landet im Speicher. Auch Siliziumzellen können natürliches und künstliches Licht in Strom verwandeln. Hersteller Citizen nennt diese Methode Eco-Drive. Der Verzicht auf das lästige Wechseln der Batterie ist einer der Trends auf dem Uhrenmarkt. Darüber hinaus bieten die Hersteller nie erreichte Präzision in der Zeitangabe und viele Zusatzfunktionen.

Wer auf Pünktlichkeit setzt, ist mit einer Funkuhr gut beraten. Diese Uhren erhalten minütlich ein Funksignal von den drei Atomuhren im hessischen Mainflingen. Sind die Funkuhren nicht digital, haben sie meist einen Mini-Motor eingebaut, der die Uhr schnell auf die korrekte Zeit einstellt. Allerdings wird, um die Batterie zu schonen, der Uhrzeit-Abgleich meist nur einmal pro Tag vorgenommen. Funk-Präzision hat ihren Preis: 750 Euro kostet zum Beispiel das Modell Junghans Aviator.

Die Uhr ist mit einem Multifrequenz-Funkwerk ausgestattet, mit dem sie die Funksignale der Zeitzeichensender in Mainflingen für Europa, in Colorado für Nordamerika sowie in einigen weiteren Stationen in Asien empfangen kann. Neben der korrekten Zeit kann die Junghans-Uhr Datum und Wochentage anzeigen. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Stoppuhr inklusive Splitfunktion, ein Countdown-Zähler sowie eine Alarmfunktion. Das Edelstahlgehäuse ist bis 100 Meter Tiefe wasserdicht.

Ähnlich stabil ist auch die Uhr WVA-M150 von Casio, deren Gehäuse und Armband aus massivem Titan bestehen. Mit 8,2 Millimetern ist die Funkuhr für Herren so flach geblieben wie ihr Vorgänger aus Edelstahl. Für etwa 380 Euro bietet Casio die Armbanduhr mit der Funktechnologie Multiband-5 an, die für stabilen Empfang in weiten Teilen Europas, Japans und Nordamerikas sorgen soll.

Zur Ausstattung gehören außerdem eine Stoppuhr, die auf eine Hundertstelsekunde genau misst, Zwölf- oder 24-Stundenanzeige, zwei Zeitzonen-Darstellungen, Alarmfunktion und Ladekontrollanzeige. Die Uhr wird über einen neuartigen Prozessor mit Energie versorgt. Da der Chip leistungsfähiger als alle Vorgängermodelle ist, kann auch das Solarfeld deutlich kleiner sein als bisher. Bei Handgelenk-Drehung wird für etwa 30 Sekunden die Hintergrundbeleuchtung aktiviert.

Seikos Uhr Premier SRH009P1 für Herren nutzt solche Bewegungen, um für die Uhr notwendige Betriebsenergie zu produzieren. Die Uhr im Edelstahl-Gehäuse ist wasserdicht bis zu zehn bar Druck und kostet 750 Euro. Knapp 50 Euro mehr kostet Citizens neue Eco-Drive Super Chronograf 1000. Die Uhr zeigt die Weltzeit von 43 Städten in 29 Zeitzonen an, verfügt über entspiegeltes Saphirglas, Kalender, Alarm und LED-Licht. Darüber hinaus ist das Modell bis zu 20 bar Druck wasserdicht.

Die Stoppuhr misst die Zeit in Tausendstelsekunden. Nach Eingabe der Strecke kann die Uhr Splitzeit, Rundenzeit, Geschwindigkeit sowie Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen. Sobald die Stoppfunktion gestartet ist, rotieren die kleinen Zeiger auf dem Zifferblatt, während die gleiche Information auf dem Display angezeigt wird. Das Design des Zifferblattes ist dem Cockpit eines Rennwagens nachempfunden.

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