Digitalisierung: So bringen Sie Ihre Schallplatten auf den PC

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 30.09.2008

Von Helge Denker und Guido Nedden

Droht die riesige Plattensammlung zu verstauben? Benötigt der MP3-Spieler Nachschub? Mit ein paar Handgriffen können alte Vinylscheiben und Kassetten auf den Computer hinübergerettet werden. WELT ONLINE zeigt, welche Programme Sie benötigen – und wie Sie einen Qualitätsverlust vermeiden.

Digitalisierung von Schallplatten: Macht eine Menge Arbeit

Sie sind zwar weitestgehend aus den Kaufhäusern verschwunden, zu Hause haben aber noch viele Menschen jede Menge davon: Musik auf Schallplatten und Kassetten oder sogar Tonbändern. Um sie nicht verloren zu geben – Aufnahmen auf Band werden im Lauf der Jahre immer schlechter -, lohnt eine Digitalisierung, also das Übertragen der Musik auf den Computer und das Speichern auf CD und DVD. Dazu ist allerdings Soft- und Hardware nötig.

Damit alle Audiosignale korrekt übertragen werden, sollte Plattenspieler, Kassettenrekorder oder Großvaters Tonbandgerät zunächst über ein Kabel an einen Vor- oder Vollverstärker angeschlossen werden, an dessen Ausgang wiederum per Kabel der Computer hängt. Denn das Musiksignal der analogen Quelle muss erst verstärkt werden, bevor es vom Rechner aufgenommen werden kann. Nicht nur bei Schallplatten, bei allen analogen Musikdaten kommt es oft zu Störgeräuschen wie Rauschen, Rumpeln oder Kratzen. Bevor man diese mit einem Recording-Programm eins zu eins auf seinen PC lädt, empfiehlt es sich deshalb, die Musikstücke schon beim Überspielen von solchen Störungen zu reinigen.

Zwei günstige Programme, die diese Reinigungsarbeit erledigen, sind Magix Cleaning Lab 2008 und X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software. Magix Cleaning Lab 2008 wird von der Fachpresse für seine einfache Bedienung und die klanglich guten Ergebnisse gelobt – es tilgt Knistern, Rauschen und andere Störgeräusche der Aufnahme.

Das Programm kann auch genutzt werden, um Videoton zur restaurieren und zu digitalisieren. Auch für Internetradioaufnahmen und für das Recording, Editieren und Mastern von Stimm- und Instrumentalaufnahmen wird es genutzt. Praktisch: Alle wichtigen Effekte und Funktionen werden in Infofenstern erklärt. Das Ergebnis klingt dank verbesserter Cleaning-Effekte zum Teil besser als das Original. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft zudem dem Einsteiger.

Bei der Aufnahme von LPs löscht das Programm Knistern und Grundrauschen, der warme, volle LP-Sound soll aber voll erhalten bleiben. Ein analoger Kompressor sorgt hierfür für einen druckvolleren Klang. Der De-luxe-Version von Magix Leaning Lab (knapp 50 Euro) liegt nur ein Adapter mit Kabel bei, bei der rund 100 Euro teuren XXL-Version ist zusätzlich ein USB-Phono-Vorverstärker im Lieferumfang enthalten. Diese Version ist auch mit ausgereiften Programmeinstellungen und einer Audiokorrektur ausgestattet.

So digitalisieren Sie richtig

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Für nur 30 Euro ist das im Juni veröffentlichte Programm X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software zu haben. Adapter und Verstärker müssen hier zusätzlich gekauft werden. Für die Digitalisierung von Schallplatten, Bändern und Kassetten ist dieses Programm gut geeignet. X-OOM Music Clean 5 unterdrückt automatisch beim Überspielen auf die Festplatte das Rauschen von Kassetten oder das Knistern und Kratzen von LPs. Dem Einsteiger hilft ein Programmassistent, die beste Einstellung zu finden, und führt durch das Programm.

Wer die Kosten für eine Audioaufnahmesoftware scheut, kann auch zu einer Gratislösung greifen, zum Beispiel zu Audacity (www.audacity.de). Das Programm in der aktuellen Version 1.2 ist ein freier, kostenloser und leicht zu bedienender Audioeditor und -rekorder für Windows, Mac OS X und Linux. Audacity kann live Audio aufnehmen, Kassetten und Schallplatten digitalisieren, Töne und Dateien schneiden, kopieren und mischen sowie die Geschwindigkeit oder die Tonhöhe einer Aufnahme ändern.

Für die Aufnahmen von analogen Quellen wie LP und Kassette stehen bis zu 16 Kanäle zur Verfügung. Die Aufnahmen kann Audacity in MP3-, WAV- oder OGG-Dateien umrechnen und direkt auf CD brennen. Die Formate WMA und AAC werden dagegen nicht unterstützt. Dafür gibt es recht umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten wie Schnitte oder das Mixen von mehreren Titeln.

Störgeräusche wie Knacksen, Rauschen oder Pfeifen können mit dem Programm aus der Aufnahme entfernt werden. Auch Effekte, wie das Ändern von Tonhöhe oder Tempo und das Hinzufügen von Echo, sind kein Problem. Fazit: Für ein Gratisprogramm bietet Audacity erstaunlich viel und ist auch vom Einsteiger schnell zu bedienen.

Apple-Macintosh-Nutzer besitzen serienmäßig ein Programm für die Aufnahme von Musik. Es nennt sich Garage Band und befindet sich bei jedem neuen Mac als Standardprogramm auf der Festplatte. Mit der Software lassen sich Klänge aufzeichnen, die über den Audioeingang ins Gerät gelangen. Das Programm nimmt Musik unkomprimiert im WAV-Format auf, bietet eine gute Auswahl an Standardfiltern gegen Nebengeräusche und kann eine Aufnahme in eine MP3-Datei umrechnen und in das Programm iTunes exportieren.

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Von der Rille auf den Rechner

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 28.09.2008

Von Helge Denker Und Guido Nedden

Serie „Digitalisierung“: Fotos, Filme und Musik für die Zukunft sichern. Erster Teil: Wie bringt man seine alten Musikschätze von Schallplatte, Kassette und Tonband auf den Computer – möglichst ohne Qualitätsverlust?

Sie sind zwar weitestgehend aus den Kaufhäusern verschwunden, zu Hause haben aber noch viele Menschen jede Menge davon: Musik auf Schallplatten und Kassetten oder sogar Tonbändern. Um sie nicht verloren zu geben – Aufnahmen auf Band werden im Lauf der Jahre immer schlechter -, lohnt eine Digitalisierung, also das Übertragen der Musik auf den Computer und das Speichern auf CD und DVD. Dazu ist allerdings Soft- und Hardware nötig.

Damit alle Audiosignale korrekt übertragen werden, sollte Plattenspieler, Kassettenrekorder oder Großvaters Tonbandgerät zunächst über ein Kabel an einen Vor- oder Vollverstärker angeschlossen werden, an dessen Ausgang wiederum per Kabel der Computer hängt. Denn das Musiksignal der analogen Quelle muss erst verstärkt werden, bevor es vom Rechner aufgenommen werden kann. Nicht nur bei Schallplatten, bei allen analogen Musikdaten kommt es oft zu Störgeräuschen wie Rauschen, Rumpeln oder Kratzen. Bevor man diese mit einem Recording-Programm eins zu eins auf seinen PC lädt, empfiehlt es sich deshalb, die Musikstücke schon beim Überspielen von solchen Störungen zu reinigen.

Zwei günstige Programme, die diese Reinigungsarbeit erledigen, sind Magix Cleaning Lab 2008 und X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software. Magix Cleaning Lab 2008 wird von der Fachpresse für seine einfache Bedienung und die klanglich guten Ergebnisse gelobt – es tilgt Knistern, Rauschen und andere Störgeräusche der Aufnahme.

Das Programm kann auch genutzt werden, um Videoton zur restaurieren und zu digitalisieren. Auch für Internetradioaufnahmen und für das Recording, Editieren und Mastern von Stimm- und Instrumentalaufnahmen wird es genutzt. Praktisch: Alle wichtigen Effekte und Funktionen werden in Infofenstern erklärt. Das Ergebnis klingt dank verbesserter Cleaning-Effekte zum Teil besser als das Original. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft zudem dem Einsteiger.

Bei der Aufnahme von LPs löscht das Programm Knistern und Grundrauschen, der warme, volle LP-Sound soll aber voll erhalten bleiben. Ein analoger Kompressor sorgt hierfür für einen druckvolleren Klang. Der De-luxe-Version von Magix Leaning Lab (knapp 50 Euro) liegt nur ein Adapter mit Kabel bei, bei der rund 100 Euro teuren XXL-Version ist zusätzlich ein USB-Phono-Vorverstärker im Lieferumfang enthalten. Diese Version ist auch mit ausgereiften Programmeinstellungen und einer Audiokorrektur ausgestattet.

Für nur 30 Euro ist das im Juni veröffentlichte Programm X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software zu haben. Adapter und Verstärker müssen hier zusätzlich gekauft werden. Für die Digitalisierung von Schallplatten, Bändern und Kassetten ist dieses Programm gut geeignet. X-OOM Music Clean 5 unterdrückt automatisch beim Überspielen auf die Festplatte das Rauschen von Kassetten oder das Knistern und Kratzen von LPs. Dem Einsteiger hilft ein Programmassistent, die beste Einstellung zu finden, und führt durch das Programm.

Wer die Kosten für eine Audioaufnahmesoftware scheut, kann auch zu einer Gratislösung greifen, zum Beispiel zu Audacity (www.audacity.de). Das Programm in der aktuellen Version 1.2 ist ein freier, kostenloser und leicht zu bedienender Audioeditor und -rekorder für Windows, Mac OS X und Linux. Audacity kann live Audio aufnehmen, Kassetten und Schallplatten digitalisieren, Töne und Dateien schneiden, kopieren und mischen sowie die Geschwindigkeit oder die Tonhöhe einer Aufnahme ändern.

Für die Aufnahmen von analogen Quellen wie LP und Kassette stehen bis zu 16 Kanäle zur Verfügung. Die Aufnahmen kann Audacity in MP3-, WAV- oder OGG-Dateien umrechnen und direkt auf CD brennen. Die Formate WMA und AAC werden dagegen nicht unterstützt. Dafür gibt es recht umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten wie Schnitte oder das Mixen von mehreren Titeln.

Störgeräusche wie Knacksen, Rauschen oder Pfeifen können mit dem Programm aus der Aufnahme entfernt werden. Auch Effekte, wie das Ändern von Tonhöhe oder Tempo und das Hinzufügen von Echo, sind kein Problem. Fazit: Für ein Gratisprogramm bietet Audacity erstaunlich viel und ist auch vom Einsteiger schnell zu bedienen.

Apple-Macintosh-Nutzer besitzen serienmäßig ein Programm für die Aufnahme von Musik. Es nennt sich Garage Band und befindet sich bei jedem neuen Mac als Standardprogramm auf der Festplatte. Mit der Software lassen sich Klänge aufzeichnen, die über den Audioeingang ins Gerät gelangen. Das Programm nimmt Musik unkomprimiert im WAV-Format auf, bietet eine gute Auswahl an Standardfiltern gegen Nebengeräusche und kann eine Aufnahme in eine MP3-Datei umrechnen und in das Programm iTunes exportieren.

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Photokina: Es gibt tatsächlich noch neue Kamera-Funktionen

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 22.09.2008

Von Guido Nedden und Helge Denker

Eine Fotokamera macht einfach nur Fotos, sollte man meinen. Doch die Hersteller beweisen zur Photokina-Messe, dass ihre Produkte noch lange nicht ausgereizt sind: Neue Modelle zeichnen die menschliche Haut glatt, schießen hochauflösende Videos und verwischen die Grenze zwischen Spiegelreflex- und Kompaktkamera.

Zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkameras (SR) lässt sich kaum noch unterscheiden. Der wesentliche Unterschied besteht nur noch darin, dass SR-Kameras das Motiv über einen Spiegel auf eine Mattscheibe lenken, damit der Fotograf es mit dem Objektiv betrachten kann. Doch ansonsten verwischen die Grenzen. Zum einen ist der Übergang durch eine neue Produktklasse fließend geworden. Diese sogenannten Bridgekameras verfügen zwar über ein Wechselobjektiv wie SR-Apparate, sie sind aber weniger leistungsstark, flexibel und günstiger. Zum anderen bietet Panasonic als technische Neuheit eine kompakte Digitalkamera an, die sich mit Wechselobjektiven nutzen lässt – ein Merkmal von SR-Modellen.

Die Lumix DMC-G1 wiegt nur 380 Gramm und kommt auf eine Auflösung von 12,1 Megapixeln. Sie beherrscht Gesichtserkennung sowie einen schnellen Autofokus, der die Schärfe der Aufnahme schon vor dem Andrücken des Auslösers berechnet. Das Besondere ist jedoch: Mithilfe eines Adapters lassen sich herkömmliche Objektive des Four-Thirds-Systems anschließen. Four-Thirds beschreibt einen vor allem auf SR-Kameras abgestimmten Standard.

Dieser Standard bestimmt neben Sensorausmaßen und Kommunikationsprotokollen auch das Objektivbajonett. Im November kommt die Lumix DMC-G1 wohl in den Handel. Doch nicht nur zwischen den Klassen der Kompakt- sowie der SR-Kameras gibt es Innovationen, auch in den Klassen selbst stellen die Hersteller auf der Photokina Innovationen vor.

Die SR-Modelle sind mit weiteren Funktionen ausgestattet worden, eine Kamera kann sogar Videos aufzeichnen – in dieser Klasse gab es das bisher noch nicht. Bei den Kompaktmodellen schaffen schon Einsteigergeräte häufig Bildauflösungen von zehn und mehr Megapixeln. Die Steuerung fällt dank Autofokus und eingebauter Assistenten leicht. Mit Bildstabilisatoren gibt es kaum noch verwackelte Aufnahmen.

Casio EX-Z300: Mit dem von Casio eingebauten, neuen Bildprozessor Exilim Engine 3.0 kann die EX-Z300 automatisch dunkle Umgebungen oder Nachtszenen erkennen. Ganz ohne Stativ verringert die Kompaktkamera mögliche Verwacklungen und sorgt für helle, scharfe Porträts und Nachtaufnahmen. Sie erkennt und korrigiert automatisch die Aufnahmen, die unter schwierigen Lichtverhältnissen aufgenommen worden sind. Dazu zählen auch Gegenlichtaufnahmen von Personen, bei denen häufig die Gesichter zu dunkel erscheinen.

Casio hat sich auf Personenfotos konzentriert. So gibt es eine „Make Up Shot“-Funktion. Damit sieht die Haut der aufgenommenen Person glatter aus. Gleichzeitig sind weniger durch starkes Sonnenlicht oder Lichteinstrahlung verursachte Schatten im Gesicht zu sehen. Die Funktion lässt sich in zwölf Stufen – von leicht bis stark – einstellen.

Der Anwender kann das Ergebnis jeweils während der Aufnahme im drei Zoll großen Farbdisplay einsehen. Videos in hoher Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln kann die Casio-Kamera außerdem aufnehmen. Sie nutzt dabei den Videostandard H.264, mit dem Videos nach neuer Kompressionstechnologie gedreht werden können.

Olympus µ1050 SW: Diese Kompaktkamera ist wasserdicht bis zu drei Meter Tiefe und frostsicher bis zu minus zehn Grad Celsius. Für die Anwendung in solcher Kälte hat sie der Hersteller mit der „Tab-Control“-Funktion für die Nutzung mit dickem Handschuh produziert. Darüber lassen sich Kamerafunktionen durch Antippen seitlich und oben am Kameragehäuse steuern. So können der Quick-View-Modus aktiviert, Bilder angeschaut und Blitz oder Schattenaufhellung per Berührung genutzt werden.

Wer schöne Landschaften in ihrer ganzen Breite aufnehmen möchte, kann die Panorama-Funktion nutzen. Dabei werden einzelne Aufnahmen automatisch zu einem 130-Grad-Panorama zusammengefügt. Der Fotograf muss lediglich den ersten Bildausschnitt festlegen und einmal auslösen. Wird die Kamera danach in eine Richtung bewegt, erscheint eine Zielmarke. Sobald sich diese im Fadenkreuz auf dem Display zeigt, löst die Kamera automatisch aus. Im Lieferumfang ist ein Adapter enthalten, um xD-Picture- und microSD-Cards als Speichermedien einzusetzen.

Nikon D90: Im wachsenden Markt der Spiegelreflexkameras beanspruchen Canon und Nikon etwa die Hälfte des Marktes für sich. Diese Kameraklasse ist durch die wechselbaren Objektive und Systemzubehör besonders flexibel, kostet aber deutlich mehr als eine Kompaktkamera. Der Möglichkeit, das Bild bei der Aufnahme genau zu gestalten und zu kontrollieren, durch den Sucher oder über den Bildschirm, steht ein relativ hohes Gewicht gegenüber.

Die Nikon D90 ist eine echte Messeneuheit. Die Mittelklasse-Kamera erinnert in der Bedienung an die halbprofessionelle D300 und bietet viel Ausstattung zu einem attraktiven Preis. Eine Aufnahme zerlegt die D90 in 12,3 Millionen Bildpunkte. Damit sind extreme Bildvergrößerungen und großformatige Abzüge kein Problem. Das unkomprimierte Bildformat RAW soll beste Bildqualität bieten. Bilder lassen sich über den großen Drei-Zoll-Monitor auch während der Aufnahme als Liveview gut kontrollieren.

Die Belichtungsautomatik reicht von 30 Sekunden bis zu einer 1/4000 Sekunde, die Empfindlichkeit von 100 bis 6400 ISO. Damit sind auch scharfe Aufnahmen bei sehr wenig Licht und ohne Blitz möglich. Dank sehr kurzer Auslöseverzögerung schafft die Nikon bis zu 4,5 Bilder pro Sekunde. Interessant ist die Möglichkeit, Videos in hoher Auflösung aufzunehmen.

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Das ist in dieser Kameraklasse eine echte Neuheit. Dabei wird der Ton jedoch nur in Mono aufgezeichnet. Bilder und Videos lassen sich über eine HDMI-Schnittstelle auf einen Fernseher übertragen oder auf einer SD-Karte mit hoher Kapazität speichern (SDHC). SanDisk bietet zur Messe die ersten, extraschnellen SDHC-Karten an, die für die großen Datenströme der D90 gerüstet sind.

Samsung GX-20: Mit der GX-20 tritt Samsung erstmals mit einer Spiegelreflexkamera auf, um mit Nikon und Canon zu konkurrieren. Doch der Systemwechsel fällt vielen Fotografen schwer, wenn sie nicht nur Kamera und Objektiv, sondern auch ihr Zubehör neu kaufen müssen. An die GX-20 lassen sich daher nicht nur Objektive mit Samsung-Logo anschließen, sondern alle, die an ein Pentax-KAF-Bajonett passen. Samsung bietet sie mit Weitwinkel- und Telezoom an. Für Videoaufzeichnung taugt die GX-20 nicht.

Die GX-20 löst Bilder in 14,6 Millionen Punkte auf, etwas mehr als die Nikon. In der Praxis macht das aber kaum einen Unterschied. Auch bei der GX-20 stehen RAW- und Jpeg-Format zur Wahl. Der Monitor ist etwas kleiner als bei der Nikon und bietet eine gröbere Auflösung, ist aber für die schnelle Bildbeurteilung völlig ausreichend. Das klappt auch vor und während der Aufnahme im Liveview-Modus. Bis zu drei Bilder pro Sekunde sind im Serienbild-Modus möglich. Mit 710 Gramm ist die Samsung-Kamera zwar recht schwer, liegt damit aber ruhig in der Hand.

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Photokina – World Of Imaging: Praktische Alleskönner

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 21.09.2008

Von Guido Nedden und Helge Denker

Egal ob kompakt oder Spiegelreflex: Die neuen Fotoapparate beherrschen Hunderte Funktionen. Ein Überblick der interessantesten auf der Photokina vorgestellten Modelle

Zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkameras (SR) lässt sich kaum noch unterscheiden. Der wesentliche Unterschied besteht nur noch darin, dass SR-Kameras das Motiv über einen Spiegel auf eine Mattscheibe lenken, damit der Fotograf es mit dem Objektiv betrachten kann. Doch ansonsten verwischen die Grenzen. Zum einen ist der Übergang durch eine neue Produktklasse fließend geworden. Diese Bridgekameras verfügen zwar über ein Wechselobjektiv wie SR-Apparate, sie sind aber weniger leistungsstark, flexibel und günstiger. Zum anderen bietet Panasonic als technische Neuheit eine kompakte Digitalkamera an, die sich mit Wechselobjektiven nutzen lässt – ein Merkmal von SR-Modellen.

Die Lumix DMC-G1 wiegt nur 380 Gramm und kommt auf eine Auflösung von 12,1 Megapixeln. Sie beherrscht Gesichtserkennung sowie einen schnellen Autofokus, der die Schärfe der Aufnahme schon vor dem Andrücken des Auslösers berechnet. Das Besondere ist jedoch: Mithilfe eines Adapters lassen sich herkömmliche Objektive des Four-Thirds-Systems anschließen. Four-Thirds beschreibt einen vor allem auf SR-Kameras abgestimmten Standard.

Dieser Standard bestimmt neben Sensorausmaßen und Kommunikationsprotokollen auch das Objektivbajonett. Im November kommt die Lumix DMC-G1 wohl in den Handel. Doch nicht nur zwischen den Klassen der Kompakt- sowie der SR-Kameras gibt es Innovationen, auch in den Klassen selbst stellen die Hersteller auf der Photokina Innovationen vor.

Die SR-Modelle sind mit weiteren Funktionen ausgestattet worden, eine Kamera kann sogar Videos aufzeichnen – in dieser Klasse gab es das bisher noch nicht. Bei den Kompaktmodellen schaffen schon Einsteigergeräte häufig Bildauflösungen von zehn und mehr Megapixeln. Die Steuerung fällt dank Autofokus und eingebauter Assistenten leicht. Mit Bildstabilisatoren gibt es kaum noch verwackelte Aufnahmen.

Casio EX-Z300

Mit dem von Casio eingebauten, neuen Bildprozessor Exilim Engine 3.0 kann die EX-Z300 automatisch dunkle Umgebungen oder Nachtszenen erkennen. Ganz ohne Stativ verringert die Kompaktkamera mögliche Verwacklungen und sorgt für helle, scharfe Porträts und Nachtaufnahmen. Sie erkennt und korrigiert automatisch die Aufnahmen, die unter schwierigen Lichtverhältnissen aufgenommen worden sind. Dazu zählen auch Gegenlichtaufnahmen von Personen, bei denen häufig die Gesichter zu dunkel erscheinen.

Casio hat sich auf Personenfotos konzentriert. So gibt es eine „Make Up Shot“-Funktion. Damit sieht die Haut der aufgenommenen Person glatter aus. Gleichzeitig sind weniger durch starkes Sonnenlicht oder Lichteinstrahlung verursachte Schatten im Gesicht zu sehen. Die Funktion lässt sich in zwölf Stufen – von leicht bis stark – einstellen.

Der Anwender kann das Ergebnis jeweils während der Aufnahme im drei Zoll großen Farbdisplay einsehen. Videos in hoher Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln kann die Casio-Kamera außerdem aufnehmen. Sie nutzt dabei den Videostandard H.264, mit dem Videos nach neuer Kompressionstechnologie gedreht werden können.

Olympus µ1050 SW

Diese Kompaktkamera ist wasserdicht bis zu drei Meter Tiefe und frostsicher bis zu minus zehn Grad Celsius. Für die Anwendung in solcher Kälte hat sie der Hersteller mit der „Tab-Control“-Funktion für die Nutzung mit dickem Handschuh produziert. Darüber lassen sich Kamerafunktionen durch Antippen seitlich und oben am Kameragehäuse steuern. So können der Quick-View-Modus aktiviert, Bilder angeschaut und Blitz oder Schattenaufhellung per Berührung genutzt werden.

Wer schöne Landschaften in ihrer ganzen Breite aufnehmen möchte, kann die Panorama-Funktion nutzen. Dabei werden einzelne Aufnahmen automatisch zu einem 130-Grad-Panorama zusammengefügt. Der Fotograf muss lediglich den ersten Bildausschnitt festlegen und einmal auslösen. Wird die Kamera danach in eine Richtung bewegt, erscheint eine Zielmarke. Sobald sich diese im Fadenkreuz auf dem Display zeigt, löst die Kamera automatisch aus. Im Lieferumfang ist ein Adapter enthalten, um xD-Picture- und microSD-Cards als Speichermedien einzusetzen.

Nikon D90

Im wachsenden Markt der Spiegelreflexkameras beanspruchen Canon und Nikon etwa die Hälfte des Marktes für sich. Diese Kameraklasse ist durch die wechselbaren Objektive und Systemzubehör besonders flexibel, kostet aber deutlich mehr als eine Kompaktkamera. Der Möglichkeit, das Bild bei der Aufnahme genau zu gestalten und zu kontrollieren, durch den Sucher oder über den Bildschirm, steht ein relativ hohes Gewicht gegenüber.

Die Nikon D90 ist eine echte Messeneuheit. Die Mittelklasse-Kamera erinnert in der Bedienung an die halbprofessionelle D300 und bietet viel Ausstattung zu einem attraktiven Preis. Eine Aufnahme zerlegt die D90 in 12,3 Millionen Bildpunkte. Damit sind extreme Bildvergrößerungen und großformatige Abzüge kein Problem. Das unkomprimierte Bildformat RAW soll beste Bildqualität bieten. Bilder lassen sich über den großen Drei-Zoll-Monitor auch während der Aufnahme als Liveview gut kontrollieren.

Die Belichtungsautomatik reicht von 30 Sekunden bis zu einer 1/4000 Sekunde, die Empfindlichkeit von 100 bis 6400 ISO. Damit sind auch scharfe Aufnahmen bei sehr wenig Licht und ohne Blitz möglich. Dank sehr kurzer Auslöseverzögerung schafft die Nikon bis zu 4,5 Bilder pro Sekunde. Interessant ist die Möglichkeit, Videos in hoher Auflösung aufzunehmen.

Das ist in dieser Kameraklasse eine echte Neuheit. Dabei wird der Ton jedoch nur in Mono aufgezeichnet. Bilder und Videos lassen sich über eine HDMI-Schnittstelle auf einen Fernseher übertragen oder auf einer SD-Karte mit hoher Kapazität speichern (SDHC). SanDisk bietet zur Messe die ersten, extraschnellen SDHC-Karten an, die für die großen Datenströme der D90 gerüstet sind.

Samsung GX-20

Mit der GX-20 tritt Samsung erstmals mit einer Spiegelreflexkamera auf, um mit Nikon und Canon zu konkurrieren. Doch der Systemwechsel fällt vielen Fotografen schwer, wenn sie nicht nur Kamera und Objektiv, sonder auch ihr Zubehör neu kaufen müssen. An die GX-20 lassen sich daher nicht nur Objektive mit Samsung-Logo anschließen, sondern alle, die an ein Pentax-KAF-Bajonett passen. Samsung bietet sie mit Weitwinkel- und Telezoom an. Für Videoaufzeichnung taugt die GX-20 nicht.

Die GX-20 löst Bilder in 14,6 Millionen Punkte auf, etwas mehr als die Nikon. In der Praxis macht das aber kaum einen Unterschied. Auch bei der GX-20 stehen RAW- und Jpeg-Format zur Wahl. Der Monitor ist etwas kleiner als bei der Nikon und bietet eine gröbere Auflösung, ist aber für die schnelle Bildbeurteilung völlig ausreichend. Das klappt auch vor und während der Aufnahme im Liveview-Modus. Bis zu drei Bilder pro Sekunde sind im Serienbild-Modus möglich. Mit 710 Gramm ist die Samsung-Kamera zwar recht schwer, liegt damit aber ruhig in der Hand.

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