Internet, TV und Musik – So klappt das Multimedia-Netzwerk für zu Hause

11. Oktober 2009
Welt am Sonntag, Welt-Online 18.05.2009

Von Guido Nedden

Über Kabel, Funk oder Stromleitungen lassen sich Musik, Videos und Fernsehbilder in der Wohnung verteilen und miteinander vernetzen. Doch die einzelnen Übertragungsmöglichkeiten haben ihre Tücken. WELT ONLINE hat sich die Technik angeschaut und zeigt, wie jeder sein Zuhause optimal vernetzen kann.

In ihrer Werbung preisen Hersteller fast alle ihre Produkte als netzwerkfähig an – als das besondere Etwas. Das klingt nach aktuellem Stand der Technik und nach bequemer Steuerung aller Medien über ein Gerät. Grundsätzlich stimmt das auch, es fehlt aber noch das Netzwerk, das Fernseher, Computer, Notebook, MP3-Spieler, DVD-Player, Audioanlage und Spielekonsole miteinander verbindet.

Über solche Netzwerke können mehrere Nutzer nicht nur gleichzeitig im Web surfen und auf Computerdaten zugreifen. Es lassen sich auch Bilder austauschen, Musik auf alle Lautsprecher im Haus verteilen und Videos auf dem TV-Gerät ansehen. Notwendig dafür ist ein Betriebssystem auf dem Rechner, das Netzwerkverbindungen unterstützt, sowie die Verbindung über Kabel, Funk oder Stromleitungen.

Ein Funknetzwerk (WLAN) oder eines mit Kabelverbindung (LAN) lässt sich mit herkömmlichen DSL-Routern oder –Modems einrichten. Funk hat den Vorteil, dass Nutzer in der Lage sind, von jedem Ort auf die Daten zuzugreifen. So können sie sich mit einem Laptop oder Netbook frei in der Wohnung bewegen, während sie mit dem Internet in Verbindung bleiben.

Einer der größten Nachteile ist allerdings das Tempo des Datenflusses. Das WLAN ist enttäuschend langsam, wenn größere Datenmengen im Netzwerk von Rechner zu Rechner kopiert werden. Vor allem ist die Funkreichweite gering. Der WLAN-Router kann oft Rechner, die in einer anderen Etage postiert sind, oder Geräte wie Netzwerkspeicher (NAS), Server und Netzwerkdrucker, die im Keller stehen, nicht erreichen.

Neben der Funkübertragung gibt es zwei wichtige Techniken, um Rechner miteinander zu verbinden: das klassische Kabel-Netzwerk und die Vernetzung über Stromleitungen (Powerline).

Kabel-Netzwerk

Wie schnell Daten durch das Netzwerk übermittelt werden, gibt die Datenrate in Megabit oder Kilobit pro Sekunde an. Für die höchsten Datenraten sorgt immer noch die Übertragung via Kabel in einem sogenannten Ethernet. Mit einem Fast-Ethernet, das 100 Megabit pro Sekunde erreicht, ist die Geschwindigkeit so hoch, wie es Funk-Netzwerke des aktuellen WLAN-Standards 11n nur bei optimalen Bedingungen und auf kürzester Distanz schaffen. Noch schneller geht es mit einem Gigabit-Ethernet

Die Kosten für ein Ethernet sind gering. Eine Fast-Ethernet-Schnittstelle haben sogar günstige PCs sowie Note- und Netbooks an Bord. Sofern es nicht im Lieferumfang des DSL-Routers enthalten ist, brauchen Nutzer nur noch ein entsprechendes Netzwerkkabel. Ein fünf Meter langes Kabel kostet sieben Euro. Es gibt die Leitungen in unterschiedlichen Qualitäten, von CAT-1 bis CAT-7. Zu empfehlen ist mindestens die Kategorie CAT-5. Über einen Switch lassen sich mehrere Rechner indirekt miteinander verkabeln. Dieser ist meist in den Routern enthalten. Ein neuer Fast-Ethernet-Switch kostet 15 Euro.Im Unterschied zu Funk-Netzwerken sind die klassischen Kabelnetze sehr sicher. Ohne direkten Zugriff können Unbefugte die Daten nicht abfangen. Den größten Installationsaufwand bereitet das Netzwerkkabel selbst. Zwar ist es recht einfach an Rechner und DSL-Router anzuschließen, es könnte aber zur Stolperfalle werden, wenn es frei in der Wohnung auf dem Boden liegt. Die steifen, sperrigen Kabel sind nicht leicht zu verlegen, und wegen der etwa zwölf Millimeter breiten Stecker müssen Nutzer große Löcher bohren, um eine Datenleitung von einem ins andere Zimmer zu legen.

Powerline

Sollte es nicht möglich oder zu umständlich sein, Rechner in andere Zimmer über Kabel oder Funk in das Netzwerk einzubinden, hilft die Vernetzung über Stromleitung. Die Technik dafür bezeichnen Anbieter als Powerline, Homeplug oder DLAN. Die Anforderungen zur Einrichtung einer solchen Verbindung sind niedrig, da Steckdosen und Stromkabel meist in jedem Raum vorhanden sind. Für jeden einzelnen Rechner, der über Powerline angeschlossen wird, benötigt der Nutzer einen Adapter, der mindestens 45 Euro kostet.

Die Datenübertragung lässt sich mit der beiliegenden Software verschlüsseln. Die Datenraten können in der Praxis durchaus 60 Megabit pro Sekunde erreichen und damit auch hochauflösende Videos weiterleiten. Bei den Adaptern mit geringeren Raten reicht es zumindest zum Websurfen und Verteilen von Musikdaten.

Wie gut das Powerline-System funktioniert, erfährt der Nutzer erst nach der Installation: Die Datenrate richtet sich nach Qualität und Struktur der Stromleitungen sowie nach der Nutzung anderer Stromkonsumenten. Leider gibt es keinen festen Powerline-Standard. Die unterschiedlichen Formate sind zueinander oft nicht kompatibel. Daher empfiehlt es sich, die Powerline-Ausstattung von nur einem Hersteller zu beziehen.

Funk-Netzwerk

Wegen der flexiblen Nutzung bietet ein Funk-Netzwerk mehr Komfort als die kabelgebundenen. Entsprechende WLAN-Router kosten zwischen 70 und 200 Euro. Allerdings gibt es sie meist gegen eine geringe Gebühr oder sogar gratis bei Abschluss eines neuen DSL-Vertrags vom Provider (etwa 35 Euro pro Monat mit DSL- und Telefonie-Flatrate). Wer einen PC oder ein älteres Notebook nutzt, braucht noch einen USB-Stick für WLAN.

Bei aktuellen Laptop- und Netbook-Modellen sowie bei der noch neuen Kategorie der Mini-PCs ist ein WLAN-Modul eingebaut. Ganz neu im Handel ist der Router des Herstellers Belkin, der lediglich49 Euro kostet und trotzdem die meisten Funktionen bietet.

Die Standard-Datenrate von WLAN liegt bei 50 Megabit pro Sekunde. Sind die Daten über nicht mehr als fünf Meter zu übertragen, erreichen manche Router auch etwa 100 Megabit pro Sekunde. Die Funkwellen sind jedoch nicht sehr stabil und werden leicht durch andere WLANs, Möbel, Wände und durch die Wohnung laufende Personen gestört. Über mehrere Etagen funktionieren WLANs nicht. Schon bei 20 Metern überträgt das Netzwerk die Daten sehr langsam.

Wer keine Kabel mühsam hinter Möbeln oder in Kabelschächten verlegen möchte, kann mit einem Repeater oder dem Wireless Distribution System (WDS) die Reichweite des Funknetzes erhöhen. Der Repeater dient der WLAN-Erweiterung und lässt sich zwischen DSL-Router und PC schalten.

Keine Verbindung

Der Fritz WLAN Repeater N/G (70 Euro) von AVM zum Beispiel unterstützt alle wichtigen Funktionen, so etwa die Verschlüsselung der Funk-Netzwerke. Die Installation ist recht einfach, denn der Fritz-Repeater wird einfach in die Steckdose gesteckt. Danach benötigt das Gerät noch eine Software, die es im Internet unter avm.de/repeater zu beziehen gibt und die den Repeater in das bestehende WLAN-Netzwerk installiert. Manuell schließt der Nutzer den Repeater über WLAN an den Computer an und tippt das angegebene Passwort des Geräts ein.

Viele Router können keine Verbindung mit Repeatern herstellen, außer sie kommen von demselben Hersteller. Dafür aber beherrschen die meisten Modelle das Wireless Distribution System (WDS). Das WDS ist für ein größeres Funk-Netzwerk interessant, wenn zwei Router kabellos verbunden werden sollen. Voraussetzung für WDS ist, dass Netzwerkkennung (SSID) und Funkkanal übereinstimmen.

Problem ist auch hier das Sicherheitsmanko: Bei beiden WDS-Geräten muss die Verschlüsselung übereinstimmen. Kommen die Geräte von unterschiedlichen Herstellern, kann der Nutzer nur die leicht zu knackende WEP-Codierung anwenden. Das Sicherheitsrisiko gilt grundsätzlich auch für eine ganz einfache WLAN-Verbindung zwischen Computer und DSL-Router. Immer wenn Funk die Daten überträgt, lassen sie sich abgreifen. Daher sollte jeder als Erstes seine WPA-Verschlüsselung aktivieren.

Um die höchstmögliche Datenrate und Stabilität der Datenverbindung sicherzustellen, müssen sich Anwender nicht für Kabel, Powerline oder Funk entscheiden, die Techniken lassen sich auch kombinieren. So ist es zum Beispiel möglich, die Internetdaten vom DSL-Anschluss im Keller über Stromleitung an den Router im Wohnzimmer zu transportieren. Von dort verteilt sie ein WLAN kabellos in die übrigen Zimmer des Hauses.

Die wichtigsten Begriffe für die Netzwerk-Arbeit:

‘Hub’,

‘Mit einem Hub lassen sich mehrere Computer miteinander verbinden. Er dient als Knotenpunkt im Netzwerk und leitet alle Daten an die angeschlossenen Rechner weiter. Anhand einer eindeutig zugeordneten Adresse suchen sich die Rechner die Daten heraus, die für sie bestimmt sind.’

‘IP-Adresse’

‘Über die Internet-Protocol-Adresse unterscheiden sich die einzelnen Netzwerkgeräte voneinander. Im Internet muss diese32 Bit lange, numerische Bezeichnung nach einem bestimmten Muster weltweit eindeutig sein. Im lokalen Netzwerk, zum Beispiel zwischen Computer und DSL-Router, weist der Nutzer dem Rechner eine private IP-Adresse zu.

‘Router’

‘Der Router arbeitet wie ein Reiseführer für die Datenpakete. Übermittelt ein Rechner Daten, kennt er zwar die IP-Adresse des Empfängers, nicht aber den Pfad zu ihm. Deshalb sendet der Computer die Daten an den Router, der mit dem Empfänger verbunden ist oder sie dem nächsten Router zuleitet.’

‘Switch’

‘Der Switch ist mit dem Hub als Knotenpunkt im Netzwerk vergleichbar. Er verbindet aber zwei Rechner mit voller Netzwerkbandbreite und sendet die Datenpakete somit direkt an den Empfänger.’

‘WEP’

‘Die WLAN-Verschlüsselung Wired Equivalent Privacy ist statisch und sollte unbedingt in WPA oder noch besser WPA2 gewechselt werden, denn sie nutzt immer denselben Schlüssel und ist somit leicht zu knacken. Experten haben dies schon in weniger als einer Minute geschafft. Der WEP-Schlüssel ist 64 oder 128 Bit lang und besteht aus einem zehn- bis 26-stelligen Code.’

‘WPA’

‘Die WLAN-Verschlüsselung WiFi Protected Access ist dynamisch und deutlich sicherer als WEP. WPA verändert die Codierung für jedes zu übertragende Datenpaket und berechnet dabei die MAC-Adresse des jeweiligen Sendegeräts mit.’

=> Welt.de


Bestens vernetzt

11. Oktober 2009

Welt am Sonntag, Welt-Online 17.05.2009

Von Guido Nedden

Serie über Multimedia-Netzwerke zu Hause, Teil I: Vernetzung. Über Kabel, Funk oder Stromleitungen lassen sich Musik, Videos und Fernsehbilder in der Wohnung verteilen. Am besten ist eine Kombination der Techniken

In ihrer Werbung preisen Hersteller fast alle ihre Produkte als netzwerkfähig an – als das besondere Etwas. Das klingt nach aktuellem Stand der Technik und nach bequemer Steuerung aller Medien über ein Gerät. Grundsätzlich stimmt das auch, es fehlt aber noch das Netzwerk, das Fernseher, Computer, Notebook, MP3-Spieler, DVD-Player, Audioanlage und Spielekonsole miteinander verbindet. Über solche Netzwerke können mehrere Nutzer nicht nur gleichzeitig im Web surfen und auf Computerdaten zugreifen. Es lassen sich auch Bilder austauschen, Musik auf alle Lautsprecher im Haus verteilen und Videos auf dem TV-Gerät ansehen. Notwendig dafür ist ein Betriebssystem auf dem Rechner, das Netzwerkverbindungen unterstützt, sowie die Verbindung über Kabel, Funk oder Stromleitungen.

Ein Funknetzwerk (WLAN) oder eines mit Kabelverbindung (LAN) lässt sich mit herkömmlichen DSL-Routern oder -Modems einrichten. Funk hat den Vorteil, dass Nutzer in der Lage sind, von jedem Ort auf die Daten zuzugreifen. So können sie sich mit einem Laptop oder Netbook frei in der Wohnung bewegen, während sie mit dem Internet in Verbindung bleiben.

Einer der größten Nachteile ist allerdings das Tempo des Datenflusses. Das WLAN ist enttäuschend langsam, wenn größere Datenmengen im Netzwerk von Rechner zu Rechner kopiert werden. Vor allem ist die Funkreichweite gering. Der WLAN-Router kann oft Rechner, die in einer anderen Etage postiert sind, oder Geräte wie Netzwerkspeicher (NAS), Server und Netzwerkdrucker, die im Keller stehen, nicht erreichen.

Neben der Funkübertragung gibt es zwei wichtige Techniken, um Rechner miteinander zu verbinden: das klassische Kabel-Netzwerk und die Vernetzung über Stromleitungen (Powerline).

Kabel-Netzwerk

Wie schnell Daten durch das Netzwerk übermittelt werden, gibt die Datenrate in Megabit oder Kilobit pro Sekunde an. Für die höchsten Datenraten sorgt immer noch die Übertragung via Kabel in einem sogenannten Ethernet. Mit einem Fast-Ethernet, das 100 Megabit pro Sekunde erreicht, ist die Geschwindigkeit so hoch, wie es Funk-Netzwerke des aktuellen WLAN-Standards 11n nur bei optimalen Bedingungen und auf kürzester Distanz schaffen. Noch schneller geht es mit einem Gigabit-Ethernet.

Die Kosten für ein Ethernet sind gering. Eine Fast-Ethernet-Schnittstelle haben sogar günstige PCs sowie Note- und Netbooks an Bord. Sofern es nicht im Lieferumfang des DSL-Routers enthalten ist, brauchen Nutzer nur noch ein entsprechendes Netzwerkkabel. Ein fünf Meter langes Kabel kostet sieben Euro. Es gibt die Leitungen in unterschiedlichen Qualitäten, von CAT-1 bis CAT-7. Zu empfehlen ist mindestens die Kategorie CAT-5. Über einen Switch (siehe Glossar) lassen sich mehrere Rechner indirekt miteinander verkabeln. Dieser ist meist in den Routern enthalten. Ein neuer Fast-Ethernet-Switch kostet 15 Euro.

Im Unterschied zu Funk-Netzwerken sind die klassischen Kabelnetze sehr sicher. Ohne direkten Zugriff können Unbefugte die Daten nicht abfangen. Den größten Installationsaufwand bereitet das Netzwerkkabel selbst. Zwar ist es recht einfach an Rechner und DSL-Router anzuschließen, es könnte aber zur Stolperfalle werden, wenn es frei in der Wohnung auf dem Boden liegt. Die steifen, sperrigen Kabel sind nicht leicht zu verlegen, und wegen der etwa zwölf Millimeter breiten Stecker müssen Nutzer große Löcher bohren, um eine Datenleitung von einem ins andere Zimmer zu legen.

Powerline

Sollte es nicht möglich oder zu umständlich sein, Rechner in andere Zimmer über Kabel oder Funk in das Netzwerk einzubinden, hilft die Vernetzung über Stromleitung. Die Technik dafür bezeichnen Anbieter als Powerline, Homeplug oder DLAN. Die Anforderungen zur Einrichtung einer solchen Verbindung sind niedrig, da Steckdosen und Stromkabel meist in jedem Raum vorhanden sind. Für jeden einzelnen Rechner, der über Powerline angeschlossen wird, benötigt der Nutzer einen Adapter, der mindestens 45 Euro kostet.

Die Datenübertragung lässt sich mit der beiliegenden Software verschlüsseln. Die Datenraten können in der Praxis durchaus 60 Megabit pro Sekunde erreichen und damit auch hochauflösende Videos weiterleiten. Bei den Adaptern mit geringeren Raten reicht es zumindest zum Websurfen und Verteilen von Musikdaten.

Wie gut das Powerline-System funktioniert, erfährt der Nutzer erst nach der Installation: Die Datenrate richtet sich nach Qualität und Struktur der Stromleitungen sowie nach der Nutzung anderer Stromkonsumenten. Leider gibt es keinen festen Powerline-Standard. Die unterschiedlichen Formate sind zueinander oft nicht kompatibel. Daher empfiehlt es sich, die Powerline-Ausstattung von nur einem Hersteller zu beziehen.

Funk-Netzwerk

Wegen der flexiblen Nutzung bietet ein Funk-Netzwerk mehr Komfort als die kabelgebundenen. Entsprechende WLAN-Router kosten zwischen 70 und 200 Euro. Allerdings gibt es sie meist gegen eine geringe Gebühr oder sogar gratis bei Abschluss eines neuen DSL-Vertrags vom Provider (etwa 35 Euro pro Monat mit DSL- und Telefonie-Flatrate). Wer einen PC oder ein älteres Notebook nutzt, braucht noch einen USB-Stick für WLAN.

Bei aktuellen Laptop- und Netbook-Modellen sowie bei der noch neuen Kategorie der Mini-PCs ist ein WLAN-Modul eingebaut. Ganz neu im Handel ist der Router des Herstellers Belkin, der lediglich49 Euro kostet und trotzdem die meisten Funktionen bietet.

Die Standard-Datenrate von WLAN liegt bei 50 Megabit pro Sekunde. Sind die Daten über nicht mehr als fünf Meter zu übertragen, erreichen manche Router auch etwa 100 Megabit pro Sekunde. Die Funkwellen sind jedoch nicht sehr stabil und werden leicht durch andere WLANs, Möbel, Wände und durch die Wohnung laufende Personen gestört. Über mehrere Etagen funktionieren WLANs nicht. Schon bei 20 Metern überträgt das Netzwerk die Daten sehr langsam.

Wer keine Kabel mühsam hinter Möbeln oder in Kabelschächten verlegen möchte, kann mit einem Repeater oder dem Wireless Distribution System (WDS) die Reichweite des Funknetzes erhöhen. Der Repeater dient der WLAN-Erweiterung und lässt sich zwischen DSL-Router und PC schalten.

Der Fritz WLAN Repeater N/G (70 Euro) von AVM zum Beispiel unterstützt alle wichtigen Funktionen, so etwa die Verschlüsselung der Funk-Netzwerke. Die Installation ist recht einfach, denn der Fritz-Repeater wird einfach in die Steckdose gesteckt. Danach benötigt das Gerät noch eine Software, die es im Internet unter avm.de/repeater zu beziehen gibt und die den Repeater in das bestehende WLAN-Netzwerk installiert. Manuell schließt der Nutzer den Repeater über WLAN an den Computer an und tippt das angegebene Passwort des Geräts ein.

Viele Router können keine Verbindung mit Repeatern herstellen, außer sie kommen von demselben Hersteller. Dafür aber beherrschen die meisten Modelle das Wireless Distribution System (WDS). Das WDS ist für ein größeres Funk-Netzwerk interessant, wenn zwei Router kabellos verbunden werden sollen. Voraussetzung für WDS ist, dass Netzwerkkennung (SSID) und Funkkanal übereinstimmen.

Problem ist auch hier das Sicherheitsmanko: Bei beiden WDS-Geräten muss die Verschlüsselung übereinstimmen. Kommen die Geräte von unterschiedlichen Herstellern, kann der Nutzer nur die leicht zu knackende WEP-Codierung anwenden. Das Sicherheitsrisiko gilt grundsätzlich auch für eine ganz einfache WLAN-Verbindung zwischen Computer und DSL-Router. Immer wenn Funk die Daten überträgt, lassen sie sich abgreifen. Daher sollte jeder als Erstes seine WPA-Verschlüsselung aktivieren.

Um die höchstmögliche Datenrate und Stabilität der Datenverbindung sicherzustellen, müssen sich Anwender nicht für Kabel, Powerline oder Funk entscheiden, die Techniken lassen sich auch kombinieren. So ist es zum Beispiel möglich, die Internetdaten vom DSL-Anschluss im Keller über Stromleitung an den Router im Wohnzimmer zu transportieren. Von dort verteilt sie ein WLAN kabellos in die übrigen Zimmer des Hauses.

=> Welt.de


Zu klein für Menschenhände?

16. April 2009

Welt am Sonntag, Welt-Online 29.03.2009

Auf der Cebit wurden neue Handys, Displays und MP3-Player vorgestellt. Jetzt kommt die Technik ins Regal. Die neuen Geräte sind noch kleiner geworden. Praktischer sind sie deshalb nicht

Von Guido Nedden

Bereits in den 90er-Jahren schlug der Trend unrühmliche Wellen. Damals wurden Handys plötzlich so klein, dass ein Erwachsener mit einem Fingerdruck gleichzeitig zwei bis drei Tasten betätigt hat. Nach Kundenbeschwerden nahmen die Hersteller dann erst mal Abstand vom Minimalismus. Doch jetzt kehrt die Entwicklung verstärkt zurück. Dank technischer Entwicklung können Akkus, Festplatten, Speicher- und Prozessorchips noch kleiner gefertigt werden als bisher, sodass es für die minimalistische Bauweise neue Möglichkeiten gibt. Apple hat es bereits mit seinem MacBook Air, seinen iPods sowie dem iPhone vorgemacht. Mittlerweile haben auch Speichermedien für Handys mehrere Gigabyte Speicherkapazität.

Das gilt genauso für USB-Sticks, die sogar in Fingernagelgröße hergestellt werden können. Auch vom Gewicht her bringt die Miniaturisierung Vorteile: Wog eine Videokamera früher um die fünf bis sechs Kilo und lag schwer auf Armen und Schulter, so sind die neuen HD-Cams kompakt gebaut und so leicht, dass man sie bequem mit einer Hand steuern kann.

Die Miniaturisierung hat aber auch Nachteile: So waren der große Verkaufsschlager im vergangenen Jahr Netbooks, die sich mancher als privaten Erstrechner gekauft hat. Vielen Käufern war aber nicht klar, dass diese Laptops mit winzigem Display über kein Laufwerk verfügen. Ihre Hardware erlaubt nur einfache Anwendungen wie im Internet zu surfen, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Wer auch kreativ mit seinem Rechner arbeiten möchte, sollte etwas mehr investieren. Und auch kleine USB-Sticks kann man schnell verlieren.

Insofern hat nicht alles, was „mini“ ist, mehr Vorteile – hier die neuesten Geräte.

Kamera mit Touchscreen

Sony bringt mit der Cybershot T900 eine sehr kompakte Kamera auf den Markt. Das Gehäuse ist mit 1,51 Zentimetern sehr flach. Angeschaltet wird die Kamera mit dem Schiebeverschluss, der das Carl Zeiss Vario Tessar-Objektiv mit vierfach optischem Zoom und einem Brennweitenbereich von 35 bis 140 Millimetern vor Beschädigungen schützt. Die Kamera hat eine Auflösung von zwölf Megapixeln. Ein Bildstabilisator ist ebenfalls an Bord. Auch Videoaufnahmen im HD-Format (1280 x 720 Pixel) sind möglich. Außerdem verfügt die Cybershot T900 über einen Touchscreen, über den sie bedient wird. Mit dem Finger lassen sich sogar Bildausschnitte vergrößern, was dem Nutzer etwa von Apples iPhone her bekannt sein dürfte. Im Lieferumfang der 400 Euro teuren Kompaktkamera ist auch eine Docking-Station enthalten, über die man per HDMI-Schnittstelle seine Aufnahmen auf einem Flachfernseher betrachten kann.

Stoßfester Camcorder

Mit der HD-Cam HMX-R10 bringt Samsung einen kompakten und zugleich stoßfesten Camcorder auf den Markt. Um die Kamera bequemer halten zu können, wurde die Optik um 25 Grad nach oben gedreht. Der Nutzer kann seine Motive so leicht aus verschiedenen Perspektiven aufzeichnen, ohne die Kamera hochzuhalten. Hierdurch wird auch die Belastung für das Handgelenk reduziert. Dabei lässt sich die Kamera auch während des Filmens umdrehen, sodass die Linse wahlweise schräg nach oben oder unten zeigt. Die Invertierfunktion des Displays springt dabei automatisch auf die entsprechende Sicht um. Darüber hinaus profitiert der Nutzer von einem fünffachen optischen Zoom und einem schwenkbaren 2,7-Zoll-Touchscreen-LCD. Das HD-Modell ist mit einem Neun-Megapixel-CMOS-Sensor ausgestattet. Filme und Fotos lassen sich ganz einfach auch auf dem heimischen TV-Gerät oder PC-Monitor zeigen. Das aufklappbare Display ist extrem flach gestaltet und versteckt alle Bedienelemente auf der inneren Seite. Der Preis steht noch nicht fest.

Kleiner MP3-Player

Kleiner geht es fast nicht: Die dritte Generation des iPod shuffle mit vier Gigabyte Speicherkapazität hat ein Aluminiumgehäuse und ist nur noch halb so groß wie sein Vorgänger. Rund 1000 Songs lassen sich darauf speichern. Über die USB 2.0-Buchse wird der neue iPod geladen. Die „Voice Over“-Funktion teilt über die Kopfhörer mit, welcher Song und Interpret gerade spielt oder welche Wiedergabe- oder Playliste gerade zu hören ist. Nachteil der kompakten Bauweise ist, dass es am Player selbst keine Bedienelemente mehr gibt, sondern alles über die im zugehörigen Kopfhörer integrierte Fernbedienung per Fingertipp gesteuert wird. Das Gerät kostet 79 Euro.

Walkman W-Serie

Sonys neuer Walkman der W-Serie kommt im peppigen Kopfhörer-Design zu den Kunden und ist mit neuem Suchmodus ausgestattet. Die eingebauten 13,5 Millimeter EX-Kopfhörer werden durch ein Kabel, das hinter dem Kopf entlanggeführt wird, miteinander verbunden, sodass es beim Tragen kaum bemerkt wird. Das erweist sich vor allem beim Joggen als hilfreich, da kein Ohrstecker verrutscht oder MP3-Player aus der Tasche fallen kann. Durch den neuen „Zappin“-Modus kann der Nutzer schnell durch seine Musiksammlung blättern. Jeden gewählten Titel spielt er für einige Sekunden aus der Mitte des Songs an. Die W-Serie bietet zwei Gigabyte Speicherkapazität. Eine Schnellladefunktion ermöglicht das Aufladen des Akkus in drei Minuten für 90 Minuten Abspielzeit. Insgesamt bietet die W-Serie nach 1,5 Stunden Aufladen des Akkus durchgehend zwölf Stunden Musikgenuss. Neben dem Lade- und USB-Kabel sind im Lieferumfang des Walkmans der W-Serie auch Silikon-Ohrpolster in drei Größen enthalten. Preis: 79 Euro

Flaches Smartphone

Mit dem nach eigenen Angaben „weltweit dünnsten“ Handy TG01 mit 9,9 Millimetern Tiefe will Toshiba offensichtlich dem Apple iPhone Konkurrenz machen. Das Smartphone hat einen Bildschirm mit 104 Millimetern Diagonale und das Betriebssystem Windows Mobile 6.1 Professional an Bord. Das Handy verfügt über mehrere Mobilfunk-Standards sowie eine 3,2-Megapixel-Kamera. Besonderheit: Es verfügt wie auch die Toshiba-Notebooks über Gestensteuerung. Einkommende Anrufe können dadurch per Schütteln des Telefons angenommen werden. Zwischen geöffneten Anwendungen navigiert der Nutzer durch Neigen des TG01 nach rechts oder links. Das Smartphone hat einen 512 Megabyte großen Arbeitsspeicher. Das dünne Handy wiegt 129 Gramm und ist ab Sommer erhältlich. Der Preis steht noch nicht fest.

Mini-Tablet-PC

Der Eee PC T91 von Asus ist ein Tablet-PC mit einem 8,9-Zoll-Touchscreen, der sich um 180 Grad drehen lässt. Zugeklappt ist der Mini-Computer wie ein Schreibblock nutzbar. Das Netbook besitzt einen Strom sparenden Atom-Prozessor, WLAN, Bluetooth sowie das bewährte Betriebssystem Windows XP und wiegt 980 Gramm. Im Touchscreen-Modus kann man ihn leicht mit dem Finger bedienen. Die Akkus laufen fünf Stunden. Der Eee PC T91 kostet rund 400 Euro.

Hybrid-Netbook

Seit wenigen Tagen schickt MSI mit dem U115 einen Dauerläufer ins Netbook-Rennen. Unter der schicken silberfarbenen Oberfläche arbeitet eine Hybrid-Lösung. Ziel war es, die Startzeit zu verkürzen und zugleich die Batterielaufzeit wesentlich zu verlängern. Lösung: Das rechenintensive Betriebssystem und häufig verwendete Programme werden auf einer acht Gigabyte Solid State Disk betrieben, während speicherhungrige Inhalte, wie Multimediadateien, auf einer 160 Gigabyte großen Festplatte gesichert werden. Vorteil: Der Speicher benötigt so weniger Strom, ist langlebiger und verkraftet besser Erschütterungen. Werden die Daten von der normalen Festplatte nicht benötigt, schaltet das Netbook automatisch um und arbeitet Strom sparend. Ansonsten sind bezogen auf die Netbook-Geräteklasse Standard-Komponenten eingebaut: ein Intel-Atom-Prozessor mit 1,6 Gigahertz Taktfrequenz, eine Webcam mit 1,3 Megapixel Auflösung, ein 4-in-1-Kartenleser sowie WLAN, Bluetooth und ein 10,2 Zoll LED-Bildschirm mit 1024 x 600 Bildpunkten Auflösung. Als Betriebssystem ist Windows XP Home an Bord. Das U115 kostet 570 Euro.

==> Welt-Online


Wie komme ich günstig ins Internet?

16. März 2009

Welt am Sonntag, Welt-Online 08.03.2009

Wer ins Internet geht, nutzt dafür meist eine DSL-Leitung. Doch dazu gibt es längst flottere und günstigere Alternativen: Ob Mobilfunk, Fernsehkabel, Satellit oder Glasfaser – viele Anbieter buhlen derzeit mit interessanten Angeboten um Kunden. Einige werden vorgestellt.

Von Guido Nedden

Mit vielen auf der Cebit neu vorgestellten Netbooks, Handys und Routern wird es künftig noch einfacher sein, Zugang zum Internet zu bekommen. Unübersichtlich ist dagegen, mit welcher Technik sich das Websurfen zu Hause und unterwegs lohnt und was Nutzer dafür benötigen. Fast alle Anbieter haben in den vergangenen Wochen ihre Tarife aktualisiert und ihre Anschlusstechnik verbessern können.

DSL-Telefonleitungen: Am häufigsten genutzt werden Internetanschlüsse über die Telefonleitung. Eine Doppel-Flatrate für Telefon und DSL bietet Freenet wie andere Mitbewerber auch in seinem Komplett-Paket. Bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren kostet die DSL-Bandbreite von bis zu 16 Megabit pro Sekunde einschließlich kostenloser Telefonie ins deutsche Festnetz und für 19 Cent die Minute in deutsche Mobilfunknetze im ersten Jahr 20, danach 30 Euro. Bei jedem Anbieter empfiehlt es sich zu prüfen, ob DSL mit dieser Bandbreite für die jeweilige Adresse überhaupt möglich ist.

Bei Alice gibt es mit dem Comfort-Paket eine Doppelflatrate für DSL (bis zu 16 Megabit pro Sekunde) und kostenloser Festnetztelefonie für 40 Euro im Monat. Vorteil ist, dass man hier jeweils zum Monatsende kündigen kann. In der Regel ist die WLAN-Box für den Telefonanschluss und die Funkverbindung im Vertrag enthalten, zumindest für Neukunden.

DSL über die Telefonleitung ist günstig und einfach in Betrieb zu nehmen, allerdings erreichen die Datendurchsatzraten oft nicht die versprochenen Höchstraten. Mehr als 300.000 Messergebnisse von „Computer Bild“-Lesern haben ergeben, dass viele nur Bandbreiten zwischen acht und zwölf Megabit pro Sekunde statt der versprochenen 16 Megabit an Geschwindigkeit bekamen. Mit durchschnittlich80 Prozent der versprochenen Geschwindigkeit hat Arcor hier am besten abgeschnitten, Schlusslicht war HanseNet (Alice).

In Stabilitätstests hat sich gezeigt, dass die Telekom-Bandbreiten recht stabil sind. Dafür verlangt der Konzern aber auch 54 Euro pro Monat. Dabei zahlen Kunden für ein Telefonat mit Handy-Nutzern nur 12,9 Cent die Minute. Mit einem WLAN-fähigen Notebook lassen sich außerdem die Telekom-Hotspots mit öffentlichen Funknetzwerken gratis nutzen.

Mobilfunk: Neben den oft recht teuren mobilen Internetverbindungen über Einzelabrufe bieten die meisten Unternehmen Flatrates an. Interessant sind Kombinationen aus DSL- und UMTS-Mobilfunk-Angeboten. Vodafones Surf-Comfort-Paket zum Beispiel bietet die Möglichkeit, über eine Mobilfunkverbindung zum eigenen Router im Haus mobil online zu gehen. Die ersten drei Monate ist das kostenlos, danach kostet es neun Cent pro Minute.

Im Gegensatz zu den üblichen Angeboten anderer DSL-Anbieter werden die WLAN-Box sowie der UMTS-Stick samt SIM-Karte nicht von Vodafone gestellt, sondern kosten insgesamt 40 Euro. In den ersten sechs Monaten sind jeweils 20 Euro, danach 30 Euro für das Surfen über DSL und UMTS zu zahlen. Danach berechnet Vodafone für die Verbindungskosten neun Cent pro Minute. Vorteil ist, dass der Nutzer den UMTS-Stick auch in der USB-Schnittstelle seines Notebooks unterwegs nutzen kann. Dabei kommt der jedoch nur auf eine Bandbreite von sechs Megabit pro Sekunde.

Glasfaser: Wer zusätzlich über Internet digitale TV-Kanäle empfangen will, sollte auf das teurere VDSL 50 setzen, das mit 50 Megabit pro Sekunde in mehr als 50 deutschen Großstädten und naher Umgebung bereits von der Telekom ausgebaut ist. Einschließlich Empfang des Internetfernsehens mit mehr als 120 Programmen und Set-Top-Box mit Festplattenrekorder sind dafür etwa 90 Euro im Monat zu zahlen.

Fernsehkabel: Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland bieten nicht nur digitales Kabelfernsehen, sondern auch eine Internet- und Telefonie-Flatrate mit 32 Megabit pro Sekunde für 23 Euro im Monat an. Über das digitale Fernsehkabel werden hier auch die Internet- und Telefoniedaten recht stabil übertragen. Für die Nutzung stellt Kabel Deutschland eine WLAN-Box zur Verfügung. Die kabellose Verbindung zum Computer verläuft genauso wie beim üblichen DSL.

Fernsehkabel ist dem VDSL-Telefonkabel grundsätzlich technisch überlegen. In Internetbandbreite umgerechnet hat das TV-Kabel schon heute eine maximale Übertragungskapazität von fünf Gigabit pro Sekunde. Für den Fernsehempfang stellt Kabel Deutschland allen Kunden eine separate Bandbreite für 33 analoge und 200 digitale Fernsehprogramme zur Verfügung. Bei den Breitband-Anschlüssen über DSL müssen sich digitales Web-Fernsehen und Internet die Bandbreite dagegen teilen.

Satellit: Die Bundesregierung will den Breitbandzugang in ganz Deutschland flächendeckend ausbauen lassen, noch aber gibt es große Lücken für schnelles Internet über DSL- und Fernsehkabel. Gerade im ländlichen Raum kann daher DSL über Satellit eine Alternative sein. Allerdings erreicht die Satellitentechnik derzeit nicht die hohen Bandbreiten bis zu vier Megabit pro Sekunde. Je nach Anbieter werden als Satellit entweder Eutelsat oder Astra genutzt, die eher vom Fernsehempfang bekannt sind. Neben der obligatorischen Schüssel mit digitalem LNB-Signalwandler wird ein DVB-Receiver für Satellitenfernsehen benötigt.

Der Empfang von Datenpaketen aus dem Internet ist kein Problem, der Rückkanal allerdings ist technisch kompliziert, da die üblichen Satellitenschüsseln keine Daten für ein Upload senden können. Erst seit etwa einem Jahr gibt es Zwei-Wege-Lösungen für Privatkunden, die halbwegs bezahlbar sind. Kunden können die benötigte Ausstattung mieten oder den Hardware-Preis auf die monatlichen Gebühren umlegen lassen.

Mit der „Bild“-DSL-Initiative gibt es ein Angebot von 47 Euro pro Monat mit einer Bandbreite von 1024 Kilobit pro Sekunde zum Herunterladen von Daten und 128 Kilobit pro Sekunde im Upload. Mit Ausnahme von einmalig 15 Euro für die LNB-Halterung kostet die Hardware nichts. Fürs Telefonieren über Flatrate sind zusätzlich 13 Euro im Monat oder für 120 Freiminuten fünf Euro im Monat zu zahlen.

Mit seinem deutschen Partner Filiago bietet der Luxemburger Satellitenanbieter Astra sein System Astra2Connect an, das es den Kunden ermöglicht, breitbandiges Internet zum Pauschalpreis zu bekommen. Der Hardwarepreis für die spezielle Satellitenschüssel, LNB, Kabel, Halterung und Modem liegt bei einmaligen 320 Euro, die aber umgelegt auf die monatliche Gebühr mit zusätzlichen 13 Euro werden. Das Flatrate-Paket 2048 kostet 80 Euro im Monat. Die einmaligen Einrichtungskosten belaufen sich auf 100 Euro. Angesichts der Preise lohnt sich Internet via Satellit nur für Kunden in Gebieten, in denen es wirklich keine andere Breitband-Versorgung gibt.

==> Welt-Online


Darf’s noch etwas schärfer sein?

4. Dezember 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 23.11.2008

Von Guido Nedden

Mit neuen Technologien können Fernseher noch brillantere Bilder zeigen als bisher schon. Außerdem werden die TV-Geräte zu digitalen Fotorahmen und Medienzentralen im Wohnzimmer

Schon jetzt haben die Maskenbildner der Filmstudios Probleme, Hautunebenheiten der Schauspieler so zu bedecken, dass Fernsehzuschauer sie nicht erkennen können. Grund für die Schwierigkeiten sind Detailtreue und Brillanz der vom TV-Gerät gezeigten Bilder. Künftig dürften die Darstellungen technisch noch bedeutend schärfer sein als bisher.

Sony hat schon das erste Modell in der Massenproduktion, das mit organischen Leuchtdioden arbeitet. Solche OLEDs liefern einen deutlich höheren Kontrast als zum Beispiel LCD-Modelle, da die von sich aus leuchtenden Dioden keine Hintergrundbeleuchtung brauchen. Darüber hinaus brauchen OLED-Fernseher weniger Strom und Platz. Ein anderes von Sony vorgestelltes OLED-Gerät ist lediglich 0,3 Millimeter dünn.

Doch auch schon bei den im Handel erhältlichen Fernsehern sind Gehäusetiefen von unter neun Millimetern keine Seltenheit mehr. Bei Bildschirmgrößen von 40 bis 60 Zoll liefern die Geräte eine Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten zumeist gestochen scharfe Bilder.

 

Samsung TV-Serie 9

 

Mit 46 Zoll (knapp 1,2 Meter) für 3600 Euro und 55 Zoll (etwa 1,4 Meter) für 4400 Euro stellt Samsung zwei typische LCD-TV dieser neuen Generation vor. Das Gehäusedesign in Karbonschwarz kommt auch der Bildqualität zugute. Mit „LED Local Dimming“ setzt Samsung auf eine Technologie, die ein kontraststarkes Bild zeigt und gleichzeitig Energie spart.

Während bisher die Lichtröhren der LCD-Fernseher hinter der gesamten Breite des Bildschirms verlaufen und nur über die ganze Breite abgedunkelt werden konnten, können die zahlreichen einzelnen LED-Lichtquellen gänzlich unabhängig voneinander an- und abgeschaltet werden. Die abgeschalteten Lichtquellen verbrauchen somit keine Energie mehr. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass mit dem Dimming ein noch tieferes Schwarz im Bild als bisher erreicht wird und sich so der Kontrast verschärft. Samsung verzichtet bei der Produktion komplett auf Quecksilber. Zudem verfügen diese Highend-Geräte der Serie 9 über Netzwerk-Konnektivität: Die Fernseher spielen mit anderen Geräten im digitalen Heimnetzwerk zusammen und geben Videos und Fotos oder andere Daten vom Computer wieder.

Mit der Funktion „InfoLive“ lassen sich einfach per Fernbedienung RSS Feeds aus dem Internet laden, die dem Zuschauer jederzeit aktuelle Nachrichten, Börsenkurse und Wetterberichte auf seinem Bildschirm anzeigen. Zusätzlich erlaubt die „Content Library“ den Zugriff auf weitere Themen wie Kochrezepte, Spiele, Fitnessprogramme, Fotogalerien und Inhalte für Kinder. Mit Daten aus dem Internet lässt sich diese Bücherei erweitern. Die USB-Schnittstelle „Wiselink Pro“ erlaubt dem Zuschauer, Fotoapparate, Camcorder oder MP3-Player anzuschließen und so Fotos, Videos und Musik auf dem TV-Bildschirm wiederzugeben.

 

Loewe Art SL

 

In den LCD-TV-Modellen Art 42 SL (etwa 3100 Euro) und Art 47 SL (etwa 3500 Euro) hat Loewe die 100-Hertz- und 24p-Technologie installiert. Damit ist es möglich, Bilder fast in Kinoqualität darzustellen. Für 500 Euro mehr steht außerdem ein integrierter Rekorder zur Verfügung, dessen Festplatte Platz für 250 Gigabyte bietet.

Zur Ausstattung gehören ein Receiver für das digitale Antennenfernsehen DVB-T. HDTV-Sendungen lassen sich über den eingebauten Empfänger ohne zusätzliche Geräte wiedergeben. Über das Audiomodul Dolby-Digital/dts können Fernsehzuschauer Rundumklang über eine entsprechende Musikanlage wahrnehmen.

 

Sharp Aquos XS1

 

Eine ganze Klasse größer und noch dünner ist Sharps neues Modell Aquos LC-XS1E. Den Fernseher gibt es mit einem Bildschirm von 52 Zoll (9000 Euro) und 65 Zoll. In dieser Größe kostet das TV-Gerät 12 000 Euro. An der dünnsten Stelle ist der Fernseher nur noch etwa 2,3 Zentimeter dick. Mit einigen technischen Verfahren ist es Sharp nicht nur gelungen, die Bildschirme möglichst flach zu bauen. Gleichzeitig hat sich die Bildqualität erhöht, und das Gerät verbraucht weniger Strom als vergleichbare Modelle.

Neu ist auch das LED-Rücklicht, das ein beeindruckendes Kontrastverhältnis von über eine Million zu eins bietet. Dadurch gibt es satte Schwarzwerte und realitätsgetreue Farben. Zusätzlich sorgt die optische Helligkeitsanpassung, die automatisch die Hintergrundbeleuchtung an das Umgebungslicht anpasst, für sinkenden Stromverbrauch des LCD-TVs. Gemeinsam mit Pioneer hat Sharp extrem flache Lautsprecher entwickelt, die für natürliche und klare Tonwiedergabe sorgen sollen.

 

Sony Bravia EX1

 

Im Passepartout-Design mit schwarzem oder silbernem Rahmen und mit knapp fünf Zentimeter Tiefe gibt es Sonys Bravia-Modelle mit 40, 46 oder 52 Zoll großen Bildschirmen. Sie kosten zwischen 3000 und 4000 Euro. Nicht nur als Fernseher, auch als digitaler Bilderrahmen lassen sich die Bravia-EX-Modelle einsetzen.

Neben bereits vorinstallierten Bildern verschiedener Kunststile zeigt das Display auch eigene Kunstwerke wie Lieblingsfotos oder Bilder einzeln oder als Dia-Show an. Zusätzlich zu aktuellen Technologien zur Bildverbesserung verfügt der Bravia EX1 über einen zusätzlichen Media-Empfänger. Mit der Funktechnik Bravia 1080 werden nicht komprimierte High-Definition-Signale ohne Qualitätsverlust, in Echtzeit und kabellos zum Fernseher übertragen.

Der Receiver mit seiner Funkfernbedienung und die daran angeschlossenen Signalkabel und Zuspieler wie Bluray-Player oder Playstation können an jeder Stelle des Raums platziert werden. Zur Ausstattung des Receivers gehören drei HDMI-Schnittstellen. Darüber lassen sich Bluray-Player, Festplatten- und DVD-Rekorder sowie Hi-Fi-Systeme steuern.

Neben einem Empfänger für analoges Fernsehen sind auch digitale Tuner für das digitale Antennenfernsehen DVB-T und digitales Kabelfernsehen (DVB-C) eingebaut. Dazu gibt es einen Receiver für das mit AVC-HD bezeichnete digitale Format für Camcorder-Aufzeichnungen. Für die Modelle der Bravia-EX1-Serie bietet Sony in Zusammenarbeit mit einigen Händlern auf dem deutschen Markt erstmals fünf Jahre Garantie.

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Händeschütteln liefert Strom für Uhren

4. Dezember 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 23.11.2008

Von Guido Nedden

Präzise Hightech-Modelle brauchen keine Batterien mehr.
Strom lässt sich sogar schon am Handgelenk sparen: Bewegungen des Unterarms und der Hand versorgen Kinetikuhren mit der notwendigen Betriebsenergie, ganz automatisch und umweltfreundlich. Möglich macht das ein eingebauter Mikromotor mit einer Schwungmasse, der die kinetische in elektrische Energie umwandelt.
Der so erzeugte Strom wird zum Antrieb verwendet, überschüssige Energie landet im Speicher. Auch Siliziumzellen können natürliches und künstliches Licht in Strom verwandeln. Hersteller Citizen nennt diese Methode Eco-Drive. Der Verzicht auf das lästige Wechseln der Batterie ist einer der Trends auf dem Uhrenmarkt. Darüber hinaus bieten die Hersteller nie erreichte Präzision in der Zeitangabe und viele Zusatzfunktionen.

Wer auf Pünktlichkeit setzt, ist mit einer Funkuhr gut beraten. Diese Uhren erhalten minütlich ein Funksignal von den drei Atomuhren im hessischen Mainflingen. Sind die Funkuhren nicht digital, haben sie meist einen Mini-Motor eingebaut, der die Uhr schnell auf die korrekte Zeit einstellt. Allerdings wird, um die Batterie zu schonen, der Uhrzeit-Abgleich meist nur einmal pro Tag vorgenommen. Funk-Präzision hat ihren Preis: 750 Euro kostet zum Beispiel das Modell Junghans Aviator.

Die Uhr ist mit einem Multifrequenz-Funkwerk ausgestattet, mit dem sie die Funksignale der Zeitzeichensender in Mainflingen für Europa, in Colorado für Nordamerika sowie in einigen weiteren Stationen in Asien empfangen kann. Neben der korrekten Zeit kann die Junghans-Uhr Datum und Wochentage anzeigen. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Stoppuhr inklusive Splitfunktion, ein Countdown-Zähler sowie eine Alarmfunktion. Das Edelstahlgehäuse ist bis 100 Meter Tiefe wasserdicht.

Ähnlich stabil ist auch die Uhr WVA-M150 von Casio, deren Gehäuse und Armband aus massivem Titan bestehen. Mit 8,2 Millimetern ist die Funkuhr für Herren so flach geblieben wie ihr Vorgänger aus Edelstahl. Für etwa 380 Euro bietet Casio die Armbanduhr mit der Funktechnologie Multiband-5 an, die für stabilen Empfang in weiten Teilen Europas, Japans und Nordamerikas sorgen soll.

Zur Ausstattung gehören außerdem eine Stoppuhr, die auf eine Hundertstelsekunde genau misst, Zwölf- oder 24-Stundenanzeige, zwei Zeitzonen-Darstellungen, Alarmfunktion und Ladekontrollanzeige. Die Uhr wird über einen neuartigen Prozessor mit Energie versorgt. Da der Chip leistungsfähiger als alle Vorgängermodelle ist, kann auch das Solarfeld deutlich kleiner sein als bisher. Bei Handgelenk-Drehung wird für etwa 30 Sekunden die Hintergrundbeleuchtung aktiviert.

Seikos Uhr Premier SRH009P1 für Herren nutzt solche Bewegungen, um für die Uhr notwendige Betriebsenergie zu produzieren. Die Uhr im Edelstahl-Gehäuse ist wasserdicht bis zu zehn bar Druck und kostet 750 Euro. Knapp 50 Euro mehr kostet Citizens neue Eco-Drive Super Chronograf 1000. Die Uhr zeigt die Weltzeit von 43 Städten in 29 Zeitzonen an, verfügt über entspiegeltes Saphirglas, Kalender, Alarm und LED-Licht. Darüber hinaus ist das Modell bis zu 20 bar Druck wasserdicht.

Die Stoppuhr misst die Zeit in Tausendstelsekunden. Nach Eingabe der Strecke kann die Uhr Splitzeit, Rundenzeit, Geschwindigkeit sowie Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen. Sobald die Stoppfunktion gestartet ist, rotieren die kleinen Zeiger auf dem Zifferblatt, während die gleiche Information auf dem Display angezeigt wird. Das Design des Zifferblattes ist dem Cockpit eines Rennwagens nachempfunden.

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Technische Helfer beim Buddeln und Schneiden

12. November 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 19.10.2008

Zahlreiche neue Geräte helfen, den Garten winterfest zu machen. Die Maschinen arbeiten leise und sind einfach zu bedienen. Mithilfe ergonomischer Tricks können Hobbygärtner ohne viel Kraftaufwand Hecken schneiden und Beete umgraben.

Von Guido Nedden

Etwa sieben Millionen Hobbygärtner werden an diesem und den kommenden Wochenenden versuchen, ihre Gärten winterfest zu machen. Hecken sind zu schneiden, herabgefallene Zweige zu häckseln, und Laub ist zu beseitigen. Die Hersteller haben einige neue Produkte im Angebot, mit denen die Arbeit erleichtert werden soll.

Dazu gehören erste Motorsägen, die mit einem Akku betrieben werden. Damit lassen sich auch dicke Äste einfach und schnell durchtrennen. Neben den mechanischen Ast- und Strauchscheren mit Teleskopstiel gibt es mittlerweile auch mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene Geräte, um die Arbeit deutlich zu vereinfachen. Diese Akkus setzen die Hersteller ein, da sie keinen Memory-Effekt haben und über eine längere Zeit nutzbar sind als bisher verwendete Akkus. Hersteller Bosch hat in einer Umfrage ermittelt, dass mehr als 60 Prozent der Gartenliebhaber die Geräte mit Akku bevorzugen, zum Beispiel Ast- und Heckenscheren.

Der sperrige Schnittabfall kommt dann in einen Häcksler, um ihn zu Mulch oder Kompost verarbeiten zu können. Die Produzenten der Gartentechnik haben dieses Jahr nicht nur leistungsfähigere Häcksler im Programm, die Walzen- oder Turbinenmaschinen sind auch deutlich leiser als die Vorgängermodelle. Mit größeren Rädern und besseren Haltegriffen lassen sie sich auch besser zum Arbeitsort schieben. Bei einigen Modellen können die Gärtner die Trichter und Ständerfüße so einklappen, dass der Häcksler gut unter den Arbeitstisch in der Werkstatt passt.

Für Besitzer eines Teichs gibt es Teichschlammsauger, mit denen sie Algen, Pflanzenreste, Laub von der Oberfläche und den am Grund sitzenden Teichschlamm entfernen können. Mit Laubfangnetzen und Eisfreihaltern lassen sich die Gartengewässer wirksam über die Winterzeit schützen. Auch neue Rasenmäher sind im Angebot, die nur noch leise schnurrend arbeiten und den Rasen gleichmäßig auf etwa zwei Zentimeter stutzen. Kürzer sollten Hobbygärtner ihr Grün nicht mähen, damit Frost den Rasen nicht zu sehr angreifen kann,

Trotz moderner Technik müssen Hobbygärtner noch immer ihre Rasenmäher warten und pflegen, um sie im Frühjahr sofort wieder einsetzen zu können. Am besten ist es, die Maschine unter einer Plane, an einem frostsicheren und trockenen Ort zu lagern. Direkt nach dem letzten Rasenschnitt vor der Winterpause sollten Schmutz und Grasreste, bei ausgeschaltetem Gerät, mit einem Holz- oder Plastikspachtel entfernt werden. Anschließend ist der Rasenmäher mit Bürste und Pflegemittel zu reinigen.

Bei einem Benzinmäher muss der Tank völlig entleert werden. Der Besitzer sollte dann das restliche Benzin noch mit einem fusselfreien Tuch aufsaugen. Ein weiterer Tipp: Nach Herausschrauben der Zündkerze einen Esslöffel Motoröl in den Zylinder gießen. Damit sich das Öl gut verteilt, langsam am Startergriff den Motor des Benzinmähers durchgehen lassen, um das Öl zu verteilen. Danach die Zündkerze wieder einschrauben.

Angesichts der demografischen Entwicklung haben die meisten Hersteller Senioren als wichtige Zielgruppe entdeckt, die häufig und ausdauernd im Garten arbeiten. Wegen der bei einigen eingeschränkten Leistungsfähigkeit sollten die Geräte einfach zu handhaben und leicht sein. Diesen Trend nennen die Marketingexperten der Maschinenhersteller „easy gardening“. Manche Geräte sind nicht mehr so sperrig und wuchtig wie früher und sind aus leichtem, aber weiterhin stabilem Material gefertigt. Darüber hinaus gibt es fast alle Maschinen auch in kleinen Ausführungen, zum Beispiel Hand-Heckenscheren.

Außerdem haben die Hersteller zum Beispiel Heckenscheren mit schwenkbaren Schneidköpfen, Teleskopstiel und drehbaren Griffen ausgestattet. Damit kommen Hobbygärtner ohne viel Kraftaufwand in die hintersten Winkel einer Hecke. Bei manchen Unkrautstechern haben die Hersteller gebogene Griffe anbringen lassen. Dadurch können Gärtner sie mit halb geöffneter und daher entspannter Hand schieben oder ziehen, da sich der ganze Arm bewegt. Bessere Handhabung hilft auch beim ansonsten so kraftraubenden Umgraben. Dazu ist bei neuen Spaten das Spatenblatt einfach ein wenig versetzt zum Stiel angebracht. Das erleichtert das Einstechen und Drehen der Schaufel ganz erheblich.

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Digitalisierung: So bringen Sie Ihre Schallplatten auf den PC

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 30.09.2008

Von Helge Denker und Guido Nedden

Droht die riesige Plattensammlung zu verstauben? Benötigt der MP3-Spieler Nachschub? Mit ein paar Handgriffen können alte Vinylscheiben und Kassetten auf den Computer hinübergerettet werden. WELT ONLINE zeigt, welche Programme Sie benötigen – und wie Sie einen Qualitätsverlust vermeiden.

Digitalisierung von Schallplatten: Macht eine Menge Arbeit

Sie sind zwar weitestgehend aus den Kaufhäusern verschwunden, zu Hause haben aber noch viele Menschen jede Menge davon: Musik auf Schallplatten und Kassetten oder sogar Tonbändern. Um sie nicht verloren zu geben – Aufnahmen auf Band werden im Lauf der Jahre immer schlechter -, lohnt eine Digitalisierung, also das Übertragen der Musik auf den Computer und das Speichern auf CD und DVD. Dazu ist allerdings Soft- und Hardware nötig.

Damit alle Audiosignale korrekt übertragen werden, sollte Plattenspieler, Kassettenrekorder oder Großvaters Tonbandgerät zunächst über ein Kabel an einen Vor- oder Vollverstärker angeschlossen werden, an dessen Ausgang wiederum per Kabel der Computer hängt. Denn das Musiksignal der analogen Quelle muss erst verstärkt werden, bevor es vom Rechner aufgenommen werden kann. Nicht nur bei Schallplatten, bei allen analogen Musikdaten kommt es oft zu Störgeräuschen wie Rauschen, Rumpeln oder Kratzen. Bevor man diese mit einem Recording-Programm eins zu eins auf seinen PC lädt, empfiehlt es sich deshalb, die Musikstücke schon beim Überspielen von solchen Störungen zu reinigen.

Zwei günstige Programme, die diese Reinigungsarbeit erledigen, sind Magix Cleaning Lab 2008 und X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software. Magix Cleaning Lab 2008 wird von der Fachpresse für seine einfache Bedienung und die klanglich guten Ergebnisse gelobt – es tilgt Knistern, Rauschen und andere Störgeräusche der Aufnahme.

Das Programm kann auch genutzt werden, um Videoton zur restaurieren und zu digitalisieren. Auch für Internetradioaufnahmen und für das Recording, Editieren und Mastern von Stimm- und Instrumentalaufnahmen wird es genutzt. Praktisch: Alle wichtigen Effekte und Funktionen werden in Infofenstern erklärt. Das Ergebnis klingt dank verbesserter Cleaning-Effekte zum Teil besser als das Original. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft zudem dem Einsteiger.

Bei der Aufnahme von LPs löscht das Programm Knistern und Grundrauschen, der warme, volle LP-Sound soll aber voll erhalten bleiben. Ein analoger Kompressor sorgt hierfür für einen druckvolleren Klang. Der De-luxe-Version von Magix Leaning Lab (knapp 50 Euro) liegt nur ein Adapter mit Kabel bei, bei der rund 100 Euro teuren XXL-Version ist zusätzlich ein USB-Phono-Vorverstärker im Lieferumfang enthalten. Diese Version ist auch mit ausgereiften Programmeinstellungen und einer Audiokorrektur ausgestattet.

So digitalisieren Sie richtig

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Für nur 30 Euro ist das im Juni veröffentlichte Programm X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software zu haben. Adapter und Verstärker müssen hier zusätzlich gekauft werden. Für die Digitalisierung von Schallplatten, Bändern und Kassetten ist dieses Programm gut geeignet. X-OOM Music Clean 5 unterdrückt automatisch beim Überspielen auf die Festplatte das Rauschen von Kassetten oder das Knistern und Kratzen von LPs. Dem Einsteiger hilft ein Programmassistent, die beste Einstellung zu finden, und führt durch das Programm.

Wer die Kosten für eine Audioaufnahmesoftware scheut, kann auch zu einer Gratislösung greifen, zum Beispiel zu Audacity (www.audacity.de). Das Programm in der aktuellen Version 1.2 ist ein freier, kostenloser und leicht zu bedienender Audioeditor und -rekorder für Windows, Mac OS X und Linux. Audacity kann live Audio aufnehmen, Kassetten und Schallplatten digitalisieren, Töne und Dateien schneiden, kopieren und mischen sowie die Geschwindigkeit oder die Tonhöhe einer Aufnahme ändern.

Für die Aufnahmen von analogen Quellen wie LP und Kassette stehen bis zu 16 Kanäle zur Verfügung. Die Aufnahmen kann Audacity in MP3-, WAV- oder OGG-Dateien umrechnen und direkt auf CD brennen. Die Formate WMA und AAC werden dagegen nicht unterstützt. Dafür gibt es recht umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten wie Schnitte oder das Mixen von mehreren Titeln.

Störgeräusche wie Knacksen, Rauschen oder Pfeifen können mit dem Programm aus der Aufnahme entfernt werden. Auch Effekte, wie das Ändern von Tonhöhe oder Tempo und das Hinzufügen von Echo, sind kein Problem. Fazit: Für ein Gratisprogramm bietet Audacity erstaunlich viel und ist auch vom Einsteiger schnell zu bedienen.

Apple-Macintosh-Nutzer besitzen serienmäßig ein Programm für die Aufnahme von Musik. Es nennt sich Garage Band und befindet sich bei jedem neuen Mac als Standardprogramm auf der Festplatte. Mit der Software lassen sich Klänge aufzeichnen, die über den Audioeingang ins Gerät gelangen. Das Programm nimmt Musik unkomprimiert im WAV-Format auf, bietet eine gute Auswahl an Standardfiltern gegen Nebengeräusche und kann eine Aufnahme in eine MP3-Datei umrechnen und in das Programm iTunes exportieren.

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Von der Rille auf den Rechner

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 28.09.2008

Von Helge Denker Und Guido Nedden

Serie „Digitalisierung“: Fotos, Filme und Musik für die Zukunft sichern. Erster Teil: Wie bringt man seine alten Musikschätze von Schallplatte, Kassette und Tonband auf den Computer – möglichst ohne Qualitätsverlust?

Sie sind zwar weitestgehend aus den Kaufhäusern verschwunden, zu Hause haben aber noch viele Menschen jede Menge davon: Musik auf Schallplatten und Kassetten oder sogar Tonbändern. Um sie nicht verloren zu geben – Aufnahmen auf Band werden im Lauf der Jahre immer schlechter -, lohnt eine Digitalisierung, also das Übertragen der Musik auf den Computer und das Speichern auf CD und DVD. Dazu ist allerdings Soft- und Hardware nötig.

Damit alle Audiosignale korrekt übertragen werden, sollte Plattenspieler, Kassettenrekorder oder Großvaters Tonbandgerät zunächst über ein Kabel an einen Vor- oder Vollverstärker angeschlossen werden, an dessen Ausgang wiederum per Kabel der Computer hängt. Denn das Musiksignal der analogen Quelle muss erst verstärkt werden, bevor es vom Rechner aufgenommen werden kann. Nicht nur bei Schallplatten, bei allen analogen Musikdaten kommt es oft zu Störgeräuschen wie Rauschen, Rumpeln oder Kratzen. Bevor man diese mit einem Recording-Programm eins zu eins auf seinen PC lädt, empfiehlt es sich deshalb, die Musikstücke schon beim Überspielen von solchen Störungen zu reinigen.

Zwei günstige Programme, die diese Reinigungsarbeit erledigen, sind Magix Cleaning Lab 2008 und X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software. Magix Cleaning Lab 2008 wird von der Fachpresse für seine einfache Bedienung und die klanglich guten Ergebnisse gelobt – es tilgt Knistern, Rauschen und andere Störgeräusche der Aufnahme.

Das Programm kann auch genutzt werden, um Videoton zur restaurieren und zu digitalisieren. Auch für Internetradioaufnahmen und für das Recording, Editieren und Mastern von Stimm- und Instrumentalaufnahmen wird es genutzt. Praktisch: Alle wichtigen Effekte und Funktionen werden in Infofenstern erklärt. Das Ergebnis klingt dank verbesserter Cleaning-Effekte zum Teil besser als das Original. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft zudem dem Einsteiger.

Bei der Aufnahme von LPs löscht das Programm Knistern und Grundrauschen, der warme, volle LP-Sound soll aber voll erhalten bleiben. Ein analoger Kompressor sorgt hierfür für einen druckvolleren Klang. Der De-luxe-Version von Magix Leaning Lab (knapp 50 Euro) liegt nur ein Adapter mit Kabel bei, bei der rund 100 Euro teuren XXL-Version ist zusätzlich ein USB-Phono-Vorverstärker im Lieferumfang enthalten. Diese Version ist auch mit ausgereiften Programmeinstellungen und einer Audiokorrektur ausgestattet.

Für nur 30 Euro ist das im Juni veröffentlichte Programm X-OOM Music Clean 5 von BHV-Software zu haben. Adapter und Verstärker müssen hier zusätzlich gekauft werden. Für die Digitalisierung von Schallplatten, Bändern und Kassetten ist dieses Programm gut geeignet. X-OOM Music Clean 5 unterdrückt automatisch beim Überspielen auf die Festplatte das Rauschen von Kassetten oder das Knistern und Kratzen von LPs. Dem Einsteiger hilft ein Programmassistent, die beste Einstellung zu finden, und führt durch das Programm.

Wer die Kosten für eine Audioaufnahmesoftware scheut, kann auch zu einer Gratislösung greifen, zum Beispiel zu Audacity (www.audacity.de). Das Programm in der aktuellen Version 1.2 ist ein freier, kostenloser und leicht zu bedienender Audioeditor und -rekorder für Windows, Mac OS X und Linux. Audacity kann live Audio aufnehmen, Kassetten und Schallplatten digitalisieren, Töne und Dateien schneiden, kopieren und mischen sowie die Geschwindigkeit oder die Tonhöhe einer Aufnahme ändern.

Für die Aufnahmen von analogen Quellen wie LP und Kassette stehen bis zu 16 Kanäle zur Verfügung. Die Aufnahmen kann Audacity in MP3-, WAV- oder OGG-Dateien umrechnen und direkt auf CD brennen. Die Formate WMA und AAC werden dagegen nicht unterstützt. Dafür gibt es recht umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten wie Schnitte oder das Mixen von mehreren Titeln.

Störgeräusche wie Knacksen, Rauschen oder Pfeifen können mit dem Programm aus der Aufnahme entfernt werden. Auch Effekte, wie das Ändern von Tonhöhe oder Tempo und das Hinzufügen von Echo, sind kein Problem. Fazit: Für ein Gratisprogramm bietet Audacity erstaunlich viel und ist auch vom Einsteiger schnell zu bedienen.

Apple-Macintosh-Nutzer besitzen serienmäßig ein Programm für die Aufnahme von Musik. Es nennt sich Garage Band und befindet sich bei jedem neuen Mac als Standardprogramm auf der Festplatte. Mit der Software lassen sich Klänge aufzeichnen, die über den Audioeingang ins Gerät gelangen. Das Programm nimmt Musik unkomprimiert im WAV-Format auf, bietet eine gute Auswahl an Standardfiltern gegen Nebengeräusche und kann eine Aufnahme in eine MP3-Datei umrechnen und in das Programm iTunes exportieren.

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Photokina: Es gibt tatsächlich noch neue Kamera-Funktionen

16. Oktober 2008

Welt am Sonntag, Welt-Online 22.09.2008

Von Guido Nedden und Helge Denker

Eine Fotokamera macht einfach nur Fotos, sollte man meinen. Doch die Hersteller beweisen zur Photokina-Messe, dass ihre Produkte noch lange nicht ausgereizt sind: Neue Modelle zeichnen die menschliche Haut glatt, schießen hochauflösende Videos und verwischen die Grenze zwischen Spiegelreflex- und Kompaktkamera.

Zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkameras (SR) lässt sich kaum noch unterscheiden. Der wesentliche Unterschied besteht nur noch darin, dass SR-Kameras das Motiv über einen Spiegel auf eine Mattscheibe lenken, damit der Fotograf es mit dem Objektiv betrachten kann. Doch ansonsten verwischen die Grenzen. Zum einen ist der Übergang durch eine neue Produktklasse fließend geworden. Diese sogenannten Bridgekameras verfügen zwar über ein Wechselobjektiv wie SR-Apparate, sie sind aber weniger leistungsstark, flexibel und günstiger. Zum anderen bietet Panasonic als technische Neuheit eine kompakte Digitalkamera an, die sich mit Wechselobjektiven nutzen lässt – ein Merkmal von SR-Modellen.

Die Lumix DMC-G1 wiegt nur 380 Gramm und kommt auf eine Auflösung von 12,1 Megapixeln. Sie beherrscht Gesichtserkennung sowie einen schnellen Autofokus, der die Schärfe der Aufnahme schon vor dem Andrücken des Auslösers berechnet. Das Besondere ist jedoch: Mithilfe eines Adapters lassen sich herkömmliche Objektive des Four-Thirds-Systems anschließen. Four-Thirds beschreibt einen vor allem auf SR-Kameras abgestimmten Standard.

Dieser Standard bestimmt neben Sensorausmaßen und Kommunikationsprotokollen auch das Objektivbajonett. Im November kommt die Lumix DMC-G1 wohl in den Handel. Doch nicht nur zwischen den Klassen der Kompakt- sowie der SR-Kameras gibt es Innovationen, auch in den Klassen selbst stellen die Hersteller auf der Photokina Innovationen vor.

Die SR-Modelle sind mit weiteren Funktionen ausgestattet worden, eine Kamera kann sogar Videos aufzeichnen – in dieser Klasse gab es das bisher noch nicht. Bei den Kompaktmodellen schaffen schon Einsteigergeräte häufig Bildauflösungen von zehn und mehr Megapixeln. Die Steuerung fällt dank Autofokus und eingebauter Assistenten leicht. Mit Bildstabilisatoren gibt es kaum noch verwackelte Aufnahmen.

Casio EX-Z300: Mit dem von Casio eingebauten, neuen Bildprozessor Exilim Engine 3.0 kann die EX-Z300 automatisch dunkle Umgebungen oder Nachtszenen erkennen. Ganz ohne Stativ verringert die Kompaktkamera mögliche Verwacklungen und sorgt für helle, scharfe Porträts und Nachtaufnahmen. Sie erkennt und korrigiert automatisch die Aufnahmen, die unter schwierigen Lichtverhältnissen aufgenommen worden sind. Dazu zählen auch Gegenlichtaufnahmen von Personen, bei denen häufig die Gesichter zu dunkel erscheinen.

Casio hat sich auf Personenfotos konzentriert. So gibt es eine „Make Up Shot“-Funktion. Damit sieht die Haut der aufgenommenen Person glatter aus. Gleichzeitig sind weniger durch starkes Sonnenlicht oder Lichteinstrahlung verursachte Schatten im Gesicht zu sehen. Die Funktion lässt sich in zwölf Stufen – von leicht bis stark – einstellen.

Der Anwender kann das Ergebnis jeweils während der Aufnahme im drei Zoll großen Farbdisplay einsehen. Videos in hoher Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln kann die Casio-Kamera außerdem aufnehmen. Sie nutzt dabei den Videostandard H.264, mit dem Videos nach neuer Kompressionstechnologie gedreht werden können.

Olympus µ1050 SW: Diese Kompaktkamera ist wasserdicht bis zu drei Meter Tiefe und frostsicher bis zu minus zehn Grad Celsius. Für die Anwendung in solcher Kälte hat sie der Hersteller mit der „Tab-Control“-Funktion für die Nutzung mit dickem Handschuh produziert. Darüber lassen sich Kamerafunktionen durch Antippen seitlich und oben am Kameragehäuse steuern. So können der Quick-View-Modus aktiviert, Bilder angeschaut und Blitz oder Schattenaufhellung per Berührung genutzt werden.

Wer schöne Landschaften in ihrer ganzen Breite aufnehmen möchte, kann die Panorama-Funktion nutzen. Dabei werden einzelne Aufnahmen automatisch zu einem 130-Grad-Panorama zusammengefügt. Der Fotograf muss lediglich den ersten Bildausschnitt festlegen und einmal auslösen. Wird die Kamera danach in eine Richtung bewegt, erscheint eine Zielmarke. Sobald sich diese im Fadenkreuz auf dem Display zeigt, löst die Kamera automatisch aus. Im Lieferumfang ist ein Adapter enthalten, um xD-Picture- und microSD-Cards als Speichermedien einzusetzen.

Nikon D90: Im wachsenden Markt der Spiegelreflexkameras beanspruchen Canon und Nikon etwa die Hälfte des Marktes für sich. Diese Kameraklasse ist durch die wechselbaren Objektive und Systemzubehör besonders flexibel, kostet aber deutlich mehr als eine Kompaktkamera. Der Möglichkeit, das Bild bei der Aufnahme genau zu gestalten und zu kontrollieren, durch den Sucher oder über den Bildschirm, steht ein relativ hohes Gewicht gegenüber.

Die Nikon D90 ist eine echte Messeneuheit. Die Mittelklasse-Kamera erinnert in der Bedienung an die halbprofessionelle D300 und bietet viel Ausstattung zu einem attraktiven Preis. Eine Aufnahme zerlegt die D90 in 12,3 Millionen Bildpunkte. Damit sind extreme Bildvergrößerungen und großformatige Abzüge kein Problem. Das unkomprimierte Bildformat RAW soll beste Bildqualität bieten. Bilder lassen sich über den großen Drei-Zoll-Monitor auch während der Aufnahme als Liveview gut kontrollieren.

Die Belichtungsautomatik reicht von 30 Sekunden bis zu einer 1/4000 Sekunde, die Empfindlichkeit von 100 bis 6400 ISO. Damit sind auch scharfe Aufnahmen bei sehr wenig Licht und ohne Blitz möglich. Dank sehr kurzer Auslöseverzögerung schafft die Nikon bis zu 4,5 Bilder pro Sekunde. Interessant ist die Möglichkeit, Videos in hoher Auflösung aufzunehmen.

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Das ist in dieser Kameraklasse eine echte Neuheit. Dabei wird der Ton jedoch nur in Mono aufgezeichnet. Bilder und Videos lassen sich über eine HDMI-Schnittstelle auf einen Fernseher übertragen oder auf einer SD-Karte mit hoher Kapazität speichern (SDHC). SanDisk bietet zur Messe die ersten, extraschnellen SDHC-Karten an, die für die großen Datenströme der D90 gerüstet sind.

Samsung GX-20: Mit der GX-20 tritt Samsung erstmals mit einer Spiegelreflexkamera auf, um mit Nikon und Canon zu konkurrieren. Doch der Systemwechsel fällt vielen Fotografen schwer, wenn sie nicht nur Kamera und Objektiv, sondern auch ihr Zubehör neu kaufen müssen. An die GX-20 lassen sich daher nicht nur Objektive mit Samsung-Logo anschließen, sondern alle, die an ein Pentax-KAF-Bajonett passen. Samsung bietet sie mit Weitwinkel- und Telezoom an. Für Videoaufzeichnung taugt die GX-20 nicht.

Die GX-20 löst Bilder in 14,6 Millionen Punkte auf, etwas mehr als die Nikon. In der Praxis macht das aber kaum einen Unterschied. Auch bei der GX-20 stehen RAW- und Jpeg-Format zur Wahl. Der Monitor ist etwas kleiner als bei der Nikon und bietet eine gröbere Auflösung, ist aber für die schnelle Bildbeurteilung völlig ausreichend. Das klappt auch vor und während der Aufnahme im Liveview-Modus. Bis zu drei Bilder pro Sekunde sind im Serienbild-Modus möglich. Mit 710 Gramm ist die Samsung-Kamera zwar recht schwer, liegt damit aber ruhig in der Hand.

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